Bericht des Aufsichtsrates über die Entwicklung von vorrangigen Geschäftsfeldern der ОАО Gazprom

Die Tätigkeit des Aufsichtsrates der ОАО Gazprom zielte 2014 darauf ab, erforderliche Voraussetzungen zu schaffen, um die stabile Geschäftstätigkeit der ОАО Gazprom und deren Entwicklung als globales Energieunternehmen aufrechtzuerhalten, ihre Kapitalisierung zu erhöhen und Attraktivität für Investitionen zu steigern, eine wirksame Kontrolle über ihr Gesellschaftsvermögen, ihre Investitions-, Finanz- und Wirtschaftstätigkeit zu gewährleisten, die Wirtschaftsergebnisse und die Transparenz der internen Führungsmechanismen zu verbessern, das Kontrollsystem und die Rechenschaftspflicht von Verwaltungsorganen der ОАО Gazprom zu vervollkommnen sowie die Rechte von Aktionären zu wahren.

Der Aufsichtsrat hat seine Hauptaufgabe, die mit der Bestimmung von vorrangigen Geschäftsfeldern der ОАО Gazprom und deren Entwicklungsstrategie verbunden ist, kontinuierlich erfüllt.

Der Aufsichtsrat der ОАО Gazprom übte seine Tätigkeit aufgrund der genehmigten Halbjahrpläne. 2014 wurden insgesamt 63 Aufsichtsratssitzungen abgehalten, davon 11 in Form von Präsenzsitzungen und 52 in Form der Briefwahl. In diesen Aufsichtsratssitzungen wurden 174 Beschlüsse gefasst, unter anderem 46 Beschlüsse in Präsenzsitzungen und 128 durch Briefwahl.

Der Aufsichtsrat der ОАО Gazprom fasste maßgebliche Beschlüsse zu mehreren Hauptgeschäftsfeldern des Konzerns.

Strategische Entwicklung

Der Aufsichtsrat genehmigte 2014 das Langfristige Entwicklungsprogramm der ОАО Gazprom. Fragen zur Umsetzung und notwendigen Anpassung von zuvor beschlossenen Strategien und Programmen wurden erörtert.

Umsetzung des Programms zur innovativen Entwicklung der ОАО Gazprom bis 2020 im Jahr 2013 (Sitzung vom 11. Juli 2014, in Form einer Präsenzsitzung)

Der Aufsichtsrat erörterte und genehmigte den Bericht über die Umsetzung des Programms zur innovativen Entwicklung der ОАО Gazprom bis 2020 im Jahr 2013. Dem Aufsichtsrat wurden in der Sitzung Informationen über den Umfang von Finanzierungsgeldern, die von der Gazprom Gruppe für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten (FuE) bereitgestellt wurden, und über deren Verwendung vorgelegt. Es wurde festgestellt, dass Gazprom die Arbeit zur Erhöhung des Anteils von einheimischen High-Tech-Anlagen am Erwerb materiell-technischer Ressourcen sowie zur Substitution von ausländischen Produkten des Maschinenbaus durch solche aus russischer Produktion fortgesetzt hatte. Unter anderem wurde gemeinsam mit der Vereinigung der Hersteller von Gasverdichteranlagen das Projekt zur Entwicklung einer unifizierten Gasverdichteranlage (GVA) mit einer Leistung von 16 МW umgesetzt. Diese Lösung ermöglicht es, die Kosten und Umsetzungsfristen von Projekten zu reduzieren sowie eine effizientere Wartung und Instandsetzung der GVA vorzunehmen. Als Ersatz für westliche Produkte verwendet Gazprom erfolgreich russische korrosionsresistente Untertageausrüstung zur Eruptivförderung von Gas und Öl. Das Programm zur innovativen Entwicklung der ОАО Gazprom wird hochwirksam in die Tat umgesetzt. So konnten bei seiner Umsetzung 2013 der anteilige Verbrauch von Brennstoff- und Energieressourcen für den Eigenbedarf um 2,52 Prozent und die Treibhausgasemissionen um 4,25 Prozent im CO2-Äquivalent reduziert werden. Im Zuge des erweiterten Einsatzes von Erdgas als Kraftstoff (Sitzung vom 27. November 2014, in Form einer Präsenzsitzung) schenkte der Aufsichtsrat im Laufe des Jahres 2014 weiterhin besonderes Augenmerk einem strategischen Geschäftsfeld wie die Erweiterung des Einsatzes von Erdgas als Kraftstoff.

Laut Informationen, die der Vorstand der ОАО Gazprom vorgelegt hatte, verliefen diese Arbeiten in zwei maßgeblichen Richtungen:

  • Ausbau der Infrastruktur für Erdgasfahrzeuge (vor allem der Bau neuer Gastankstellen);
  • Beitrag zur Erhöhung der Anzahl von Erdgasfahrzeugen.

