Vortrag des Vorstandsvorsitzenden der PAO Gazprom, Alexey Miller, in der Jahreshauptversammlung

Zukunftsorientiertes Unternehmen

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

zur Jahreshauptversammlung wurden detaillierte Unterlagen über die Tätigkeit der PАО Gazprom 2017 vorgelegt: Jahresbericht, Jahresabschluss (Finanzbericht), Gutachten der Revisionskommission und andere Dokumente.

Die Jahreshauptversammlung soll genehmigen:

  • den Jahresbericht der PАО Gazprom für 2017;
  •  den Jahresabschluss (Finanzbericht) der PAO Gazprom für 2017;
  • die Gewinnverteilung sowie die Vorschläge des Aufsichtsrates über Höhe, Termine und Form der Dividendenausschüttung aufgrund von Ergebnissen des Jahres 2017.

Der Versammlung werden ferner folgende Fragen vorgelegt: Bestellung des Wirtschaftsprüfers, Auszahlung von Vergütungen an die Aufsichtsratsmitglieder und Mitglieder der Revisionskommission der Gesellschaft sowie die Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrates und der Revisionskommission.

Es wird vorgeschlagen, die Geschäftsordnung für die Hauptversammlung der PAO Gazprom durch eine Bestimmung über die Nutzung zusätzlicher Räumlichkeiten, die für die Übertragung der Versammlung, das Einreichen von Fragen und die Beteiligung an den Debatten ausgestattet sind, zu ergänzen.

Entwürfe von Beschlüssen zu diesen Fragen sind in Stimmzetteln und zusätzliche Informationen sind in den Unterlagen enthalten, die Sie erhalten haben.

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Gazprom setzt ihre Strategie als marktführender Konzern unter globalen Energieunternehmen erfolgreich um:

Die Gazprom-Gruppe ist weltweiter Spitzenreiter in Bezug auf Erdgasvorräte, Fördermengen und Gaslieferungen auf den internationalen Markt. Das Einheitliche Gasversorgungssystem, das Gazprom betreibt und ausbaut, hat von seinen Ausmaßen und seiner technischen Ausrüstung her nicht seinesgleichen.

Wir haben die größte Elektroenergieholding in Russland gegründet, die hinsichtlich der installierten Leistung zum Spitzenreiter geworden ist. In Bezug auf die Stromerzeugung liegt sie auf Rang eins unter russischen wärmeerzeugenden Unternehmen.

Unsere Erdölgesellschaft – Gazprom Neft – ist zu den drei Spitzenreitern in der Erdölbranche des Landes aufgestiegen. Sie ist bahnbrechend bei der Erschließung des russischen arktischen Schelfs und gewährleistet ganzjährige Erdöllieferungen auf dem Nördlichen Seeweg.

Gazprom leistet einen beachtlichen Beitrag zur Wirtschaft der Russischen Föderation. Der von Gazprom 2017 geschaffene Mehrwert beträgt 3,4 Billionen Rubel oder fast vier Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts.

Gazprom gehört zu den größten Steuerzahlern Russlands. 2017 erreichten Abführungen an Haushalte verschiedener Ebenen 2,5 Billionen Rubel. Über 60 Prozent machen Steuer auf die Gewinnung von Bodenschätzen und Zollgebühren aus. Gazprom stellt über acht Prozent der Einnahmen des konsolidierten Haushalts der Russischen Föderation sicher. Gegenüber dem Vorjahr wurden 568 Milliarden Rubel mehr entrichtet.

Während Gazprom großangelegte strategische Projekte umsetzt, bewahrt der Konzern seine starke Finanzlage. Die Verkaufserlöse der Gazprom-Gruppe wachsen stabil. 2017 legten sie um sieben Prozent zu und erreichten 6.546 Milliarden Rubel.

Gazprom hat sich unter den fünf weltweiten marktführenden Erdölgesellschaften in Bezug auf die maßgeblichen Finanzkennzahlen – Nettogewinn und EBITDA – dauerhaft etabliert. Laut Jahresergebnissen 2017 belaufen sie sich auf jeweils zwölf und 25 Milliarden US-Dollar.

