Bericht von Alexey Miller auf der Versammlung der Aktionäre

Bericht des Vorstandsvorsitzenden der ОАО Gazprom, Alexey Miller, auf der Jahreshauptversammlung der Aktionäre

Gazprom behauptet Führungsposition

Sehr geehrte Aktionäre!

Zur Jahreshauptversammlung wurden detaillierte Unterlagen über die Tätigkeit der ОАО Gazprom und ihrer Tochtergesellschaften 2013 vorbereitet: Der Jahresabschlussbericht, die buchhalterischen Jahresabrechnungen, das Gutachten der Revisionskommission, das Gutachten der Wirtschaftsprüfung und andere Materialien.

Der Aktionärsversammlung ist vorgeschlagen folgende Dokumente zu billigen:

  • Jahresabschlussbericht der ОАО Gazprom für 2013;
  • Die Buchhalterische Jahresabrechnung der ОАО Gazprom für 2013;
  • Verteilung des Gewinns sowie die Vorschläge des Aufsichtsrates zu der Höhe, den Fristen und der Form der Ausschüttung der Dividenden aufgrund der Ergebnisse von 2013.

Zur Genehmigung durch die Versammlung wurden Geschäfte vorgelegt, an deren Abwicklung Interesse besteht, darunter auch solche, die in Zukunft im Prozess der Ausübung der herkömmlichen wirtschaftlichen Tätigkeit getätigt werden können.

Der Versammlung wird vorgeschlagen, die Bürgschaft gegenüber der South Stream Transport B.V. für die Erfüllung der Verpflichtungen der ООО Gazprom Export gemäß Vertrag über den Gastransport durch die South Stream Pipeline und über die Schaffung von Voraussetzungen für erfolgreiche Finanzierung des South Stream Projekts zu genehmigen.

Die Versammlung soll ferner Beschlüsse zur Ernennung des Abschlussprüfers, zur Auszahlung von Vergütungen an die Mitglieder des Aufsichtsrates und Mitglieder der Revisionskommission der Gesellschaft sowie zur Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrates und der Revisionskommission fassen.

Entwürfe der Beschlüsse zu diesen Fragen liegen in den Bulletins vor, zusätzliche Information ist in den Unterlagen für die Aktionäre enthalten.

Sehr geehrte Aktionäre!

2013 erzielten wir ausgezeichnete Resultate. Die Dynamik der Hauptkennziffern der Gazprom belegt die Stabilität und Zuverlässigkeit der Tätigkeit unserer Gesellschaft. Das wichtigste Resultat des Jahres sind die neuen Leistungen auf unserem strategischen Kurs zur Festigung der Führerschaft im Energiebereich. Wir erzielten ein Rekordniveau der Gaslieferungen nach Europa. Wir sind führend bei der Erschließung der Kohlenwasserstoffe in der russischen Arktis. Wir starteten als erste in Russland die Untersee-Förderung von Erdgas. Die Gazprom Gruppe entwickelte sich zum weltgrößten Produzenten von Wärmeenergie. Im Berichtsjahr erwirkte Gazprom weltweite Führung gemäß dem Indikator EBITDA – Gewinn vor Gewinnsteuer, Zinsen und Abschreibungen.

2013 bemühten wir uns um die Verbesserung des Geschäftsmanagements und arbeiteten an der Erhöhung der Effizienz der wirtschaftlichen Tätigkeit, wodurch wir das Berichtsjahr ungeachtet der keineswegs einfachen Situation in der Welt-, der europäischen und der russischen Wirtschaft erfolgreich abschließen konnten. Gazprom zeigte ein Wachstum der finanziellen Indikatoren. So stiegen in der Gazprom Gruppe die Verkaufserlöse um 4,9 Prozent und der Reingewinn um 8,8 Prozent.

Die finanziellen Resultate des Jahres gestatten uns, die Höhe der Dividenden anzuheben. Aufgrund der Ergebnisse der ОАО Gazprom für 2013 empfiehlt der Aufsichtsrat, Dividenden in Höhe von 7,20 Rubel je Aktie auszuschütten. Das sind über 20 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr!

Sehr geehrte Aktionäre!

Im Energiegeschäft können nur die Unternehmen erfolgreich sein, die in der Lage sind, ihre Reserven aufrechtzuerhalten. Gazprom ist ein solches erfolgreiches Unternehmen. Im Berichtsjahr unternahmen wir alles Notwendige zur weiteren Umsetzung der Strategie der Führerschaft bei der Erneuerung und Erweiterung der Ressourcenbasis.

