Bericht über die Tätigkeit des Aufsichtsrates der PAO Gazprom in vorrangigen Geschäftsfeldern im Jahr 2018

Die Tätigkeit des Aufsichtsrates der PAO Gazprom war im Jahr 2018 darauf ausgerichtet, erforderliche Voraussetzungen für die weitere nachhaltige Arbeit und Entwicklung der Gazprom als globale Energiegesellschaft zu schaffen, die Kapitalisierung und Attraktivität der Gazprom für Investoren zu steigern, eine wirksame Kontrolle über die Verwaltung des Vermögens, der Investitions-, Finanz- und Wirtschaftstätigkeit zu gewährleisten, die Leistungsfähigkeit und Transparenz interner Managementmechanismen zu verbessern, das System für die Kontrolle und Berichterstattung der Geschäftsführung des Konzerns zu vervollkommnen sowie die Rechte von Aktionären zu wahren.

Der Aufsichtsrat der PAO Gazprom traf im Berichtsjahr Schlüsselentscheidungen in folgenden maßgeblichen Geschäftsfeldern.

Strategische Entwicklung

Der Aufsichtsrat billigte die Strategie der PAO Gazprom in der Elektrizitätswirtschaft in den Jahren 2018–2027. Als grundsätzliches strategisches Ziel des Konzerns gilt die Gewährleistung einer stabilen Gewinnsteigerung neben der Bewahrung eines hohen Zuverlässigkeitsgrades der Energieversorgung von Verbrauchern. Die Strategie setzt unter anderem voraus, dass Projekte zur Errichtung neuer und zur Modernisierung bestehender generierender Kapazitäten umgesetzt sowie Objekte, deren Betrieb nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll ist, stillgelegt werden. Vorgesehen sind auch eine weitere Steigerung der operativen Effizienz, technologische Entwicklung, Einsatz importsubstituierender Ausrüstung und Diversifizierung des Elektrizitätsgeschäftes mittels Einstieg in aussichtsreiche in- und ausländische Märkte.

Aufgrund einer Prüfung von Informationen über das System der strategischen Planung in der Gazprom-Gruppe erteilte der Aufsichtsrat den Auftrag, die Vervollkommnung des Systems der strategischen Planung unter Berücksichtigung weltweiter Best Practices fortzusetzen. In derselben Sitzung wurde das aktualisierte langfristige Entwicklungsprogramm der PAO Gazprom genehmigt.

Der Aufsichtsrat billigte im Berichtsjahr das Investitionsprogramm und den Haushalt (Finanzplan) für das Jahr 2018 in der jeweils neuen Fassung. Die Anpassung von Eckdaten des Investitionsprogramms für das Jahr 2018 im Sinne einer Erhöhung des Gesamtvolumens in Anspruch genommener Investitionen auf 1.496,328 Milliarden Rubel (bzw. einer Erhöhung um 217,498 Milliarden Rubel gegenüber dem Investitionsprogramm, das im Dezember 2017 genehmigt wurde) war damit verbunden, dass Investitionen in vorrangige Projekte der Gazprom auf dem Gebiet des Transports und der Verflüssigung von Erdgas aufgestockt worden sind.

Der Aufsichtsrat prüfte und nahm Informationen zu Abläufen bei der Umsetzung des Programms zur innovativen Entwicklung der PAO Gazprom bis 2025 zur Kenntnis, einschließlich Fragen zur Effizienz der Inanspruchnahme von Geldern, die für Forschung und Entwicklung bereitgestellt worden waren. Festgestellt wurde, dass der Konzern eine kontinuierliche und zielgerichtete Arbeit leistet, um die Effizienz seiner innovativen Tätigkeit zu steigern. Ein wirksames Instrument für die Definition von Hauptaufgaben und Hauptgeschäftsfeldern in diesem Bereich stellt das Programm zur innovativen Entwicklung bis 2025 dar. Dessen Implementierung trägt spürbar zur nachhaltigen Entwicklung der Gazprom bei. Es wurden auch Fragen zur Vervollkommnung des unternehmensinternen Managements geistigen Eigentums behandelt. Unter anderem wurden Informationen über die Entwicklung der Patentstrategie von Gazprom bis 2025 vorgelegt. Sie wird es ermöglichen, die Konzerntätigkeit auf dem Gebiet des Rechtsschutzes technischer und technologischer Konzepte, die erstellt werden, zu optimieren.