2017 haben wir Kapitalanlagen vollständig aus dem operativen Cashflow finanziert. Abzüglich der Veränderung von Bankeinlagen betrug der freie Cashflow der Gazprom-Gruppe 24 Milliarden Rubel.

Gazprom beschafft erfolgreich Kapital an internationalen Finanzmärkten. Der ausgewogene Ansatz bei der Wahl von Finanzierungsquellen ermöglicht dem Konzern eine kostengünstige Beschaffung von Anleihen durchschnittlich auf dem Niveau von 5,6 Prozent.

Die maßgebliche Schuldenlastkennzahl – das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA – belief sich laut Jahresergebnissen 2017 auf 1,4. Das hohe Niveau der Kreditwürdigkeit der Gazprom wird durch Bewertungen der größten internationalen Rating-Agenturen bestätigt.

Der Konzern hat den Gipfelpunkt des Investitionsprogramms erreicht und setzt eine Reihe großangelegter, zukunftsorientierter strategischer Projekte um. Zugleich hat der Aufsichtsrat die Interessen der Aktionäre berücksichtigt und beschlossen, das bereits erreichte Niveau der Dividendenausschüttungen nicht herabzusetzen. Aufgrund der Jahresergebnisse 2017 wird vorgeschlagen, einen Dividendenbetrag von 8,04 Rubeln je Aktie auszuzahlen. Insgesamt werden die Dividenden 190 Milliarden Rubel bzw. 27 Prozent des Nettogewinns, der auf die Aktionäre der PAO Gazprom entfällt, betragen. Im Hinblick auf den Dividendenbetrag ist Gazprom Spitzenreiter unter russischen Erdöl- und Erdgasgesellschaften.

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

die ambitionierten Gazprom-Projekte zur Entwicklung von Förderung, Transport und Verarbeitung von Kohlenwasserstoffen schaffen Anreize für Innovationen in der Öl- und Gasbranche und tragen zur Entwicklung der russischen Wissenschaft bei. 2017 gaben wir für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie für Vorinvestitionsstudien 8,2 Milliarden Rubel aus.

Gazprom ist in der russischen Energiewirtschaft hinsichtlich Importsubstitution bahnbrechend. 2017 wurden 17 Abkommen über gezielte Zusammenarbeit mit Herstellern von importsubstituierenden Produkten unterzeichnet und aktualisiert. Der Anteil heimischer Materialien und Ausrüstungen an Anschaffungen der Gazprom lag 2017 bei 99,4 Prozent. In Bezug auf Rohre und Verbindungselemente waren es 100 Prozent. Gazprom erwirbt Produkte dieser Gruppe für Objekte des Konzerns nur bei russischen Herstellern.

Gazprom leistet einen beachtlichen Beitrag zur Entwicklung der russischen Rohrindustrie. Es ist vielfach Gazprom-Aufträgen zu verdanken, dass die Kapazitäten russischer Rohrhersteller seit 2000 bis heute von neun Millionen Tonnen auf mehr als 23 Millionen Tonnen jährlich gestiegen sind. Der Anteil von Hightech-Produkten übersteigt in der Branche 60 Prozent. Russische Rohrhersteller, die Gazprom-Aufträge erfüllen, haben höchstes Qualitätsniveau ihrer Produkte erreicht und können somit in jedem Segment des Weltmarktes mithalten.

Gazprom stockt seit 25 Jahren die Ressourcenbasis der russischen Gasbranche erfolgreich auf. Seit 1993 wurden über 80 Vorkommen entdeckt. Die Gasvorräte der Gazprom stiegen aufgrund von Prospektionsarbeiten in diesem Zeitraum um 10,5 Billionen Kubikmeter.

2017 legten die Gazprom-Vorräte aufgrund von Prospektionsarbeiten in Russland um 852,9 Milliarden Kubikmeter zu, was 96 Prozent der gesamten russischen Zuwachsrate ausmacht. Die Zunahme von Vorräten flüssiger Kohlenwasserstoffe betrug knapp 100 Millionen Tonnen.