Der Zuwachs der Vorräte an Kohlenwasserstoffen durch geologische Erkundung betrug 2013: bei Erdgas 646,9 Milliarden Kubikmeter, bei Kondensat und Öl 50,3 Millionen Tonnen. Die Erneuerungsrate machte bei Erdgas 1,33, bei Kondensat 0,51, bei Erdöl 1,33 aus.

2013 erhielten wir 17 Lizenzen für Felder auf dem Schelf der Kara-, der Barents-, der Tschuktschen- und der Ostsibirischen Seen. Die perspektivischen und prognostizierten Ressourcen dieser Lagerstätten machen 17,3 Trillionen Kubikmeter Erdgas und 1,3 Milliarden Tonnen flüssige Kohlenwasserstoffe aus.

Somit betrugen gemäß dem Stand vom Ende des Jahres auf dem Territorium Russlands die Reserven der Gazprom Gruppe an Kohlenwasserstoffen industrieller Kategorien 35 Trillionen 669 Milliarden Kubikmeter Erdgas, 1 Milliarde 381 Millionen Tonnen Gaskondensat und 1 Milliarde 815 Millionen Tonnen Erdöl.

Hinsichtlich der Größe der erkundeten Gasvorräte ist Gazprom unter den Öl- und Gasunternehmen der Welt führend. Der Anteil der Gruppe an den Weltvorräten an Erdgas beträgt 17 Prozent und an den russischen Vorräten 72 Prozent.

Sehr geehrte Aktionäre!

2013 gewannen wir auf dem Territorium Russlands 487,4 Milliarden Kubikmeter Gas. Die Jahresförderkapazitäten der Gazprom betragen 617 Milliarden Kubikmeter Gas. Das ist unsere Reserve, die uns befähigt, mit der Umsetzung unserer Strategie der Diversifizierung der Absatzmärkte fortzufahren.

Wir schufen das grundsätzlich neuartige Zentrum der Gasförderung Jamal. Die Erschließung seiner Ressourcen eröffnete neue Wachstumsperspektiven. Auf dem Vorkommen Bowanenkowskoje erhöhten wir 2013 die Förderung von 4,9 Milliarden Kubikmeter auf 22,8 Milliarden Kubikmeter. Im Verbund mit dem Erreichen der vollen Leistung des Vorkommens Sapoljarnoje bietet es uns die Möglichkeit, den Rückgang der Förderung auf reifen Vorkommen zu kompensieren.

In der Schaltzentrale des Vorkommens Sapoljarnoje
In der Schaltzentrale des Vorkommens Sapoljarnoje

In der Schaltzentrale des Vorkommens Sapoljarnoje

Die vorhandene Leistungsreserve erlaubt uns, saisonbedingte Spitzenlasten im System der Gasversorgung zu bewältigen. In der zurückliegenden Wintersaison wurde mit 1,79 Milliarden Kubikmeter Gas pro Tag das historische Maximum der Gasentnahme durch die Verbraucher im Funktionsbereich des Einheitlichen Systems der Gasversorgung fixiert. In der gleichen Periode wurde mit 725,2 Millionen Kubikmeter ein neuer Leistungsrekord der Untergrundspeicher in Russland für die gesamte Geschichte ihrer Nutzung aufgestellt. Die Wachstumstendenz bei saisonalen Verbrauchsspitzen wird bereits seit etlichen Jahren beobachtet. Deswegen ist unsere Tätigkeit zur Steigerung der Förderung und der Leistung der Untergrundspeicher vollkommen unabkömmlich für die Erfüllung der Mission unserer Gesellschaft – die störungsfreie Versorgung der Verbraucher in der Russischen Föderation und im Ausland mit Gas.

Hinsichtlich der Produktionsergebnisse sollte das Erreichen der Projektleistung der Anlage zur komplexen Aufbereitung von Gas aus den Valangin-Feldern des Vorkommens Sapoljarnoje erwähnt werden. Dadurch erzielten wir 2013 einen starken Zuwachs bei der Förderung von Gaskondensat, und zwar auf 14,7 Millionen Tonnen. Der Zuwachs machte mehr als 14 Prozent aus.

Sehr geehrte Aktionäre!