Um das Tankstellennetz auszubauen, wurden Projektierungs- und Entwicklungsarbeiten vorgenommen und Anlagen für den Bau von Tankstellen gekauft. Es wurde ein Zeitplan für die Rekonstruktion betriebener Gastankstellen bis 2020 erstellt, der zurzeit umgesetzt wird. An den Tankstellen der Gazprom Gruppe sowie an den Tankstellen anderer Unternehmen wurden CNG-Module installiert. Im Rahmen des mit der ОАО Russische Eisenbahnen unterzeichneten Memorandums wurden Prüffelder für die Umstellung von Lokomotiven auf Flüssiggas (LNG) sowie Baustellen für LNG-Produktionsanlagen und Tankstellen für Schienenfahrzeuge vereinbart.

Außerdem leistet Gazprom eine umfangreiche Arbeit, um die Anzahl von gasbetriebenen Fahrzeugen zu erhöhen. Unterzeichnet werden: Abkommen mit regionalen Regierungen der Russischen Föderation, in denen sich die regionalen Verwaltungen verpflichten, parallel zum Bau neuer Gastankstellen einen Gasfahrzeugpark anzulegen (zu erweitern); Absichtserklärungen mit Verkehrsunternehmen in Verwaltungskreisen, die für eine Erweiterung des Gastankstellennetzes aussichtsreich sind, was eine Auslastung neuer Tankstellen ermöglicht; Vereinbarungen über Zusammenarbeit mit russischen und ausländischen Herstellern und Lieferanten von gasbetriebenen Fahrzeugen, um die Produktlinie von Erdgasfahrzeugen zu erweitern. Gazprom stellt eigene Fahrzeuge aktiv auf Gas um und evaluiert weiterhin Entwicklungsmöglichkeiten für das Segment der Erdgasfahrzeuge im Ausland. Der Vorstand der ОАО Gazprom wurde damit beauftragt, den Einsatz von Gas als Kraftstoff in Russland und im Ausland weiterhin auszubauen.

Genehmigung der Richtlinie für betriebswirtschaftliche Kennzahlen der Gesellschaft (Sitzung vom 21. Oktober 2014, in Form einer Präsenzsitzung)

Der Aufsichtsrat hat die Richtlinie für betriebswirtschaftliche Kennzahlen der ОАО Gazprom genehmigt. In diesem Dokument wurden die vom Ministerium für Wirtschaftsentwicklung Russlands und von der Agentur für Vermögensverwaltung Rosimuschtschestwo herausgegebenen methodischen Anweisungen sowie die bei der ОАО Gazprom geltenden Leistungskennzahlen (KPI) berücksichtigt.

In der Richtlinie sind die Begriffe und das KPI-System, dessen Hauptgruppen, Ziele, Aufgaben und die einschlägigen Anforderungen definiert. Sie bestimmt die KPIs für die Bewertung des Unternehmensmanagements der ОАО Gazprom und deren Tochtergesellschaften, der Motivation von Aufsichtsratsmitgliedern des Unternehmens und der HR-Entscheidungen. Zu dieser KPI-Gruppe gehören Kennzahlen wie die Aktienrendite (TSR, Total Shareholder Return) und die Eigenkapitalrenditen (ROE, Return on Equity) mit einem Gesamtanteil von 30 Prozent aller KPIs dieser Gruppe.

Marketingpolitik des Unternehmens auf ausländischen Märkten für klein- und großtonnagige LNG-Lieferungen (Sitzung vom 26. März 2014, in Form einer Präsenzsitzung)

Der Aufsichtsrat hat 2014 die Marketingpolitik des Unternehmens auf ausländischen Märkten für klein- und großtonnagige LNG-Lieferungen erörtert.

Die gegenwärtige Situation auf dem Weltmarkt für Flüssiggas zeichnet sich durch eine stetig steigende Nachfrage aus - im Schnitt um drei Prozent jährlich. Eine positive Dynamik ist vor allem auf Wachstumsmärkten der asiatisch-pazifischen Region zu beobachten. Darüber hinaus sind für das Unternehmen neue Märkte in Südostasien, Südamerika und Nahost sowie europäische Märkte, die nicht von russischen Erdgaspipeline-Lieferungen erfasst sind, von Interesse.

