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PRESSEMITTEILUNG

Alexey Miller informierte Vladimir Putin über Ergebnisse der Gazprom 2015

29. Februar 2016, 17:30 Uhr

Heute fand ein Arbeitstreffen zwischen dem Präsidenten der Russischen Föderation, Vladimir Putin, und dem Vorstandsvorsitzenden der PАО Gazprom, Alexey Miller, statt.

Alexey Miller informierte Vladimir Putin über Ergebnisse der Gazprom 2015

Vladimir Putin und Alexey Miller. Foto: www.kremlin.ru

Alexey Miller informierte Vladimir Putin über die Ergebnisse der Tätigkeit der Gesellschaft im Jahr 2015, darunter über die Förderung von Erdgas, über die Lieferungen auf den Binnenmarkt und die Umsetzung des Gasifizierungsprogramms für russische Regionen, schilderte die Situation mit Gasexporten nach fernem Ausland, und zwar die Tendenzen und Ergebnisse des vorigen Jahres und zu Beginn des laufenden Jahres. Beim Treffen wurde auch das in Rom unterzeichnete Memorandum of Understanding für Erdgaslieferungen aus Russland auf dem Boden des Schwarzen Meeres durch Drittländer nach Griechenland und aus Griechenland nach Italien angesprochen.

Redaktion der Webseite der PАО Gazprom

Stenogramm

Vladimir Putin: Herr Miller, ein paar Fragen zu Beginn unseres Gesprächs, und dann reden wir ausführlicher. Ist das Gesamtvolumen der Förderung im vorigen Jahr gestiegen? Gesunken? Der Inlandsverbrauch, der Umfang der Exporte und die interessantesten aktuellen Projekte.

Alexey Miller: Die Gazprom förderte im vorigen Jahr 418,5 Milliarden Kubikmeter Gas. Dies ermöglichte in vollem Umfang sichere und stabile Lieferungen für den Export und im Inland. Die ausschließlich durch die Gazprom abgedeckten Lieferungen auf den Binnenmarkt betrugen 205 Milliarden Kubikmeter.

Vladimir Putin: Ist das mehr oder weniger als im vorletzten Jahr?

Alexey Miller: Das ist weniger als 2014. Die Exportlieferungen machten 159,4 Milliarden Kubikmeter aus. Das sind die Lieferungen nach dem fernen Ausland, Gaslieferungen nach Europa. Sie stiegen um 11,8 Milliarden Kubikmeter. Die Gasexporte nahmen um acht Prozent zu. Wenn wir die Tendenzen in Betracht ziehen, die aktuell seit Beginn des Jahres 2016 wirken, ist das Volumen der Gasexporte um 37,5 Prozent gewachsen.

Im vorigen Jahr stellte Deutschland mit 43,5 Milliarden Kubikmetern einen Rekord beim Einkauf von russischem Gas auf, das waren sechs Milliarden Kubikmeter mehr als 2014. In diesem Jahr sehen wir aber, dass nach Deutschland und anderen großen europäischen Ländern noch mehr Gas geliefert wird. Das heißt, in der Zeit seit Jahresanfang stiegen die Gaslieferungen nach Deutschland um 44 Prozent, nach Italien – um 42 Prozent, nach Frankreich – um 73 Prozent und nach Österreich – um 52 Prozent. Waren die Gasexporte 2015 in absolutem Ausdruck um 11,8 Milliarden Kubikmeter gestiegen, so waren es allein in den ersten beiden Monaten dieses Jahres in absoluten Zahlen 7,5 Milliarden Kubikmeter Gas mehr.

Deswegen sind die Bauprojekte für neue Gaspipelines nach Europa, nach Nordwesteuropa ohne Zweifel wirtschaftlich begründete Projekte, die durch die aktuelle wachsende Nachfrage gerechtfertigt sind.

Vladimir Putin: Sie haben eines dieser Projekte, wie ich weiß, in Rom diskutiert und sogar diesbezügliche Dokumente unterschrieben.

Alexey Miller: Jawohl in Rom wurde ein Memorandum über die Bewertung der Zweckmäßigkeit des Baus einer Gaspipeline aus Russland auf dem Boden des Schwarzen Meeres durch Drittländer nach Griechenland und dann nach Italien unterschrieben. Das Memorandum sieht die Durchführung einer betriebswirtschaftlichen Auswertung bis Ende 2016 vor. Unsere europäischen Partner und wir greifen auf das Projekt als Ausgangsbasis zurück, das seinerzeit von griechischen und italienischen Kollegen gemeinsam mit französischen Spezialisten vorbereitet und ausgearbeitet wurde, das so genannte Poseidon-Projekt für die Lieferung von 12 Milliarden Kubikmetern aserbaidschanisches Gas aus Griechenland auf dem Boden des Ionischen Meeres nach Süditalien.