Gazprom ist heute weltweiter Spitzenreiter in Bezug auf nachgewiesene Kohlenwasserstoffvorräte. Die Vorräte des Konzerns überbieten die Gesamtvorräte der fünf größten börsennotierten Öl- und Gaskonzerne der Welt – ExxonMobil, PetroChina, BP, Shell und Chevron – ums 1,5fache.

Seit 2005 sorgen wir dafür, dass die Ersatzrate der Gasreserven stets mehr als eins beträgt. 2017 machte sie 1,82 aus. Die Ersatzrate der Reserven von flüssigen Kohlenwasserstoffen beträgt 1,64.

2017 stieg die Gasförderung in Unternehmen der Gazprom-Gruppe gegenüber dem Jahr 2016 um 52 Milliarden Kubikmeter bzw. um 12,4 Prozent und betrug 471 Milliarden Kubikmeter Erdgas.

Auf einem kurzen historischen Abschnitt wurde dank Bemühungen von Gazprom-Teams das weltweit größte Gasförderungszentrum in Russland geschaffen. Seine Leistung überbietet 550 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Neue Gasförderungszentren entstehen im Fernen Osten und in Ostsibirien.

In der Arktis bauen wir das Gasförderungszentrum Jamal aus. Das Gas auf der Halbinsel Jamal bildet die Ressourcenbasis für die Erweiterung des Nördlichen Gastransportkorridors, der als Hauptroute für Lieferungen des „blauen Brennstoffs“ auf den russischen Markt und in die europäischen Länder dient.

2017 waren es fünf Jahre seit der Inbetriebnahme der Lagerstätte Bowanenkowskoje. Sie ist für die Erschließung von Ressourcen der Halbinsel Jamal von maßgeblicher Bedeutung. Wir stocken die Ausbeute dieser Lagerstätte jährlich auf. 2017 war ein Zuwachs von 15,3 Milliarden Kubikmetern zu verzeichnen. Die Spitzenleistung erreichte 264 Millionen Kubikmeter pro Tag. 2017 wurden aus der Lagerstätte Bowanenkowskoje 17,6 Prozent der Gesamtfördermenge der Gazprom-Gruppe abgebaut.

Die Lagerstätte Tschajandinskoje, das Hauptvorkommen des Gasförderungszentrums Jakutien, wird intensiv aufgeschlossen. Das Gas aus dieser Lagerstätte wird in die Pipeline Power of Siberia eingeleitet und bereits im nächsten Jahr exportiert.

Auf Basis der Lagerstätte Kowyktinskoje, die im Hinblick auf die Ausmaße ihrer Gasvorräte als einzigartiges Vorkommen eingestuft wird, errichtet Gazprom das Gasförderungszentrum Irkutsk. Die Lagerstätte wird auf die industrielle Ausbeute vorbereitet.

Im Zentrum Sachalin entwickeln wir einzigartige Methoden für die Unterwasserausbeute von Lagerstätten. Um die Produktion in der Region Nadym-Pur-Tas auf einem hohen Niveau zu halten, vervollkommnen wir Methoden für die Gasförderung aus der Cenoman- und Achimov-Formation, unter anderem anhand von fortschrittlichen Technologien des mehrstufigen Fracking.

Die Gazprom-Gruppe steigerte die Förderung von flüssigen Kohlenwasserstoffen laut Jahresergebnissen 2017 um knapp zwei Millionen Tonnen gegenüber 2016 und erreichte 56,9 Millionen Tonnen. Die Erdölförderung ist auf 41 Millionen Tonnen gestiegen.

Hinsichtlich der Gesamtmengen geförderter Kohlenwasserstoffe – Gas, Gaskondensat und Erdöl – ist Gazprom weltweiter Spitzenreiter und übertrifft PetroChina und ExxonMobil ums 2,6fache, Shell ums 2,8fache und BP fast ums 3fache.