Unter diesen Verhältnissen ist das Marketing von Produkten, die im Rahmen der Umsetzung neuer Projekte geliefert werden, für eine weitere Stärkung der Stellung von Gazprom im Bereich großtonnagiger LNG-Lieferungen maßgeblich. Unter anderem evaluiert die Unternehmensgruppe Möglichkeiten für eine Steigerung der Liefermengen im Rahmen des Projekts Sachalin II durch den Bau der 3. Produktionslinie. Es wurde mit dem Marketing für Produkte des Betriebs zur LNG-Herstellung in Wladiwostok begonnen, Arbeiten zum Baltic LNG-Projekt sind im Gange. Eine kontinuierliche Steigerung von produzierten LNG-Mengen wird es der Gazprom ermöglichen, bis 2030 einen Weltmarktanteil von 15 Prozent zu erreichen.

Die Marketingpolitik der Unternehmensgruppe im Bereich kleintonnagiger LNG-Lieferungen setzt eine maximal volle Erfassung sämtlicher Verbrauchergruppen und die Aufstellung eines Portfolios von Stammkunden für die Gewährleistung eines garantierten Absatzes voraus. Um den Einsatz von LNG als Kraftstoff zu erweitern, baut Gazprom unter anderem ihre Zusammenarbeit mit großen europäischen Transport- und Personenverkehrsunternehmen sowie mit großen Einzelhandelsketten aus, die über einen großen Fahrzeugpark verfügen. Außerdem zielt die Unternehmensgruppe darauf ab, die Hafeninfrastruktur in Regionen mit Verbrauchern von Flüssiggas als Kraftstoff für Wasserfahrzeuge sowie die Zusammenarbeit mit kommunalen Dienstleistern, kleinen und mittelständischen industriellen Verbrauchern auszubauen.

Entwicklung der Ressourcenbasis für die Gasifizierung von Regionen der Russischen Föderation (Sitzung vom 27. November 2014, in Form einer Präsenzsitzung)

Der Aufsichtsrat nahm Informationen über die Entwicklung der Ressourcenbasis für die Gasifizierung von Regionen der Russischen Föderation zur Kenntnis. Die Gazprom Gruppe leistet eine planmäßige umfangreiche Arbeit zum Ausbau der Mineral- und Rohstoffbasis. Besonderes Augenmerk gilt der beschleunigten Vorbereitung auf die industrielle Erschließung von Kohlenwasserstoffvorräten in Ostsibirien und im Fernen Osten, wo im nächsten Jahrzehnt der Gasverbrauch schneller zunehmen wird, als im Durchschnitt in Russland. Dieses Wachstum wird durch die Errichtung von Gaschemie- und Gasverarbeitungskomplexen sowie durch die Gasifizierung vor allem entlang der Pipeline Power of Siberia sichergestellt. In der Sitzung wurde hervorgehoben, dass die Gasversorgung russischer Verbraucher aufgrund der intensiven Gasifizierung sowie die Erfüllung von Exportverbindlichkeiten des Konzerns durch die Mineral- und Rohstoffbasis der Gazprom langfristig komplett abgesichert ist. Die einzelnen Fachbereiche wurden damit beauftragt, die Arbeit am Ausbau der Ressourcenbasis fortzusetzen.

Monitoring-Ergebnisse zur Entwicklung der Schiefergasbranche in verschiedenen Regionen der Welt (Sitzung vom 27. November 2014, in Form einer Präsenzsitzung)

Der Aufsichtsrat der ОАО Gazprom schenkte gebührende Aufmerksamkeit der Entwicklung der Schiefergasbranche in verschiedenen Regionen der Welt. In den Jahren 2013–2014 nahm das Tempo des Abbaus von Schiefergas in den USA ab, in allen Ländern außerhalb Nordamerikas zeichnen sich keinerlei Fortschritte in der Erschließung der Schiefergasvorkommen ab. Dabei erscheint die Schiefergasförderung in Russland nach wie vor als nicht sinnvoll. Das ist damit verbunden, dass beträchtliche Mengen von konventionellem Erdgas vorhanden sind, dessen Selbstkosten wesentlich geringer sind, als die geschätzten Selbstkosten von Schiefergas, sowie damit, dass Schiefergas negative Auswirkungen auf die Umwelt hat.

Zukünftige Veränderungen der weltweiten Konstellationen auf dem Gasmarkt (Sitzung vom 22. April 2014, in Form einer Präsenzsitzung)

Der Aufsichtsrat der ОАО Gazprom nahm Informationen über mutmaßliche Veränderungen der weltweiten Konstellationen auf dem Gasmarkt zur Kenntnis.

In der Sitzung wurde festgestellt, dass die Entwicklung der Gasbranche immer mehr von der zunehmenden Energiesicherheit vor dem Hintergrund wachsender Investitionen, die für den Ausbau der Gasinfrastruktur erforderlich sind, sowie von der Geopolitik beeinflusst wird.