Auf der Agenda des Aufsichtsrates kam im Berichtsjahr Fragen zur Umsetzung größter Investitionsprojekte der Gazprom besondere Bedeutung zu. Behandelt wurden folgende Fragen: Implementierung des großangelegten Östlichen Gasprogramms und Errichtung von Produktionsstätten, die mit Gaslieferungen an inländische Verbraucher und nach China verbunden sind; Umsetzung strategisch relevanter Projekte für die Entwicklung des Einheitlichen Gasversorgungssystems Russlands in westlicher Richtung (Errichtung des Gasförderungszentrums auf der Halbinsel Jamal und Erweiterung des Nördlichen Gastransportkorridors); Projekte zum Bau der Gaspipelines Nord Stream 2 und TurkStream sowie Entwicklung eigener Kapazitäten für die Verflüssigung von Erdgas (unter anderem das Projekt der Produktionsstätte für Herstellung, Speicherung und Verladung von verflüssigtem Erdgas in der Umgebung der Verdichterstation Portowaja). Der Vorstand wurde damit beauftragt, die Arbeit an der Umsetzung größter Investitionsprojekte fortzuführen.

Der Aufsichtsrat der PAO Gazprom nahm Informationen über Abläufe bei der Umsetzung des Programms zum Ausbau der Erdgasinfrastruktur in den Regionen der Russischen Föderation zur Kenntnis. Diese Arbeit erfolgt aufgrund jährlich erstellter Programme gemäß Masterplänen für die Gasversorgung und den Ausbau der Gasinfrastruktur in der jeweiligen Region. In den Masterplänen sind die aktuelle und zukünftige Nachfrage nach Gas, die Ressourcenbasis sowie alternative Optionen für die Gasversorgung und Maßnahmen zur Energieeinsparung berücksichtigt.

In den Aufsichtsratssitzungen wurden regelmäßig Informationen über die Konzern-Tätigkeit zur Entwicklung des Binnenmarktes für Erdgas als Kraftstoff sowie über die Bereitschaft der Gasbetankungsinfrastruktur für die Versorgung der FIFA Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland™ mit Verkehrsmitteln behandelt. Der Konzern baut neue Erdgastankstellen, Standorte für Gasbetankungsfahrzeuge und installiert Tanksäulen für die Betankung von Fahrzeugen mit komprimiertem Erdgas auf Tankstellen. Betriebene Objekte der Gaskraftstoffinfrastruktur werden modernisiert. Als weitere Maßnahme für die Versorgung von Städten, in denen die WM veranstaltet worden ist, wurde die Generalüberholung von 20 Gastankstellen vorgenommen. In den Jahren 2017–2018 stellte Gazprom für diese Zwecke 436,73 Millionen Rubel bereit.

Der Aufsichtsrat der PAO Gazprom prüfte mit gebührender Aufmerksamkeit Entwicklungsperspektiven der Schiefergas- und LNG-Branche in verschiedenen Regionen der Welt sowie Chancen und Risiken für den Konzern. Festgestellt wurde, dass fast das gesamte Fördervolumen von Schiefergas nach wie vor auf die USA entfällt. Zugleich zeichnen sich langfristige Prognosen für dessen Förderung im Inland weiterhin durch ein hohes Maß an Ungewissheit aus. In China ist eine positive Dynamik der Gasproduktion aus Schiefergestein zu beobachten, wobei die Wachstumsraten wesentlich geringer sind, als ursprünglich geplant war. In Europa ist aktuellen Schätzungen zufolge nicht einmal langfristig eine Entwicklung der gewerblichen Eigenförderung von Schiefergas abzusehen. Indessen ist für Gazprom die Gasförderung aus Schiefergestein aus mittel- und langfristiger Sicht wirtschaftlich nicht sinnvoll, wenn man die umfangreichen Erdgasvorräte in konventionellen Lagerstätten bedenkt. Langfristig wird die Geografie von Ländern, die LNG verbrauchen, durch neue Importeure in der asiatisch-pazifischen Region ausgeweitet. Darüber hinaus wird die Gruppe herkömmlicher Importeure (Japan, Taiwan (China), Republik Korea) ihre führende Stellung hinsichtlich der LNG-Importe an die Gruppe, der China sowie Länder Süd- und Südostasiens angehören, verlieren. Russland verfügt über ein solides Potenzial, um sich den weltweiten Spitzenreitern in der LNG-Branche anzuschließen. Gazprom arbeitet unter anderem weiterhin aktiv daran, die LNG-Produktion ergänzend zu Pipelinegaslieferungen an bestehende und zukunftsträchtige Absatzmärkte zu entwickeln.