Gazprom erzielte die Führung bei der Erschließung des russischen Schelfs in der Arktis und bei der Untersee-Förderung von Gas in der Russischen Föderation.

2013 starteten wir auf dem Vorkommen Kirinskoje auf dem Schelf des Ochotskischen Meeres Russlands ersten Untersee-Förderkomplex, mit dem sich Gas ohne Einsatz von Seeplattformen und anderen Überwasser-Konstruktionen fördern lässt. Nach Erreichen der Projektleistung wird diese Lagerstätte 5,5 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr liefern.

Gemäß ihrem strategischen Kurs der geographischen Erweiterung der Produktionsaktivitäten begann Gazprom 2013 mit der Ölförderung auf dem Vorkommen Priraslomnoje auf dem Schelf der Petschorasee. Auf dem Vorkommen Priraslomnoje gewinnen wir Erdöl von einer stationären Bohrinsel aus, die inmitten von Packeis liegt. Dies ist das erste Projekt, ein Pionierprojekt zur Erschließung der Kohlenwasserstoffvorräte der russischen Arktis.

Mit dem Start der industriellen Förderung aus dem Vorkommen Priraslomnoje legten wir den Grundstein für ein weiteres Zentrum der Erdöl- und Erdgasförderung – das Arktische Zentrum!

Die Plattform Priraslomnaja
Die Plattform Priraslomnaja

Die Plattform Priraslomnaja

Bei der Erschließung schwer zugänglicher Vorräte in traditionellen Regionen der Öl- und Gasförderung setzten wir ebenfalls innovative Fördermethoden ein. Vor allem gilt es für Lagerstätten, die in die abschließende Phase ihrer Nutzung treten. Die Gazprom Gruppe setzte im Berichtsjahr die Erschließung der Atschimow-Formation des Vorkommens Urengojskoje, die industrielle Testexploration des Turon-Feldes des Vorkommens Juschno-Russkoje und die Umsetzung des Senon-Projektes auf dem Vorkommen Medweschje fort.

Die Investitionen der Gazprom in die Gasförderung erreichten 2013 insgesamt 190,6 Milliarden Rubel. Diese Zahl spiegelt unter anderem die Anstrengungen zur Senkung der Kosten und umsichtigen Nutzung finanzieller Mittel wider.

Sehr geehrte Aktionäre!

Die Gazprom Gruppe beteiligt sich an 35 Auslandsprojekten zur Erkundung und Förderung von Kohlenwasserstoffen. Damit festigen wir den globalen Status der Gazprom, nutzen die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung und tauschen Erfahrungen aus.

2013 führten unsere Tochtergesellschaften geologische Erkundungsarbeiten in Tadschikistan, Serbien, Rumänien, Ungarn und Algerien durch. Die Förderung betrieben wir im Rahmen von Projekten in der Nordsee und in Vietnam, wo industrielle Förderung von Kohlenwasserstoffen im Oktober 2013 anlief.

Feierliche Zeremonie anlässlich des Beginns der industriellen Gasförderung auf vietnamesischem Schelf
Feierliche Zeremonie anlässlich des Beginns der industriellen Gasförderung auf vietnamesischem Schelf

Feierliche Zeremonie anlässlich des Beginns der industriellen Gasförderung auf vietnamesischem Schelf

2013 erweiterte sich das Portfolio der Auslandsprojekte der Gazprom Gruppe durch Objekte in Bolivien und im Irak. Darüber hinaus unterzeichneten wir im Berichtsjahr ein Swap-Abkommen, mit dem wir einen 50-prozentigen Anteil am Projekt zur Erkundung und Förderung von Erdöl und Erdgas in der Nordsee erhielten.

Sehr geehrte Aktionäre!

Gazprom betreibt ein in Bezug auf seine Größe und seine Qualitätsparameter einzigartiges Gastransportsystem. Wir betrachten das Gastransportsystem der Gazprom als Instrument zur Umsetzung der Interessen unserer Aktionäre und Investoren in Bezug auf Vergrößerung des Volumens und Erhöhung der Effizienz der Verkäufe. Das Gastransportsystem sichert in hohem Maße zuverlässige und störungsfreie Lieferungen und fördert damit die Attraktivität der Gazprom als Partner in Energieprojekten. Ihre Rolle spielen in dieser Hinsicht auch die Ausmaße unseres Gastransportsystems. Im Berichtsjahr wurden auf dem Territorium Russlands 659 Milliarden Kubikmeter Gas in dieses System eingeleitet. Dies ist mehr, als ganz Europas Jahresverbrauch an Gas!