Laut den meisten erörterten Szenarios wird die Nachfrage nach Gas auf dem für die ОАО Gazprom wichtigsten europäischen Markt langfristig wachsen vor dem Hintergrund der rückläufigen Erdgasförderung. Der zunehmende Verbrauch ist dadurch bedingt, dass das Gas in der Elektroenergie seine Stellungen zurückgewinnt und Gaskraftstoff für Kraftfahrzeuge und Überseeschiffe immer mehr zum Einsatz kommt. Die steigende Nachfrage wird wachsende Importe sowohl von Pipeline-, als auch von Flüssiggas nach sich ziehen.

Ein weiterer Trend, auf dem mehrere Szenarios beruhen, ist die Erhöhung von Kapital- und Geschäftskosten neuer ausländischer LNG-Projekte. Die Situation wird in einigen Ländern durch Initiativen in Bezug auf die Einschränkung von LNG-Exporten erschwert, was in Zukunft Gas- und LNG-Engpässe auf dem Weltmarkt zur Folge haben kann.

Angesichts dieser Situation werden es zunehmende Exportlieferungen der Gazprom nach Europa sowie die Umsetzung von LNG-Projekten im Baltikum und Fernen Osten dem Konzern ermöglichen, nicht nur die wachsende Nachfrage europäischer Verbraucher zu befriedigen, sondern auch zusätzliche Gasmengen aus Russland an den Premium-Markt der asiatisch-pazifischen Region zu liefern.

Arbeit der Gesellschaft, die auf den Patenterwerb und weiteren Schutz von Ergebnissen der FuE-Arbeiten abzielt (Sitzung vom 25. Februar 2014, in Form einer Präsenzsitzung)

Der Aufsichtsrat billigte die Arbeit, die bei der ОАО Gazprom geleistet wird und auf den Patenterwerb und weiteren Schutz von Ergebnissen der FuE-Arbeiten abzielt. Dem Aufsichtsrat lagen Informationen vor über die bei der ОАО Gazprom vorgenommenen Entwicklung der Patentstrategie, auf deren Grundlage vorrangige Geschäftsfelder und eine Optimierung der Patenverfahren bestimmt werden sollen, sowie über die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften des Konzerns im Bereich geistigen Eigentums.

Wettbewerb auf dem Binnenmarkt (Sitzung vom 26. März 2014, in Form einer Präsenzsitzung)

In der Sitzung wurde festgestellt, dass die Entwicklung eines vollwertigen wettbewerbsfähigen Gasmarktes in Russland den Interessen der russischen Verbraucher und dem Geist der staatlichen Energiepolitik entspricht. Ein gesunder Wettbewerb zwischen Herstellern ist ein wichtiger Baustein vor allem für die Herausbildung von wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine zuverlässige Gasversorgung der Verbraucher. Die ОАО Gazprom setzt sich kontinuierlich dafür ein, dass ausnahmslos für alle Teilnehmer des russischen Gasmarktes gleiche Bedingungen geschaffen werden.

Das bestehende Modell des Gasmarktes weist mehrere grundsätzliche Probleme auf, die eine weitere Wettbewerbsentwicklung hemmen: ein hoher Anteil des regulierten Gasmarktsektors, wirtschaftlich unbegründete Großhandelspreise und Quersubventionierung von Gaspreisen für die Regionen. Indessen kann ein echter Konkurrenzkampf um den Verbraucher und im Interesse des Verbrauchers nur dann geführt werden, wenn für alle Marktteilnehmer gleiche Voraussetzungen geschaffen sind, wobei in Russland gleichzeitig ein organisierter Gashandel gestartet und ein System der kommerziellen Gasbilanz eingeführt werden müssen.

Die ОАО Gazprom arbeitet ständig mit föderalen Staatsorganen an der Vervollkommnung bestehender Ansätze für die staatliche Regulierung des Gasmarktes zusammen. Der Konzern ist der Auffassung, dass Gaslieferungen in verschiedenen Regionen ein gleiches Rentabilitätsniveau gewährleisten müssen. Außerdem unterbreitete er Vorschläge zum Übergang zu einer Preis- und Tarifregulierung in der Gasbranche aufgrund von nachgewiesenen Aufwendungen und einer wirtschaftlich begründeten Gewinnplanung.

Der Vorstand der ОАО Gazprom wurde aufgrund von Ergebnissen dieser Sitzung damit beauftragt, die Arbeit an der Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns fortzusetzen.

Finanz-, Wirtschafts- und Investitionstätigkeit, Wirtschaftsprüfung

Der Aufsichtsrat der ОАО Gazprom hat im Laufe des Berichtsjahres der Kontrolle in den Bereichen Finanzwirtschaft und Investitionen Augenmerk geschenkt.

