Nord Stream

Bedeutung

Die Gaspipeline Nord Stream ist eine grundsätzlich neue Exportroute für russische Erdgaslieferungen nach Europa. Sie ist von großer Bedeutung für die Befriedigung des zunehmenden Bedarfs des europäischen Marktes an Erdgas.

Die direkte Verbindung der weltweit größten Erdgasvorkommen in Russland mit dem europäischen Gastransportnetz ermöglicht es, Transitländer zu umgehen. Somit stellt Nord Stream eine maximal zuverlässige Gasversorgung der Verbraucher in Westeuropa sicher und schließt eventuelle politische Risiken aus.

Im Dezember 2000 wurde dem Projekt Nord Stream durch Beschluss der EU-Kommission der Status eines Transeuropäischen Netzes (TEN) verliehen, der 2006 bestätigt wurde. Damit ist Nord Stream zu einem Schwerpunktprojekt für die Gewährleistung einer nachhaltigen Entwicklung und zuverlässigen Energieversorgung in Europa geworden.

Partner

Nord Stream wird von dem Joint Venture Nord Stream AG betrieben. An diesem Unternehmen sind folgende Konzerne beteiligt: Gazprom mit 51 Prozent, Wintershall und E.ON jeweils mit 15,5 Prozent, Gasunie und ENGIE jeweils mit 9 Prozent.

Route

Nord Stream verbindet die russische Ostseeküste in der Nähe von Wyborg mit der deutschen Ostseeküste in der Umgebung von Greifswald.

Die Gaspipeline hat eine Länge von 1.224 Kilometern.

Die Routen der Gaspipelines Nord Stream und Nord Stream 2

Die Routen der Gaspipelines Nord Stream und Nord Stream 2

Leistung

Die gesamte Durchsatzleistung des ersten und zweiten Strangs der Nord Stream beläuft sich auf 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich.

Aus der Geschichte des Projekts

Im April 2010 wurde in der Ostsee mit dem Bau der Gaspipeline Nord Stream begonnen.

Präsident Russlands Dmitry Medvedev

Im November 2011 wurde der erste und im Oktober 2012 der zweite Strang der Nord Stream in Betrieb genommen.

Verdichterstation Portowaja

Umweltschutz

Nord Stream stellt ein transnationales Projekt dar. Ihr Bau erfolgte nach Maßgabe der internationalen Abkommen und nationalen rechtlichen Regelungen der jeweiligen Länder, durch deren Hoheitsgewässer und/oder ausschließliche Wirtschaftszone die Gaspipeline verläuft.

Das Ökosystem der Ostsee ist nicht gefährdet

Die Ostseegewässer entlang der Nord-Stream-Route wurden vor Baubeginn gründlich untersucht. Die Gaspipeline-Route wurde soweit möglich als gerade Linie ausgelegt und dabei ökologisch empfindlichen Gebieten angepasst, wobei Abschnitte für die Entsorgung von chemischen Waffen, Militärgebiete, maßgebliche Navigationsrouten und andere Sonderzonen berücksichtigt wurden.

Die Ostseegewässer entlang der Nord Stream Route wurden vor Baubeginn gründlich untersucht

Der Bau der Nord Stream erfolgte nach Maßgabe der strengsten Umweltnormen und gefährdete nicht das Ökosystem der Ostsee. Um die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren, wurden die Bauarbeiten während der Laichzeit der Heringe und der Rast von Zugvögeln in diesen Gegenden unterbrochen.

Andere gemeinsame Projekte

Achimov-Formation des Urengoi-Feldes

Mit dem Ziel, dieses komplizierte Vorhaben erfolgreich umsetzen zu können, haben Gazprom und Wintershall beschlossen, ihre Kräfte zu bündeln.

Die Lagerstätte Juschno-Russkoje

Die Erschließung des Erdgasfeldes Juschno-Russkoje ist ein Beispiel für die effiziente deutsch-russische Partnerschaft, die auf die nachhaltige Energiesicherheit in Europa abzielt.

Östliches Gasprogramm

Gazprom ist der Koordinator des staatlichen Östlichen Gasprogramms, das die Schaffung eines geschlossenen Systems für die Förderung und den Transport von Gas sowie die Gasversorgung in Ostsibirien und im Fernen Osten unter Berücksichtigung eines möglichen Gasexports auf die Märkte Chinas und anderer Länder der asiatisch-pazifischen Region vorsieht.

Das Projekt Nord Stream

Nord Stream ist die prinzipiell neue Route für den Export für russisches Erdgas nach Europa.

TurkStream

Die neue – als TurkStream bezeichnete – Erdgasleitung aus Russland in die Türkei wird von der VS Russkaja nahe Anapa auf dem Boden des Schwarzen Meeres bis zum Ort Kiyiköy im europäischen Teil der Türkei und weiter über die Ortschaft Lüleburgaz bis nach Ipsala an der türkisch-griechischen Grenze verlaufen.

Megaprojekt Jamal

Auf der Jamal-Halbinsel befindet sich ein neues Gasfördergebiet von Gazprom. 2012 begann Gazprom die industriemäßige Erdgasförderung des Bowanenkowo-Gaskondensatfeldes – das größte auf der Halbinsel und eines der größten weltweit. Seine Vorräte belaufen sich auf nahezu 5 Billionen Kubikmeter.