Gazprom wird in der Erdölbranche von unserer Tochtergesellschaft Gazprom Neft wirkungsvoll vertreten. Dieses Unternehmen legt eine hohe Effizienz, ausgezeichnete Produktions- und Finanzergebnisse an den Tag und entwickelt innovative Methoden für den Abbau von Kohlenwasserstoffen. 2017 stärkte Gazprom Neft ihre Stellung in der russischen Erdölbranche und stieg in Bezug auf die Förderung von flüssigen Kohlenwasserstoffen erstmals zu den drei Spitzenreitern auf. 2017 betrug die Förderung der Gazprom Neft zuzüglich der Gemeinschaftsunternehmen und gemeinsamen Transaktionen 62,4 Millionen Tonnen.

Der Erdölterminal Arctic Gate sicherte die ganzjährige Verschiffung des geförderten Erdöls. Heute hissen wir die Flagge auf dem Mast eines neuen Eisbrechers, der Tankschiffe durch das arktische Eis leiten wird. Dies ist ein weiterer Schritt in der Entwicklung der russischen Eisbrecherflotte und der Absicherung von Interessen Russlands auf dem Nördlichen Seeweg.

Einzigartige Erfahrungen der Gazprom kommen auch im Ausland zum Einsatz. Die Gazprom-Gruppe beteiligt sich an ausländischen Projekten zur Förderung von Kohlenwasserstoffen. Die größten von ihnen werden in Vietnam, Bolivien und im Irak erfolgreich implementiert.

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

auf Gazprom entfallen 50 Prozent der gesamten Gasverarbeitungsmengen in Russland. Die maximale Gewinnung hochwertiger Komponenten aus geförderten Rohstoffen und die Herstellung von mehrwerthaltigen Produkten sind vorrangige Aufgabe der Gazprom-Gruppe im Bereich der Verarbeitung von Kohlenwasserstoffen.

Wachstumsaussichten für die Gasverarbeitung sind für uns mit dem Bau des russlandweit größten Gasverarbeitungswerkes Amur verbunden, das von seiner Leistung her zum zweitgrößten Betrieb dieser Art in der Welt wird.

Zu den Errungenschaften der Gazprom im vergangenen Vierteljahrhundert gehört der reibungslose Betrieb des Einheitlichen Gasversorgungssystems des Landes. Ihm liegt das weltweit größte Gastransportsystem zugrunde, das zu einem Beispiel für Effizienz und Managementqualität auf dem Gebiet der Gasinfrastruktur geworden ist.

Gazprom ist auch Eigentümer und Betreiber von Gastransportsystemen in Armenien, Belarus und Kirgisistan.

Gazprom entwickelt das Gastransportsystem in zwei Hauptrichtungen. Im europäischen Teil Russlands erweitern wir den Nördlichen Gastransportkorridor. Seine Fortsetzung im Ausland bilden grenzüberschreitende Gaspipelines: die Nord Stream und in Zukunft die Nord Stream 2.

Wir haben die weltweit modernsten Gaspipelines mit einem Betriebsdruck von 120 Atmosphären gebaut. Das sind Bowanenkowo – Uchta, Bowanenkowo – Uchta 2 und Uchta – Torschok. 2017 entstanden Verdichterkapazitäten für die Gaspipeline Bowanenkowo – Uchta 2. In diesem Jahr werden Werkhallen mit einer Gesamtleistung von 371 Megawatt in Betrieb genommen. 2018 wird der Bau des linearen Teils der Gaspipeline Uchta – Torschok 2 abgeschlossen.

Im Osten des Landes laufen die abschließenden Bauarbeiten an der Gaspipeline Power of Siberia auf Hochtouren. Sie stellt das größte Investitionsprojekt in der internationalen Gasbranche dar.

Parallel zur Entwicklung des Gastransportsystems stockt Gazprom das Fassungsvermögen und die Leistung von Untertagespeichern auf. Gegenüber der Saison 1993/1994 wurde die potentielle Tagesleistung unterirdischer Gasspeicher der Gazprom ums 2,6fache erhöht. 2017 wurde mit 805,3 Millionen Kubikmetern ein historischer Rekord hinsichtlich der potentiellen Tagesleistung der Speicher zu Beginn der Ausspeicherungssaison gesetzt.