Maßgebliche betriebswirtschaftliche Kennzahlen der ОАО Gazprom für das Jahr 2014 wurden in dem vom Aufsichtsrat Ende 2013 genehmigten Investitionsprogramm, Haushaltsplan (Finanzplan) und Programm zur Kostenoptimierung (Kostenreduzierung) der ОАО Gazprom bestimmt.

Abänderungen am Investitionsprogramm, Haushaltsplan (Finanzplan) und Programm zur Kostenoptimierung (Kostenreduzierung) der ОАО Gazprom für das Jahr 2014 (Sitzung vom 21. Oktober 2014, in Form einer Präsenzsitzung)

Laut Wirtschaftsergebnissen des Unternehmens in 9 Monaten 2014 billigte der Aufsichtsrat der ОАО Gazprom das Investitionsprogramm, den Haushaltsplan (Finanzplan) und das Programm zur Kostenoptimierung (Kostenreduzierung) der ОАО Gazprom für das Jahr 2014 in der neuen Fassung. Die Anpassung von Kennzahlen des Investitionsprogramms für 2014 ist hauptsächlich mit zunehmenden langfristigen Finanzanlagen und Investitionen in vorrangige strategische Gastransport- und Förderungsprojekte der ОАО Gazprom verbunden.

Vorläufige Wirtschaftsergebnisse der ОАО Gazprom im Jahr 2014, Entwürfe zum Investitionsprogramm, Haushaltsplan (Finanzplan) und Programm zur Kostenoptimierung (Kostenreduzierung) der Gesellschaft im Jahr 2015 und Prognose für 2017 (Sitzung vom 23. Dezember 2014, in Form einer Präsenzsitzung)

In der Sitzung im Dezember 2014 nahm der Aufsichtsrat Informationen über bisherige Wirtschaftsergebnisse des Unternehmens im Jahr 2014 zur Kenntnis und billigte das Investitionsprogramm, den Haushaltsplan (Finanzplan) und das Programm zur Kostenoptimierung (Kostenreduzierung) der ОАО Gazprom für das Jahr 2015.

Das Investitionsprogramm für 2015 wurde aufgesetzt, ausgehend von der Notwendigkeit, die wichtigsten Investitionsprojekte der OАО Gazprom zu den vorgegebenen Terminen umzusetzen. Kapitalanlagen für Bauobjekte im Bereich Gasförderung und -transport werden in folgenden maßgeblichen Geschäftsfeldern geleistet:

  • Umsetzung des Programms zur umfassenden Erschließung der Vorkommen auf der Halbinsel Jamal;
  • Errichtung von Produktionsstätten für Gasförderung, Gastransport und Gasaufbereitung, die Erdgas aus dem Gasförderungszentrum Jakutien verwenden, unter anderem für das Projekt Power of Siberia;
  • Bau des Gaspipeline-Systems Südkorridor;
  • Ausbau des Systems für die unterirdische Gasspeicherung.

Angesichts des unterzeichneten Abkommens über Gaslieferungen nach China über die „Westroute“ sind im Haushaltsplan entsprechende Aufwendungen für die Due Diligence vorgesehen.

Finanzstrategie der ОАО Gazprom unter den Bedingungen negativer Erscheinungen auf internationalen Finanzmärkten für Wirtschaftssubjekte der Russischen Föderation (Sitzung vom 21. Oktober 2014, in Form einer Präsenzsitzung)

Der Aufsichtsrat erörterte Informationen über die Finanzstrategie des Konzerns unter den Bedingungen negativer Erscheinungen auf internationalen Finanzmärkten. Die meisten russischen Unternehmen sind von der geopolitischen Situation um die Ukraine und den Wirtschaftssanktionen, die die USA und EU gegen Russland verhängt haben, betroffen.

Unter den gegebenen Umständen erachtet es die ОАО Gazprom als notwendig, sich an den Kurs zu halten, der von der gegenwärtigen Finanzstrategie bestimmt ist, welche die finanzielle Stabilität des Unternehmens sicherstellt und es ermöglicht, auf eine eventuelle Verschlechterung der Situation beizeiten zu reagieren.

Die Finanzstrategie der ОАО Gazprom sieht mehrere Kernbereiche in der Geschäftstätigkeit vor. Einer davon ist die Erstellung eines konservativen Haushaltsplans der ОАО Gazprom, in dem Risiken der rückläufigen Gasentnahme durch Vertragspartner und Zahlungsausfälle für bereits erfolgte Lieferungen zu berücksichtigen sind. Bei der Aufsetzung des Investitionsprogramms bestimmt die ОАО Gazprom vorrangige Investitionsprojekte und rangiert sie je nach Bedeutung und wirtschaftlicher Effizienz. Dabei hält sich das Unternehmen hauptsächlich an den Grundsatz, Kapitalanlagen aus Eigenmitteln vorzunehmen.

