Innovationen

Aktueller Status

Heutzutage ist der verfahrenstechnische Entwicklungsstand von Gazprom im Vergleich mit 19 ausländischen Unternehmen des Brennstoff- und Energiekomplexes, die mit Gazprom am ehesten vergleichbar sind, hinreichend hoch. Das hat das verfahrenstechnische Audit unabhängiger Organisationen in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Organisationen der Gazprom und externen Experten gezeigt.

Jedoch bedarf das Streben von Gazprom, zum Spitzenreiter unter den globalen Unternehmen des Brennstoff- und Energiekomplexes zu werden, der Implementierung neuer ökologischer Technologien und größerer Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Bei einer Kenngröße, nämlich der Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, liegt Gazprom bereits vor den russischen Energieunternehmen und gehört zu den Top-Ten der weltweit führenden Energieunternehmen.

Herausforderungen

Einer der Haupttrends im Erdgasbereich ist die allmähliche Erschöpfung “konventioneller” Ressourcen bei relativ leicht gewinnbaren Kohlenwasserstoffen, die in erschlossenen Regionen Russlands gefördert werden. Gazprom wird die Gewinnung von Kohlenwasserstoffen unter kompliziertesten montangeologischen und naturgegebenen Bedingungen forcieren.

Zu Zielobjekten, die Gazprom in die Ausbeutung einbeziehen wird, gehören Felder, die unter großer Wassermasse lagern, Felder in komplizierten Eisverhältnissen, in nicht erschlossenen Gebieten, Mehrschichtfelder und Felder mit hohem Helium-Gehalt.

Die Erdgasgewinnung aus Achimov-Lagerstätten, die in großen Tiefen (von ca. 4 Kilometer) liegen und auch schwere flüssige Kohlenwasserstoffe enthalten, wird wachsen. In vielen Fällen sind zur Gewährleistung eines wirtschaftlichen Absatzes neue Erdgasverarbeitungstechnologien erforderlich.

Die genannten Änderungen bedürfen der Entwicklung neuer Technologien und Ausrüstungen, neuer Grundsätze bei der Organisation der Arbeit.

Pläne

Gazprom will Innovationstechnologien durch die Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten bzw. durch den Erwerb marktgängiger Technologien implementieren.

Laut Innovationsentwicklungsprogramm bis 2020 wird das Unternehmen die Zusammenarbeit mit korporativen und wissenschaftlichen Fremdorganisationen bei Forschungs- und Entwicklungsarbeiten und mit Hochschulen bei der Organisation gemeinsamer Forschungen und bei der Personalausbildung fortsetzen.

 

Es ist vorgesehen, die Zusammenarbeit mit einheimischen Unternehmen der vor- und nachgelagerten Industriezweige fortzusetzen. Außerdem geht man von einem engen Zusammenwirken mit russischen und ausländischen Unternehmen der Energiebranche aus, speziell bei der Schaffung technologischer Plattformen für gemeinsame innovative Lösungen.

Damit lassen sich parallel laufende wissenschaftliche Forschungen vermeiden, und Risiken und Kosten bei der Umsetzung von Großprojekten für die Entwicklung neuer Technologien können verteilt werden.

Zusammenarbeit mit ausländischen Unternehmen

Ausländische Unternehmen waren im Gegensatz zu Gazprom schon viel früher mit dem Problem schwer gewinnbarer Energievorräte konfrontiert, weswegen die betreffenden Technologien bereits des Öfteren von ihnen erprobt und breit verwendet worden sind. Allerdings sind die montangeologischen Bedingungen, die Witterungs- und Eisverhältnisse, unter denen Gazprom arbeitet, erheblich komplizierter als diejenigen, unter denen sich die ausländische Erfahrung bildete. Deswegen müssen die früher erprobten Technologien weiterentwickelt werden.

Derzeit sind in Europa die innovationstechnischen Partner die deutschen Unternehmen E.ON Ruhrgas AG, BASF, Verbundnetz Gas AG, Europipe, das niederländische Nederlandse Gasunie, das französische GDF Suez, das italienische ENI und das norwegische Statoil.

Gazprom tritt seinerseits als Innovations- und Technologiespender auf in den Projekten, die gemeinsam mit Unternehmen in Entwicklungsländern wie Venezuela, Indien, Bolivien, Algerien, Libyen, Vietnam u.a.m. verwirklicht werden. Das eröffnet den Zugang zur Teilnahme an Projekten zur Vorkommens-Erforschung und zur Kohlenwasserstoff-Gewinnung in diesen Ländern.

Formen der Zusammenarbeit

Eine der Formen von Zusammenarbeit bei Innovationen mit ausländischen Unternehmen ist das Joint Venture (JV) zur Anpassung und Lokalisierung der Technologien. Das Grundprinzip von Gazprom ist die Sicherstellung der Kontrollbeteiligung im JV. In Einzelfällen ist auch der Erwerb von Energieunternehmen, die über wesentliche Kompetenzen auf vorrangigen innovativen Gebieten verfügen, möglich.

Ein Beispiel für Joint Ventures ist die geschlossene Aktiengesellschaft Achimgaz, die von der Gazprom Dobycha Urengoy unter Beteiligung der Wintershall Holding AG auf paritätischer Basis gegründet wurde.

Mit technologischen Spitzenreitern der Branche schließt Gazprom langfristige Verträge und Abkommen über die Zusammenarbeit ab, was einen nachhaltigen Transfer von Innovationsprodukten und verfahrenstechnischen Lösungen sowie die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Innovationen gewährleistet.

Mit Fachunternehmen werden langfristige Handelsvereinbarungen abgeschlossen, die die Anpassung individueller Innovationstechnologien und den Einkauf und die Installation moderner Ausrüstungen in den Struktureinheiten des Unternehmens gewährleisten.

So arbeiten Gazpromenergosbereschenije, Inter RAO UES und die Russisch-Deutsche Energie-Agentur (rudea) auf dem Gebiet der Energieeinsparung und Energiewirtschaftlichkeit langfristig zusammen.

Im Rahmen der Zusammenarbeits-Abkommen mit ausländischen Unternehmen ergibt sich ein gegenseitiger Nutzen durch den Austausch von Erfahrungen über beste Lösungen in der Produktionstätigkeit, durch den Informationsaustausch über die Perspektiven und die Prioritäten der verfahrenstechnischen Entwicklung der Gasbranche in der Welt und durch die Ermittlung der aktuellen wissenschaftlich-technischen Probleme.