Operative Speicherreserven wurden in den vergangenen 25 Jahren verdoppelt. Zu Beginn der Heizsaison 2017/2018 wurden mit 72,2 Milliarden Kubikmetern Höchstmengen operativer Gasreserven in UGS erreicht. Gegenüber der Saison 2015/2016 stieg die Gasausspeicherung aus russischen UGS im vergangenen Winter ums 1,6fache.

2017 steigerte Gazprom Gaslieferungen an Verbraucher in der Russischen Föderation auf 229,9 Milliarden Kubikmeter, das heißt um sieben Prozent gegenüber dem Jahr 2016. Gazprom ist der größte Erdgaslieferant auf dem russischen Markt. Die größten Käufer von Gas der Gazprom-Gruppe sind die Bevölkerung, die Kommunalwirtschaft und stromerzeugende Unternehmen.

Die Gazprom-Gruppe liefert einen erheblichen Teil der Gasmengen, die in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion verbraucht werden. 2017 wurden dort 1,8 Milliarden Kubikmeter Gas mehr gegenüber dem Vorjahr vermarktet. Die Liefermengen betrugen 35 Milliarden Kubikmeter Gas.

Die 2017 zugenommenen Liefermengen von Erdgas in die Länder der ehemaligen Sowjetunion resultieren aus dem gewachsenen Verbrauch und der Gasentnahme in Belarus, den baltischen Staaten sowie aus der Wiederaufnahme von Gaslieferungen nach Aserbaidschan.

Gazprom leistet umfangreiche Arbeit, um Zehntausenden russischen Familien die Möglichkeit zu bieten, Erdgas zu nutzen.

Das Programm zum Aufbau der Gasversorgung in Russland ist ein vorrangiges sozial relevantes Gazprom-Projekt. 2017 wurde der Bau von 121 Gasleitungen zwischen Siedlungen mit einer Gesamtlänge von 1.848 Kilometern abgeschlossen. Dadurch wurde in 32 Subjekten der Russischen Föderation die Gasversorgung von 207 Ortschaften sichergestellt. Somit wurden Voraussetzungen für die Gasifizierung von fast 52.000 Haushalten und 173 Kesselanlagen mit einer Gesamtverbrauchsmenge von 400 Millionen Kubikmetern Gas jährlich geschaffen.

Zum Jahresende 2017 erreichte der Gasifizierungsstand in Russland 68,1 Prozent, davon 71,4 Prozent in Städten und 58,7 Prozent in ländlichen Gegenden.

Der erweiterte Einsatz von Gas als Kraftstoff gehört zu den aussichtsreichen Geschäftsfeldern der Gazprom. 2017 belief sich die Gesamtleistung der Erdgastankstelleninfrastruktur der Gazprom-Gruppe auf zwei Milliarden Kubikmeter. Die Absatzmengen unserer Erdgastankstellen in Russland stiegen auf 525,9 Millionen Kubikmeter Erdgas.

Gazprom führt neben komprimiertem Gas verflüssigtes Erdgas als Kraftstoff im Straßenverkehr ein. Darauf zielt das Pilotinvestitionsprojekt zum Bau der Gaskraftstoffinfrastruktur auf der Route Moskau – Sankt Petersburg ab. Diese Strecke ist Teil der Verkehrsstraße aus Europa nach Westchina.

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

2017 sind es zehn Jahre, seitdem Gazprom im Elektrizitätssektor tätig ist. Umsetzungsergebnisse der Strategie der Gazprom-Gruppe in der Elektroenergiewirtschaft wurden zusammengefasst. In den vergangenen zehn Jahren wurde die landesweit größte Elektroenergieholding für Wärmeerzeugung geschaffen. Ihre installierte Stromleistung macht ein Sechstel von der Kapazität des Einheitlichen Energiesystems Russlands aus. Zum Jahresende 2017 lagen die Kapazitäten der Holding bei 38,8 Gigawatt.