Die ОАО Gazprom vervollkommnet weiterhin das System des zentralisierten Liquiditätsmanagements der Unternehmensgruppe und leistet eine umfangreiche Arbeit im Bereich Finanzrisikomanagement. Der Konzern hält sich auch an eine konservative Politik in Bezug auf das Schuldenmanagement: Die Laufzeiten zur Schuldentilgung sind erheblich verlängert worden, der Anteil der Festzinsanleihen liegt bei mehr als 95 Prozent vom Schuldenportfolio der Gazprom Gruppe. Darüber hinaus evaluiert der Konzern Möglichkeiten für die Diversifizierung der Finanzierungsquellen mithilfe von asiatischen Kapitalmärkten. Arbeiten werden fortgesetzt, um die Kapitalisierung aufrecht zu erhalten und die Liquidität der Aktien der ОАО Gazprom zu steigern. Im Juni 2014 erfolgten Börsennotierungen von Hinterlegungsscheinen der ОАО Gazprom, die auf die Liste von gehandelten Wertpapieren der Singapore Exchange gesetzt wurden. Die Börsennotierung in Asien gewährleistet den Zugang zu neuen Investorengruppen, zu denen Rentenfonds, Versicherungsgesellschaften, Körperschaften, Familienfonds und Verwaltungsgesellschaften von Banken gehören.

Perspektiven der Preisbildung auf dem Binnenmarkt, unter anderem Quersubventionierung zwischen verschiedenen Regionen und Verbrauchergruppen (Sitzung vom 22. April 2014, in Form einer Präsenzsitzung)

In der Sitzung wurde festgestellt, dass Gazprom als größter Gaslieferant auf dem russischen Markt das Gas größtenteils zu regulierten Preisen, die unter dem wirtschaftlich begründeten Preis festgelegt werden, verkauft und somit die Entwicklung der einheimischen Wirtschaft unterstützt. Dabei hindern die unterbewerteten regulierten Preise Gazprom daran, Gewinne einzufahren, die benötigt werden, um eigene Finanzierungsquellen zu bilden für Investitionen in die Errichtung neuer und Erhaltung betriebener Objekte für Förderung, Transport und Speicherung von Gas im Interesse der russischen Verbraucher.

In den letzten Jahren wurden die regulierten Großhandelspreise für industrielle Verbraucher schrittweise auf ein Niveau angehoben, das eine vergleichbare Rentabilität mit Exportlieferungen sicherstellt. Dabei wird das Ziel, einen gerechten Gaspreis und eine vergleichbare Rentabilität auf dem Außen- und Binnenmarkt zu erreichen, durch Entscheidungen der Exekutive hinausgeschoben.

Die Effizienz von Gaslieferungen an den russischen Markt ist derzeit außerdem von einer unterschiedlichen Rentabilität von Lieferungen in die jeweiligen Regionen der Russischen Föderation beeinflusst. So muss Gazprom nach Maßgabe der bestehenden Tarifpolitik Verluste aus Gaslieferungen in die von den größten Gasvorkommen entlegenen russischen Regionen durch höhere Erlöse aus dem Gasverkauf an Verbraucher, die sich in der Nähe von Vorkommen befinden, ausgleichen. Die Kernstellungen in diesen hochprofitablen Regionen halten jedoch unabhängige Gasproduzenten. Da sie einige Vorteile gegenüber Gazprom haben, unter anderem durch die Möglichkeit, bei einer geringeren Steuerlast und fehlenden Unterhaltskosten für Infrastrukturobjekte das Gas zu freien Preisen zu verkaufen, können sie stabilen Großabnehmern flexiblere Kaufbedingungen bieten.

Um die Quersubventionierung abzuschaffen, müssen Möglichkeiten dafür geboten werden, von dem durchschnittlichen Wachstumstempo der Gaspreise in den einzelnen Regionen der Russischen Föderation abzuweichen. Dabei müssen die Gastransporttarife bei Lieferungen auf Kurzstrecken schneller steigen. Dies wird es ermöglichen, die Quersubventionierung allmählich abzubauen und vergleichbare Erträge aus dem Absatz in den Regionen zu erzielen.

Im Allgemeinen bedarf die Entwicklung einer gerechten Konkurrenz auf dem Binnenmarkt einschneidender Wandlungen: Benötigt wird ein Übergang von der bestehenden Preisregulierung, die für die Industrie aufgrund von Richtlinien zum Preisniveau in jeder Region erfolgt, zur Vereinbarung von Vertragspreisen in einer regulierten Bandbreite.