2013 setzten wir erfolgreich unser Zusammenwirken mit der Führung der Republik Belarus fort. Unsere Tochtergesellschaft Gazprom Transgaz Belarus entwickelt sich erfolgreich im Bestand der Gazprom Gruppe. Wir erhöhen die Effizienz und Zuverlässigkeit dieses zum europäischen Markt führenden Transportkorridors.

Einen besonderen Platz nehmen in unseren Gastransport-Kapazitäten die grenzüberschreitenden Seepipeline-Systeme ein, die unter Mitwirkung der Gazprom Gruppe gebaut wurden und betrieben werden. Dies sind der Blue Stream und der Nord Stream. 2013 sicherten sie rund 23 Prozent unserer Lieferungen im Rahmen langfristiger Verträge. Nach der Inbetriebnahme der South Stream Pipeline werden Seegasleitungen zwei Drittel der Exportlieferungen gewährleisten!

Sehr geehrte Aktionäre!

Die Untergrundspeicherung von Gas sichert kontinuierliche Lieferungen unserer Produkte und hilft bei der Erhöhung des kommerziellen Effekts der Arbeit mit den Abnehmern in der Russischen Föderation wie im Ausland. Deshalb arbeiten wir zielstrebig und methodisch an der Erweiterung des Netzes der betriebenen Untergrundspeicher.

Zur Ausspeicherungssaison 2013–2014 vergrößerte sich das Volumen der aktiven Kapazität und der operativen Gasreserven in den Untergrundspeichern in Russland um mehr als 2 Milliarden Kubikmeter gegenüber der vorherigen Saison. So erreichte die operative Reserve 69 Milliarden Kubikmeter. Diese Zahl übersteigt den Jahresverbrauch an Gas in einem Land wie Frankreich.

Gazprom bemüht sich um die Verbesserung der Methoden des Baus von Untergrundspeichern. So wurde 2013 die erste Ausbaustufe des Untergrundspeichers Kaliningrad, des einzigen russischen Speichers in Betrieb genommen, der in Salzkavernen untergebracht ist. Dieser Speicher hat die Energiesicherheit des Verwaltungsgebiets Kaliningrad wesentlich gefestigt.

Unterirdischer Erdgasspeicher Kaliningradskoje
Unterirdischer Erdgasspeicher Kaliningradskoje

Unterirdischer Erdgasspeicher Kaliningradskoje

Von noch größerer Relevanz ist die Untergrundspeicherung für unsere Exporttätigkeit. Angesichts der fortbestehenden Transitrisiken helfen nahe unserer ausländischen Kunden gelegene Untergrundspeicher, saisonbedingte Schwankungen in der Nachfrage zu überbrücken und den Grad der Gefahr von Notsituationen in den Gastransportsystemen ausländischer Betreiber zu senken. In Europa hat die Gruppe Zugang zur aktiven Kapazität von Untergrundspeichern in Österreich, Großbritannien, Deutschland, Serbien und Lettland. Zum Beginn der Wintersaison 2013 betrugen die Speicherkapazitäten der Gazprom in Europa 4,1 Milliarden Kubikmeter, die Tagesleistung 51 Millionen Kubikmeter.

Sehr geehrte Aktionäre!

Als Hauptlieferant von Erdgas in der Russischen Föderation nimmt Gazprom die Mission des Garanten der Energiesicherheit des Staates und stabiler Versorgung der Wirtschaft mit Energie wahr. Zugleich streben wir es als unser Ziel an, die Effizienz unserer Produktions- und Vertriebstätigkeit auf dem Binnenmarkt zu erhöhen.

2013 setzte die Gazprom Gruppe auf dem Binnenmarkt 243,3 Milliarden Kubikmeter Gas ab. Wir haben unsere Verpflichtungen gegenüber den Verbrauchern in Russland voll erfüllt. Die Erlöse aus dem Verkauf von Gas sind ungeachtet der Verringerung der Mengen auf 774 Milliarden Rubel, also um 4,5 Prozent gestiegen. Dies ist ein Beweis dafür, dass wir in der Lage sind, geschäftliche Effizienz unter schwierigen Bedingungen sinkender Nachfrage und zunehmenden Konkurrenzkampes zu gewährleisten.

