Erdgas- und Erdölvorräte

Gazprom verfügt über die umfangreichsten Erdgasvorräte in der Welt. Ihr Anteil beläuft sich auf 16 Prozent an den weltweiten und auf 71 Prozent an den russischen Vorräten. Zum 31. Dezember 2019 betrugen die Kohlenwasserstoffvorräte der Gazprom-Gruppe in Russland in den Kategorien А+В1+С1 (nach russischer Klassifikation) 34.899,0 Milliarden Kubikmeter Erdgas, 1.569,7 Millionen Tonnen Gaskondensat und 2.005,7 Millionen Tonnen Erdöl.

Für die Reproduktion der Rohstoffbasis nimmt die Gazprom-Gruppe Prospektionsarbeiten im In- und Ausland sowie ein ständiges Monitoring neuer Projekte und Aktiva zwecks Erwerb vor.

Vorräte verbundener Unternehmen und Joint Ventures

Laut Jahresergebnissen 2019 betrug der Anteil der Gazprom-Gruppe an Kohlenwasserstoffen der Kategorien А+B1+C1 verbundener Unternehmen und Joint Ventures 1.064,0 Milliarden Kubikmeter Erd- und Begleitgas, 111,1 Millionen Tonnen Gaskondensat und 588,6 Millionen Tonnen Erdöl.

Wirtschaftsprüfung der Vorräte

Laut Ergebnissen der Wirtschaftsprüfung von Kohlenwasserstoffen der Gazprom-Gruppe zum Jahresende 2019 nach internationalen PRMS-Standards, die von der DeGolyer & MacNaughton vorgenommen worden war, wurden die nachgewiesenen und wahrscheinlichen Kohlenwasserstoffvorräte der Unternehmensgruppe auf 24.395,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas, 1.063,2 Millionen Tonnen Gaskondensat und 1.374,8 Millionen Tonnen Erdöl geschätzt.

Der internationalen Wirtschaftsprüfung wurden 92,8 Prozent der Gas-, 95,0 Prozent der Kondensat- und 95,7 Prozent der Erdölvorräte der Unternehmensgruppe von deren Gesamtvorräten in den Kategorien А+В1+С1 unterzogen.

Kohlenwasserstoffvorräte der Gazprom-Gruppe nach internationalen PRMS-Standards
  zum 31.12.2017 zum 31.12.2018 zum 31.12.2019
Erdgas, Milliarden Kubikmeter 24.146,6 24.255,1 24.395,5
Gaskondensat, Millionen Tonnen 1.105,7 1.090,2 1.063,2
Erdöl, Millionen Tonnen 1.360,0 1.335,4 1.374,8
Gesamt, Milliarden Barrel Öläquivalent 175,7 176,1 177,1

Prospektionsarbeiten

Als Hauptziel der von der Gazprom-Gruppe geleisteten Prospektionsarbeiten gilt die Auffüllung ausgebeuteter Kohlenwasserstoffe durch Vorräte industrieller Kategorien sowie die Vorbereitung der Rohstoffbasis in zukunftsträchtigen Regionen. Der Konzern stellt seit 2005 sicher, dass der Zuwachs von Erdgasvorräten die geförderten Gasmengen übertrifft.

Bohrturm Ekaterina bei Prospektionsarbeiten auf der Halbinsel Jamal
Bohrturm Ekaterina bei Prospektionsarbeiten auf der Halbinsel Jamal

Bohrturm Ekaterina bei Prospektionsarbeiten auf der Halbinsel Jamal

Der Quotient, um den die Gasvorräte 2019 zunahmen, betrug 1,1.

Gazprom ist praktisch in allen Erdöl- und Erdgasregionen Russlands tätig. 2019 wurden 116,9 Milliarden Rubel in Prospektionsarbeiten auf russischem Territorium investiert.

Prospektionsarbeiten auf dem Arktis-Schelf
Prospektionsarbeiten auf dem Arktis-Schelf

Prospektionsarbeiten auf dem Arktis-Schelf

Laut Jahresergebnissen 2019 betrug der Zuwachs von Kohlenwasserstoffvorräten in Russland (in den Kategorien A+B1+C1) dank Prospektionsarbeiten

  • 556,7 Milliarden Kubikmeter Erdgas,
  • 11,7 Millionen Tonnen Gaskondensat,
  • 29,0 Millionen Tonnen Erdöl.