Ich hatte ein Treffen mit dem italienischen Minister für wirtschaftliche Entwicklung. Italien unterstützt dieses Projekt. Der Unterzeichnung wohnte der Generalsekretär des griechischen Außenministeriums bei. Griechenland, die griechische Regierung, unterstützt dieses Projekt ebenfalls.

Vladimir Putin: Herr Miller, wie ist es nun um die Gasifizierungsprojekte in der Russischen Föderation bestellt, wie wurden diese Pläne im vorigen Jahr umgesetzt und wie stellen sie sich im laufenden Jahr 2016 dar?

Alexey Miller: Was das Gasifizierungsprogramm angeht, so baute die Gazprom im vorigen Jahr 1275 Kilometer Abzweigleitungen und Verteilungsnetze; Erdgas erhielten 206 Ortschaften.

Als Ergebnis des Gasifizierungsprogramms haben wir per 1. Januar 2016 in unserem Land einen Gasifizierungsstand von 66,2 Prozent. Das sind 13 Prozent mehr als 2005, da wir unser breitangelegtes Programm der Gasifizierung in Angriff nahmen.

Auf dem Lande war der Zuwachs größer als in den Städten. Die ländliche Gasifizierung übersteigt bei uns bereits 56 Prozent. Sie können sich wohl erinnern, dass bei uns zu dem Zeitpunkt, da Sie die Aufgabe der Umsetzung eines breitangelegten Gasifizierungsprogramms formulierten, der Gasifizierungsstand auf dem Lande lediglich 34 Prozent ausmachte. Inzwischen sind 27.800 Kilometer Leitungen gebaut und mehr als 3.500 Ortschaften gasifiziert worden.

Die Finanzierung bleibt 2016 auf dem Niveau von 2015. Unser Soll für die Gasifizierung im laufenden Jahr beträgt 25 Milliarden Rubel.

Vladimir Putin: Sie müssen ihre Arbeit mit den Leistungen regionaler Behörden synchronisieren. Es ist bei weitem nicht immer der Fall, dass das Gas, das sie über ihre Ferngasleitungen herangeführt haben, von denen sie Abzweigleitungen gebaut haben, den Endverbraucher erreicht.

Ein besonders anschauliches Beispiel ist etwa der Gebirgscluster in der Verwaltungsregion Krasnodar, dort, wo die Olympischen Spiele ausgetragen wurden. Bei weitem nicht alle, die es wünschten, haben Gas bekommen. Dies als Beispiel, ich bitte Sie, es mit der Führung der Region Krasnodar zu diskutieren und das, was noch nicht gemacht ist, zu Ende zu führen. Sie sollten aber auch mit anderen Subjekten der Russischen Föderation ebenso, in ebensolcher Weise verfahren.

Ich begreife selbstverständlich, dass es keine Aufgabe der Gazprom mehr ist, aber sie sollten es trotzdem im Zusammenwirken mit der Regierung und mit regionalen Behörden beachten.

Alexey Miller: Ja, Herr Putin, wir werden diese Arbeit fortsetzen.

In der Tat sind seit dem Start des Gasifizierungsprogramms leider in 67 Subjekten der Russischen Föderation, in denen wir dieses Programm umsetzen, mehr als 1.000 Kesselanlagen zu wenig gebaut und rund 140.000 Eigenheime und Wohnungen zu wenig gasifiziert worden. Das heißt, die nötigen Kapazitäten sind da, Gas wurde in die Ortschaften eingeleitet, aber lokale Behörden, Subjekte der Russischen Föderation haben leider einen Teil ihrer Verpflichtungen, die die Synchronisierung der Arbeit betreffen, nicht voll erfüllt.

Wir wissen jetzt, wie wir diese Arbeit intensivieren sollen, und zwar unter dem Gesichtspunkt, dass wir jetzt mit der Regierung der Russischen Föderation, mit Subjekten der Russischen Föderation aktiv arbeiten. Ich hatte ein Gespräch mit der Vorsitzenden des Föderationsrates, Frau Valentina Matvienko. Wir haben für sie eine Übersicht des Gasifizierungsprogramms im Landesmaßstab insgesamt mit Einstufung nach Regionen erstellt, wo Regionen ihren Verpflichtungen zu 100 Prozent nachkommen.

Vladimir Putin: Geben Sie mir diese Daten und wir werden, wie ich schon sagte, gemeinsam mit der Regierung, mit den Regionen schauen, was noch zusätzlich zu tun wäre, damit diese Aufgaben gelöst werden.

Februar 2016