Nachdem der Aufsichtsrat der PAO Gazprom Informationen über Perspektiven und getroffene Maßnahmen zur Entwicklung des Marktes für die LNG-Bunkerung von Schiffen geprüft hatte (Bau der Produktionsstätte für Herstellung, Speicherung und Verladung von verflüssigtem Erdgas in der Umgebung der Verdichterstation Portowaja, Aufarbeitung von Fragen zum Bau eines LNG-Werkes an der Schwarzmeerküste und im russischen Fernen Osten und Entscheidung zur Umsetzung des Pilotprojekts für ein LNG-Bunkerschiff), beauftragte er den Vorstand, die Arbeit an der Errichtung der Infrastruktur für die Herstellung und den Absatz von LNG als Bunkerkraftstoff fortzusetzen.

Finanz-, Wirtschafts- und Investitionstätigkeit, Abschlussprüfung

Der Aufsichtsrat der PAO Gazprom schenkte im Laufe des Jahres 2018 traditionell große Aufmerksamkeit der Kontrolle im Bereich der Finanz-, Wirtschafts- und Investitionstätigkeit der Gazprom-Gruppe. Dieser Ansatz ermöglicht es der Gazprom, auf ungünstige Veränderungen der Wirtschaftskonjunktur operativ zu reagieren, und sichert eine ausreichende Flexibilität bei der Umsetzung sämtlicher maßgeblicher Projekte. Ein erheblicher Wirtschaftseffekt wird bei der Planung und Tätigung zentralisierter Anschaffungen der Unternehmensgruppe erzielt. Der Aufsichtsrat prüft jedes Quartal Berichte über die Tätigkeit im Bereich von Anschaffungen. Dabei wurden keinerlei Mängel festgestellt. Gazprom zielt auf eine weitere Vervollkommnung von Ansätzen für die Kostenoptimierung ab, unter Berücksichtigung des Einsatzes von Best Practices in diesem Bereich. Der Vorstand der PAO Gazprom wurde aufgrund von Ergebnissen der Sitzungen damit beauftragt, die Implementierung von Maßnahmen zur Kostenoptimierung (Kostenreduzierung) der Unternehmensgruppe fortzusetzen.

Der Aufsichtsrat stimmte der von Gazprom geleisteten Arbeit mit Aktionären und Investoren zu. In der Sitzung wurde festgestellt, dass Gazprom regelmäßig eine direkte Kommunikation von Analysten und Investoren mit der Konzernführung in verschiedenen Formaten organisiert, um einen offenen und konstruktiven Dialog zu fördern. Dies wirkt sich auf die Einschätzung von Perspektiven für Investitionen in Wertpapiere der Gazprom positiv aus. An der Diversifizierung der Investorenbasis und der Finanzierungsquellen wird gearbeitet, unter anderem dank einer erweiterten Präsenz an Finanzmärkten der asiatisch-pazifischen Region. Aufgrund von Ergebnissen der Sitzung wurde der Vorstandsvorsitzende der PAO Gazprom damit beauftragt, Maßnahmen zur Vervollkommnung der Arbeit mit Investoren und Aktionären der Gazprom im Jahr 2018 weiterhin umzusetzen und dem Aufsichtsrat der PAO Gazprom im 2. Quartal 2019 einen Bericht zu deren Ergebnissen vorzulegen.