Gazprom implementierte mehr als 30 Bau- und Modernisierungsprojekte für generierende Produktionsstätten mit einer Gesamtleistung von 8,6 Gigawatt.

Im vergangenen Jahrzehnt stiegen die Erlöse in der Strombranche mehr als ums 3fache, das EBITDA legte mehr als ums 7,5fache zu und das Verhältnis der Schuldenlast zu EBITDA sank von 2,5 auf 1,1.

2017 legte die Gazprom Energoholding finanzielle und wirtschaftliche Rekordwerte an den Tag dank der Inbetriebnahme neuer effizienter Kapazitäten und der Optimierung von Betriebskosten.

Zu den Kernaufgaben der Strategie der Gazprom Energoholding in den Jahren 2018–2027 gehören die Steigerung der betriebsinternen Effizienz und die Beteiligung am neuen Modernisierungsprogramm.

Im Rahmen der internationalen Entwicklung bauen wir ein Wärmekraftwerk in Serbien und evaluieren Möglichkeiten für die Errichtung von Kapazitäten für gasbasierte Stromerzeugung in Vietnam und China.

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

2017 erreichten unsere Erdgaslieferungen in europäische Länder außerhalb der ehemaligen Sowjetunion einen Rekordstand von 194,4 Milliarden Kubikmetern. Innerhalb von 25 Jahren verdoppelten wir praktisch die Lieferungen an diesen Markt. Der Gazprom-Anteil am europäischen Verbrauch stieg 2017 ebenfalls auf einen Höchstwert von 34,2 Prozent.

In Europa ist russisches Gas immer mehr gefragt. So stiegen 2017 die Importhöchstwerte in Deutschland um weitere sieben Prozent und in der Türkei fast um 17 Prozent. 2017 setzte Gazprom mit 9,1 Milliarden Kubikmetern einen historischen Rekord in Bezug auf Exportmengen nach Österreich. Dies überbietet diese Kennzahl aus dem Jahr 2016 ums Anderthalbfache.

In der Heizsaison 2017/2018 während der starken Kälteeinbrüche in Europa setzte Gazprom zehn Rekorde im Hinblick auf Tageslieferungen ins ferne Ausland. Im März 2018 wurde ein absoluter Höchstwert von 713,4 Millionen Kubikmetern Gas pro Tag erreicht.

Der Gasverbrauch in den europäischen Ländern betrug 2017 laut bisherigen Informationen 568,2 Milliarden Kubikmeter, das heißt 26,5 Milliarden Kubikmeter bzw. 4,9 Prozent mehr gegenüber dem Jahr 2016.

Zu Hauptfaktoren der wachsenden Nachfrage wurden die Steigerung der Wirtschaftsaktivitäten in den europäischen Ländern und der sich in den letzten Jahren abzeichnende langfristige Trend zur rückläufigen Eigenförderung in Europa.

Die Ressourcenbasis der europäischen Gasbranche schrumpft. In den Niederlanden sinken die Förderlimits der größten Lagerstätte Groningen. Die norwegische Regierung schränkt Offshore-Bohrungen in hohen Breitengraden ein. Somit sind sämtliche Voraussetzungen für eine weitere Zunahme von Gasimporten nach Europa gegeben.

Insgesamt legten 2017 Gasimporte an Märkten des fernen Auslands um 22,8 Milliarden Kubikmeter gegenüber dem Jahr 2016 zu. Den größten Beitrag zu diesem Wachstum leistete Gazprom. Gazprom-Lieferungen nahmen in diesem Zeitraum um 15,1 Milliarden Kubikmeter zu.

Die weltweite Entwicklung der LNG-Herstellung führt zu keinerlei radikalen Veränderungen im europäischen Energiemix. LNG-Lieferungen aus den USA halten sich in Grenzen wegen der hohen Kosten des Produktionszyklus und des Transports über den Ozean. 2017 gingen nur weniger als zwei Millionen Tonnen an europäische Kunden, und zwar hauptsächlich an jene, die keine Gaslieferungen aus Russland erhalten. Der Anteil des amerikanischen LNG am Gasverbrauch europäischer Länder beträgt lediglich einen halben Prozent.