Der Vorstand der ОАО Gazprom wurde ausgehend von den Ergebnissen dieser Sitzung damit beauftragt, die Arbeit zur Vervollkommnung der Preisbildung auf dem Binnenmarkt, unter anderem hinsichtlich Abschaffung der Quersubventionierung zwischen verschiedenen Regionen der Russischen Föderation fortzusetzen.

Maßnahmen zur Optimierung der Arbeit mit Investoren und Aktionären (Sitzung vom 26. März 2014, in Form einer Präsenzsitzung)

Während der Sitzung zu dieser Frage wurde festgestellt, dass die ОАО Gazprom fruchtbare gegenseitige Beziehungen mit Vertretern der Investitionsgemeinschaft kontinuierlich aufbaut. Der Konzern bemüht sich, für Investoren und Aktionäre verständlicher zu werden, seine Geschäftstätigkeit maximal transparent zu gestalten sowie Rechte und Interessen der Inhaber von Wertpapieren zu wahren.

Großes Augenmerk der ОАО Gazprom gilt der Akquise von neuen Investoren. Die Moskauer Börse hat die Aktien der ОАО Gazprom von der Liste nicht börsennotierter Wertpapiere in die Liste börsennotierter Wertpapiere А2 übernommen, was zu einem wichtigen Ereignis für den russischen Effektenmarkt wurde und es einer wesentlich größeren Zahl russischer Investoren, unter anderem Verwaltungsgesellschaften für Rentenrückstellungen und Versicherungsreserven ermöglichte, Geschäfte mit Wertpapieren des Konzerns abzuschließen.

Die Möglichkeiten für Transfers mit Wertpapieren der ОАО Gazprom werden erweitert. Im Februar 2014 wurde an der Moskauer Börse der Handel mit amerikanischen Hinterlegungsscheinen (ADR) für Aktien der ОАО Gazprom aufgenommen, was professionellen Teilnehmern des russischen Wertpapiermarktes einen Zugang zu ADR-Transfers im Rahmen von Rückkaufvereinbarungen (REPO) an der Börse sicherstellte.

Die ОАО Gazprom wird den Mechanismus für das Zusammenwirken mit Investoren und Aktionären weiterhin aktiv entwickeln. Das Unternehmen beabsichtigt kürzere Veröffentlichungszeiten für die Finanzberichterstattung und einen größeren Umfang von offenzulegenden zusätzlichen Informationen, unter anderem in Bezug auf Investitionsprojekte im Sinne der Best Practices im Bereich des Unternehmensmanagements. Der Konzern wird auch weiterhin an der Arbeit zur Vervollkommnung der Gesetzgebung in der Russischen Föderation teilnehmen, die auf eine Verbesserung des Investitionsklimas und auf die Wahrung der Rechte von Aktionären und ADR-Inhabern ausgerichtet ist.

Besteuerung der Gasbranche (Sitzung vom 11. Juli 2014, in Form einer Präsenzsitzung)

In den letzten Jahren zeichnet sich deren zunehmende erhebliche Steuerbelastung ab. Dabei wachsen die regulierten Preise auf dem für Gazprom vorrangigen Binnenmarkt langsamer, als die Steuerlasten.

In der Sitzung wurde festgestellt, dass Gazprom die vom Staat gestellte Aufgabe, die Energiesicherheit in Russland zu gewährleisten, zuverlässig erfüllt. Die Unternehmensgruppe leistet jährlich beträchtliche Investitionen in die Entwicklung bestehender und die Erschließung neuer Vorkommen und erweitert kontinuierlich das Einheitliche Gasversorgungssystem. Zu den Hauptfaktoren, die für eine stabile Entwicklung der Gasbranche in Russland benötigt werden, gehört ein stabiles Steuersystem. Davon hängt vielfach die Voraussagbarkeit von Investitionen in großangelegte kapitalaufwendige Gasprojekte ab. Deshalb wirkt das Unternehmen mit föderalen und regionalen Behörden in Fragen der staatlichen Förderung der Gasindustrie mit.

Umsetzung von dringenden Maßnahmen zur Stärkung der Zahlungsdisziplin im Bereich Erdgaslieferungen (Sitzung vom 23. Dezember 2014, in Form einer Präsenzsitzung)

Der Aufsichtsrat der ОАО Gazprom nahm Informationen über die Umsetzung dringender Maßnahmen zur Stärkung der Zahlungsdisziplin im Bereich Erdgaslieferungen auf dem Binnenmarkt zur Kenntnis.

Es wurde festgestellt, dass Gazprom ihren Verbindlichkeiten gegenüber russischen Verbrauchern vollumfänglich nachkommt - deren zuverlässige Gasversorgung gewährleistet und die Gasifizierung der Regionen jährlich ausbaut. Zugleich bleibt eine unbefriedigende Zahlungsdisziplin russischer Gasverbraucher nach wie vor aktuell.