Im Jahr 2019 wurden vier Lagerstätten entdeckt: die Dinkov-Gaskondensatlagerstätte und die Erdgaslagerstätte Njarmeiskoje (Schelf der Karasee), die Erdöllagerstätten Jagodnoje und Roschtschinskoje (Verwaltungsgebiet Orenburg) sowie 25 neue Vorkommen in der Republik Sacha (Jakutien), im Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen, im Autonomen Bezirk der Chanten und Mansen – Jugra, in den Verwaltungsgebieten Tomsk und Orenburg sowie auf dem Schelf der Karasee. Unternehmen, in die Investitionen getätigt worden sind, die als gemeinsame Transaktionen gelten, entdeckten darüber hinaus die Chikishev-Lagerstätte im Verwaltungsgebiet Tomsk und zwei Vorkommen im Autonomen Bezirk der Chanten und Mansen – Jugra.

Maßgebliche Kennzahlen der Prospektionsarbeiten der Gazprom-Gruppe in Bezug auf Kohlenwasserstoffe (ohne Unternehmen, in die Investitionen getätigt wurden, die als gemeinsame Transaktionen gelten)
  Im Jahr, das am 31. Dezember endete
2015 2016 2017 2018 2019
Prospektionsbohrungen, Tsd. m 143,6 111,6 85,9 157,6 201,7
Gebaute Explorationsbohrtürme, Stk. 43 40 36 25 41
davon fündige 38 34 31 20 39
Seismische Erkundungen 2D, Tsd. lfkm 0,3 1,1 5,7 15,0
Seismische Erkundungen 3D, Tsd. km2 20,0 20,6 18,7 9,5 7,9

Erschließung von Kohlenwasserstoffen im Ausland

Die Gazprom-Gruppe setzt nach Maßgabe bestehender vertraglicher Verbindlichkeiten zuvor eingeleitete Projekte im Ausland weiterhin um. 2019 führte die Unternehmensgruppe geologische und geophysikalische Untersuchungen in GUS-Ländern sowie in Europa, Südostasien, Afrika, im Nahen Osten und in Südamerika durch.

2019 betrug die Finanzierung von Prospektionsarbeiten in ausländischen Projekten 5,4 Milliarden Rubel.

Maßgebliche Kennzahlen der Prospektionsarbeiten der Gazprom-Gruppe in Bezug auf Kohlenwasserstoffe im Ausland
  Zum 31. Dezember
2015 2016 2017 2018 2019
Prospektionsbohrungen, Tsd. m 28,3 9,7 18,4 21,9 18,6
Gebaute Explorationsbohrtürme, Stk. 4 8 8 10 7
davon fündige 2 7 5 9 7
Seismische Erkundungen 2D, Tsd. lfkm 1,5
Seismische Erkundungen 3D, Tsd. km2 1,4 0,8 1,2 1,1 0,7

Im Rahmen der Umsetzung von Prospektionsprojekten, in denen die Gazprom-Gruppe als Betreiber tätig ist, erfolgten 2019 Bohrungen in Serbien und Rumänien. Aufgrund von Prospektionsarbeiten wurden in Serbien zwei neue Vorkommen entdeckt.

Prospektionsbohrungen in Serbien
Prospektionsbohrungen in Serbien

Prospektionsbohrungen in Serbien

Programm zur Entwicklung der Rohstoffbasis

Die Entwicklungsstrategie der Ressourcenbasis der Gazprom-Gruppe zielt darauf ab, das paritätische Verhältnis zwischen dem Zuwachs von Vorräten und der Ausbeute von Kohlenwasserstoffen aufrechtzuerhalten und eine zunehmende Reproduktion von Vorräten in Zukunft zu sichern.

Der Gazprom-Vorstand billigte im Juni 2011 das Programm zur Entwicklung der Rohstoffbasis der Gasindustrie bis 2035. In diesem Programm ist eine zunehmende Reproduktion der Rohstoffbasis vorgesehen. Dabei werden die sich verändernde Struktur von Vorräten und die Verlagerung der Gasförderungszentren in neue Regionen – auf die Halbinsel Jamal, nach Ostsibirien, in den Fernen Osten und auf den Schelf der Russischen Föderation – berücksichtigt. Die Umsetzung dieses Programms wird es ermöglichen, in den Jahren 2011 bis 2035 einen Zuwachs von rund 20 Milliarden Tonnen Brennstoffeinheiten zu erreichen.

Besonderes Augenmerk gilt in diesem Dokument Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, die es ermöglichen, die Effizienz der Prospektion und Exploration neuer Lagerstätten und Kohlenwasserstoffvorkommen zu steigern.