Die ersten Ergebnisse 2018 zeigen, dass Gazprom-Lieferungen in europäische Länder außerhalb der ehemaligen Sowjetunion weiterhin zunehmen. Laut bisherigen Informationen lieferten wir im ersten Halbjahr 2018 an diesen Markt 101,2 Milliarden Kubikmeter Gas. Dies überbietet diese Kennzahl im gleichen Zeitraum des Rekordjahres 2017 um 5,7 Prozent bzw. um 5,5 Milliarden Kubikmeter. Bleibt diese Tendenz bestehen, können unsere Exporte ins ferne Ausland aufgrund von Jahresergebnissen 2018 einen neuen historischen Höchststand von rund 200 Milliarden Kubikmetern erreichen.

Die Nord Stream gewährleistet zuverlässig unsere Lieferungen an den europäischen Markt auf der effizientesten Route. Die Ostseeroute hat ihre Zuverlässigkeit, Sicherheit und Effizienz als Ferngasleitung, die Europa mit den Gasfeldern in Russland verbindet, bewiesen. Seit Inbetriebnahme dieser Ferngasleitung wurden bis November 2017 durch die Pipeline Nord Stream aus Russland nach Deutschland 200 Milliarden Kubikmeter Gas geliefert.

Auf den Erfolg der Nord Stream gestützt, setzt Gazprom das Projekt Nord Stream 2 um. 2017 wurden Vereinbarungen über dessen Finanzierung mit ENGIE, OMV, Shell, Uniper und Wintershall unterzeichnet.

Die neue Gaspipeline wird zum Jahresende 2019 fertiggestellt sein. Mit ihrer Inbetriebnahme wird die Durchsatzleistung des ausländischen Teils des Nördlichen Gastransportkorridors auf 110 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr steigen.

Sämtliche Bau- und Betriebsgenehmigungen für die avisierte Gaspipeline wurden bereits von Deutschland, Finnland und Schweden erteilt.

Die Route über den Nördlichen Gastransportkorridor von der Halbinsel Jamal nach Greifswald ist fast 2.000 Kilometer kürzer, als über den Zentralen Korridor durch die Ukraine. Die neuen Gaspipelines des Nördlichen Korridors unterscheiden sich von den ukrainischen durch einen geringeren Metallaufwand, einen niedrigeren Energieaufwand und eine wesentlich geringere Kohlenwasserstoffspur.

Im Februar 2018 waren es 15 Jahre seit Inbetriebnahme der Gaspipeline Blue Stream, auf die mehr als 50 Prozent russischer Gasexporte an den türkischen Markt entfallen. Insgesamt erfolgten in diesem Zeitraum über diese Ferngasleitung Transporte von mehr als 158 Milliarden Kubikmetern Gas. Laut Jahresergebnissen 2017 erreichten die über diese Pipeline gelieferten Gasmengen einen Rekordwert von 15,9 Milliarden Kubikmetern. Gaslieferungen über die Blue Stream verliehen der Entwicklung des türkischen Gasmarktes einen mächtigen Antrieb.

Derzeit baut Gazprom eine neue Gaspipeline durch das Schwarze Meer – die TurkStream. Der Bau des ersten Strangs dieser Pipeline ist abgeschlossen. Zum ersten Mal in der Welt wurde ein Rohr mit einem Durchmesser von 810 Millimetern 2.200 Meter tief verlegt. Dank der TurkStream wird die Zuverlässigkeit der Gaslieferungen an unsere türkischen und europäischen Partner noch mehr zunehmen.

Die wachsende Nachfrage nach Gas in Europa verlangt garantiert stabile Lieferungen. Deren Zuverlässigkeit wird durch unterirdische Gasspeicher gesichert, die Gazprom im Ausland betreibt. Wir sind bestrebt, dass ihr aktives Speichervolumen mindestens fünf Prozent der Jahresexportmengen beträgt. In den letzten zehn Jahren legte es knapp ums 3fache zu.

