Ausbau der Erdgasinfrastruktur

Kooperation mit Regionen

Der Ausbau der Erdgasinfrastruktur in russischen Regionen gehört zu den umfangreichsten und sozial relevantesten Geschäftsfeldern der Gazprom auf dem Binnenmarkt. Diese Tätigkeit trägt zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung in russischen Regionen und zur Steigerung der Lebensqualität der Bevölkerung bei.

Im Jahr 2019 setzte Gazprom gemeinsam mit staatlichen Behörden in 66 Regionen der Russischen Föderation Programme zum Ausbau der Gasinfrastruktur um.

Dabei finanziert der Konzern den Bau von Gaspipelines zwischen Ortschaften, das heißt er sorgt dafür, dass Gas in Ortschaften zugeleitet wird, während die regionalen Behörden für die Verlegung von Straßennetzen und die Vorbereitung von Verbrauchern auf die Gasabnahme zuständig sind.

Investitionen

Investitionen der Gazprom in den Aufbau der Gasversorgungsnetze in russischen Regionen beliefen sich in den Jahren 2005–2019 insgesamt auf 395,62 Milliarden Rubel.

Gazprom-Finanzierung von Programmen zum Ausbau der Gasversorgungsinfrastruktur, Milliarden Rubel

Gazprom-Finanzierung von Programmen zum Ausbau der Gasversorgungsinfrastruktur, Milliarden Rubel

Zwischen 2005 und 2019 wurden über zweitausend Gaspipelines mit einer Gesamtlänge von mehr als 34.000 Kilometern gebaut. Dadurch erreichte die Erdgasversorgung in Russland zum 1. Januar 2020 einen Stand von 70,1 Prozent (73 Prozent in Städten und 61,8 Prozent in ländlichen Gegenden).

Stand der Erdgasversorgung in Russland (laut Jahresergebnissen), Prozent

Stand der Erdgasversorgung in Russland (laut Jahresergebnissen), Prozent

Im Jahr 2019 hat die Gazprom, ebenso wie in den Jahren zuvor, ihre Verpflichtungen vollumfänglich erfüllt: In der Russischen Föderation wurden 124 Gaspipelines mit einer Länge von 1.880 Kilometern gebaut.

Ausbau der Erdgasinfrastruktur im Osten Russlands

Zu den Prioritäten des staatlichen Östlichen Gasprogramms, dessen Umsetzung die Gazprom koordiniert, gehört die Gasversorgung von Verbrauchern in Ostsibirien und im Fernen Osten Russlands.

Der Konzern leistet umfangreiche Arbeit zur Entwicklung bestehender sowie zur Errichtung neuer Gasförderungszentren und Gastransportkapazitäten. Diese strategischen Projekte dienen als Grundlage für die Implementierung von Projekten zum Ausbau der Erdgasinfrastruktur in fernöstlichen Regionen.

Der Gazprom-Tätigkeit ist es zu verdanken, dass große Energieobjekte in mehreren Großstädten, unter anderem auf der Halbinsel Kamtschatka, auf der Insel Sachalin und in der Verwaltungsregion Primorje bereits auf Gas umgestellt worden sind. In den Verwaltungsregionen Kamtschatka, Primorje und Chabarowsk sowie in den Verwaltungsgebieten Sachalin und Amur entstehen Gaspipelines zwischen Ortschaften und Gasverteilerstationen. Gas wird mittelfristig in südliche Verwaltungsbezirke von Jakutien und zentrale Verwaltungsbezirke der Insel Sachalin fließen.

Netzferne Gasversorgung

Das Konzept der Gazprom-Beteiligung am Ausbau der Erdgasinfrastruktur in russischen Regionen beruht auf einem differenzierten Ansatz bei der Gasversorgung, unter Berücksichtigung der Erdgasvorräte in Regionen und der Entwicklung bestehender Lagerstätten sowie der Möglichkeit, alternative Energieträger zu nutzen: verflüssigtes und komprimiertes Erdgas (LNG und CNG) sowie verflüssigtes Kohlenwasserstoffgas (LPG).

Dabei gilt besonderes Augenmerk der Gasversorgung kleiner Ortschaften weit abseits von Ferngasleitungen, was für ländliche Gegenden besonders wichtig ist.

Im Jahr 2014 setzte Gazprom das erste Projekt zur netzfernen Gasversorgung um: Ein LNG-Industriekomplex wurde in der Verwaltungsregion Perm gebaut. Zum Industriekomplex gehören ein Mini-Betrieb für die Herstellung von LNG im Dorf Kanjusjata (Kreis Karagay) sowie drei Stationen für Abnahme, Speicherung und Regasifizierung von Erdgas. Dieser Industriekomplex weist eine Kapazität von 19 Millionen Kubikmetern Gas jährlich auf.

LNG-Industriekomplex in der Verwaltungsregion Perm
LNG-Industriekomplex in der Verwaltungsregion Perm

LNG-Industriekomplex in der Verwaltungsregion Perm

Im Verwaltungsgebiet Tomsk ist der Bau von fünf Objekten geplant: ein kleintonnagiger Industriekomplex für Erdgasverflüssigung mit einer Leistung von sieben Tonnen pro Stunde und vier Stationen für Abnahme, Speicherung und Regasifizierung.

Ausbau der Erdgasinfrastruktur im Ausland

Die Gazprom beteiligt sich über ihre Tochtergesellschaften Gazprom Armenia und Gazprom Kyrgyzstan unmittelbar an der Entwicklung von Gasverteilersystemen in Armenien und Kirgisistan.

Gazprom Armenia gehört zu den Spitzenreitern in der armenischen Energiebranche. In Armenien nutzen 636 Ortschaften Erdgas, die Durchdringung von Erdgas erreicht in der Republik 96 Prozent.

Gasverteilerstation Bentonit in Armenien
Gasverteilerstation Bentonit in Armenien

Gasverteilerstation Bentonit in Armenien

Bei Umsetzung des Programms zur Entwicklung der Gasversorgung und zum Ausbau der Erdgasinfrastruktur in Kirgisistan sollen bis 2030 über 400 Ortschaften und 845.000 Wohnungen Gasanschlüsse erhalten. Die Durchdringungsrate von Erdgas wird in der Republik von 22 auf 60 Prozent steigen.