Zunehmende Zahlungsausfälle wurden zu einer Hauptursache dafür, dass die ОАО Gazprom das Finanzierungsvolumen für das Programm der Gasifizierung der Regionen Russlands 2015 reduzieren musste. Zu den Hauptschuldnern gehören weiterhin Wärmeversorgungsunternehmen und die Bevölkerung. Unternehmen aus der Gazprom Gruppe leisten eine Arbeit, die auf eine Verbesserung der Zahlungsdisziplin von Verbrauchern, unter anderem auf einen Ausschluss vorsätzlicher Insolvenzen von Wärmeversorgungsunternehmen abzielt. Sie klagen vor Gerichten wegen widerrechtlicher Handlungen von Geschäftsführern in der Wärmeenergiebranche.

Die Aufsichtsratsmitglieder wurden darüber informiert, dass in mehreren Regionen des Landes umfangreiche Maßnahmen getroffen werden, um unter Einsatz von Rechtsordnungskräften Bürger abzuschalten, die sich an die Gasversorgungsleitungen eigenmächtig angeschlossen haben.

Eine aktive Tätigkeit wird ausgeübt, die mit der Vorbereitung von Vorschlägen zur Aktualisierung der geltenden Gesetze hinsichtlich Verrechnungen für Gas verbunden ist. Der Aufsichtsrat beauftragte den Vorstand damit, die Arbeiten fortzuführen, die auf die Stärkung der Zahlungsdisziplin, die Begleichung von Verbraucherschulden für geliefertes Gas sowie auf das Mitwirken mit Staatsorganen für eine Vervollkommnung der russischen Gesetzgebung in diesem Bereich abzielen.

2014 wurden ferner mehrere Fragen zur Effizienzsteigerung von Wirtschaftsprüfungen erörtert, die Geschäftsordnung des Ausschusses des Aufsichtsrates der ОАО Gazprom für Wirtschaftsprüfungen wurde in der neuen Fassung genehmigt.

Um das bestehende Verfahren bei Anschaffungen zu vervollkommnen, hat der Aufsichtsrat notwendige Abänderungen an der Richtlinie für die Beschaffung von Waren, Arbeiten und Dienstleistungen der Gazprom Gruppe beschlossen.

Steigerung der Effizienz des Unternehmensmanagements und Personalpolitik

Der Aufsichtsrat schenkte im Laufe des Jahres 2014 besonders Augenmerk Fragen, die auf eine Steigerung der Effizienz des Unternehmensmanagements und die Umsetzung der Personalpolitik abzielten.

Die Aufsichtsratsmitglieder fassten mehrere Beschlüsse, die mit der Zustimmung für Geschäfte sowie mit der Verwaltung des Vermögens und anderer Aktiva der Gazprom Gruppe (77 Beschlüsse) und mit der Vorbereitung der Jahreshauptversammlung der ОАО Gazprom verbunden waren.

Ergebnisse der Prüfung von Praktiken des Unternehmensmanagements in den vom Konzern beherrschten Unternehmen wurden erörtert, für Letztere wurden Maßnahmen zur Vervollkommnung des Unternehmensmanagements geplant.

Es wurden Beschlüsse gefasst zu organisatorischen Fragen der Arbeit des Aufsichtsrates, über die Bestellung und Amtsniederlegung von Vorstandsmitgliedern und über die Teilnahme von Vorstandsmitgliedern in Verwaltungsorganen anderer Unternehmen.

Maßnahmen unternehmensinterner Korruptionsprävention (Sitzung vom 16. September 2014, in Form einer Präsenzsitzung)

Der Aufsichtsrat der ОАО Gazprom erörterte in einer Sondersitzung Informationen über Maßnahmen unternehmensinterner Korruptionsprävention.

In der Sitzung wurde festgestellt, dass der Konzern sich in diesem Bereich streng an die Vorschriften des geltenden russischen Rechts und unternehmensinterner Dokumente hält. Bei der ОАО Gazprom wurde eine normgebende, organisationstechnische Informationsgrundlage geschaffen und vervollkommnet, die für die Korruptionsprävention benötigt wird. Es werden Arbeiten geleistet, um unter bestehenden und potentiellen Vertragspartnern verbundene juristische und natürliche Personen von Mitarbeitern des Konzerns, dessen Tochtergesellschaften und beherrschten Unternehmen festzustellen, um Interessenkonflikte zu verhindern und zu beheben. Bei der ОАО Gazprom wurde eine Hotline eingerichtet, um Informationen über Betrugs- und Korruptionsfälle, Interessenkonflikte, Diebstähle, widerrechtliche Nutzung von Vermögen und Aktiva sowie über Verstöße bei der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen zu sammeln.