Die geografische Reichweite der Gazprom-Beteiligung an ausländischen UGS-Projekten wird sowohl in Europa als auch in anderen Ländern stetig erweitert. Gegenwärtig bewerten wir aus technischer und wirtschaftlicher Sicht Möglichkeiten für eine Beteiligung der Gazprom-Gruppe an neuen Projekten für unterirdische Gasspeicherung in Österreich, der Slowakei, China und in anderen Ländern.

Um den Kundenkreis zu erweitern und Lieferungen ins Ausland flexibler zu gestalten, entfaltet Gazprom Aktivitäten auf dem internationalen Markt für verflüssigtes Erdgas. 2017 erhielten neun Länder LNG aus dem Portfolio der Gazprom-Gruppe. Der größte Teil der Handelsgeschäfte (80 Prozent) entfiel auf Länder der asiatisch-pazifischen Region. Darunter ist Indien, das zu den dynamischsten asiatischen Gasmärkten gehört. 2017 lieferten wir LNG auch an einen für uns neuen Markt, nämlich nach Spanien, das bislang keinen Zugang zu unserem Pipelinegas hat.

Während wir eigene Möglichkeiten für die LNG-Herstellung ausweiten, leisten wir gemeinsam mit Shell Vorbereitungsarbeiten für die dritte Ausbaustufe des Betriebs Sachalin II mit einer Kapazität von 5,4 Millionen Tonnen LNG jährlich. Darüber hinaus arbeiten wir an einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie, um grundsätzliche technische Lösungen für das Projekt Baltic LNG mit einer Kapazität von zehn Millionen Tonnen jährlich zu definieren.

Der weltweit dynamischste Gasmarkt ist China. Die Nachfrage nach Gas wächst in China immer schneller. 2015 legte sein Verbrauch um fünf Prozent, 2016 um sieben Prozent und 2017 bereits um 15 Prozent zu. Der Gasanteil am Energiemix der VR China wird von den derzeitigen sieben Prozent auf zehn Prozent im Jahr 2020 und auf 15 Prozent im Jahr 2030 steigen. Das bedeutet, dass China in den nächsten paar Jahren bis zu 360 Milliarden Kubikmeter Gas benötigen wird.

Die Eigenförderung in diesem Land stellt diese Mengen nicht sicher, daher stockt China Importe auf. Heutzutage decken sie die Binnennachfrage nach Gas fast zu 40 Prozent ab. Das potentielle Fassungsvermögen des chinesischen Marktes ist so groß, dass er mittelfristig bis zu 110 Milliarden Kubikmeter russisches Pipelinegas benötigen kann.

Die Pipeline Power of Siberia wird im Dezember kommenden Jahres in Betrieb genommen, und dann werden russische Gaslieferungen nach China beginnen. Im Laufe von 30 Jahren werden wir über eine Billion Kubikmeter Gas in die VR China liefern. Russisches Gas wird helfen, den chinesischen Markt auszugleichen, dessen Liquidität zu erhöhen und Defizite, wie sie 2017 entstanden sind, zu vermeiden.

2017 wurde der Grundstein für die Errichtung einer weiteren Route für Pipelinegaslieferungen nach China gelegt. Gazprom und CNPC unterzeichneten ein Abkommen, nach dessen Maßgabe zusätzliche Gasmengen aus dem russischen Fernen Osten nach China geliefert werden sollen.

Die Partnerschaft der Gazprom mit chinesischen Unternehmen beschränkt sich nicht auf Gaslieferungen. Es wird auch Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Untertagespeicherung, der gasbasierten Stromerzeugung in China und des Erdgases als Kraftstoff sowie im sozialen Bereich ins Auge gefasst.

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

wir werden auch weiterhin unsere Mission erfüllen und russische sowie ausländische Verbraucher zuverlässig, reibungslos und was besonders wichtig ist – auch im Winter in Zeiten des Spitzenverbrauchs – mit Energie versorgen. Dies ist für uns Priorität Nummer eins!

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.