Wir sind in einem regulierten Marktsegment tätig. So schränkte die Regierung der Russischen Föderation zwecks Unterstützung der sozialökonomischen Entwicklung unseres Landes 2014–2016 die Indexierung der Preise für von der OAO Gazprom geliefertes Gas ein.

Unsere Strategie, die die Unterstützung des russischen Verbrauchers zwecks Förderung zukünftiger Nachfrage voraussetzt, stimmt mit der Politik des Staates in dieser Sphäre überein. Gazprom ist ein sozial engagiertes Unternehmen. An der Absatzstruktur der Gazprom Gruppe haben sozial relevante Verbraucherkategorien wie kommunale Versorgungsbetriebe, öffentlich finanzierte Organisationen und die Bevölkerung einen beträchtlichen Anteil.

Zwecks Erweiterung des Absatzmarktes unternimmt die Gazprom Maßnahmen zur Festigung ihrer Positionen in neuen Regionen des russischen Fernen Ostens. Es wird permanent daran gearbeitet, die Nachfrage nach Gas in den Regionen Kamtschatka und Primorje sowie im Verwaltungsgebiet Sachalin zu fördern. Das Gesamtvolumen der Gaslieferungen an die Verbraucher dieser drei Föderationssubjekte vergrößerte sich 2013 um 28,6 Prozent, die Pläne für 2014 sehen eine Vergrößerung der Lieferungen um weitere 37,7 Prozent vor.

Gazprom setzt ein umfangreiches Gasifizierungsprogramm aktiv um. Dies ist ein Projekt, das die Wirtschaft praktisch aller Regionen unseres Landes direkt beeinflusst und die Lebensqualität von Millionen von Menschen fördert.

2013 wurden für die Umsetzung des Gasifizierungsprogramms 33,9 Milliarden Rubel bereitgestellt, ein Großteil dieser Mittel wurde für den Bau von Gasverteilungsnetzen verwendet.

Die Umsetzung des Gasifizierungsprogramms zeitigt ihre Resultate. Betrug 2005 der durchschnittliche Stand der Gasifizierung in Russland etwas mehr als 53 Prozent, so war er 2013 auf über 65 Prozent gestiegen. Das Gasifizierungsniveau ländlicher Gebiete hoben wir um 25 Prozentpunkte an!

Gasifizierung der russischen Regionen dauert fort
Gasifizierung der russischen Regionen dauert fort

Gasifizierung der russischen Regionen dauert fort

2013 wurde in 321 Ortschaften von 41 russischen Regionen der Bau von 170 Überlandleitungen mit einer Gesamtlänge von 2.500 Kilometer vollendet. Dadurch wurden Voraussetzungen für die Gasifizierung von etwa 72.000 Landhäusern und Wohnungen geschaffen, rund 400 Kesselanlagen wurden auf Gas umgestellt.

2013 startete in Russland das staatliche Programm der Gasifizierung des Kraftverkehrs. Es handelt sich praktisch um die Entstehung eines neuen Zweigs der russischen Wirtschaft – der Industrie des Gasmotorkraftstoffs. Laut Prognosen soll der Verbrauch von komprimiertem Erdgas als Motorkraftstoff bis 2020 auf das 30fache steigen und mehr als 10 Milliarden Kubikmeter im Jahr erreichen. Gazprom beteiligt sich an diesem Prozess sehr aktiv – es wurde ein spezialisiertes Unternehmen, Gazprom Gazomotornoye Toplivo, gegründet, das als Alleinbetreiber für die Entwicklung dieses Marktes agiert.

Das Ziel dieser Arbeit ist bedeutendes und stabiles Wachstums des Absatzes von komprimiertem und verflüssigtem Erdgas auf dem Motorkraftstoff-Markt in Russland und im Ausland. Die Schlüsselrichtung dieser Aktivitäten ist der Aufbau einer Gasmotor-Infrastruktur.

2014 arbeiten wir in zehn Pilotregionen Russlands mit einem Gesamtvolumen der Investitionen von mehr als einer Milliarde Rubel. Insgesamt sollen in russischen Regionen 2020 mehr als 2.000 automatische Gasbetankungsanlagen funktionieren.

Die Ablösung von herkömmlichem Kraftstoff im Automobilverkehr wird einerseits gestatten, den Absatzmarkt für Erdgas zu erweitern und andererseits helfen, einen Anstieg der Tarife im öffentlichen Verkehr zu vermeiden, Betriebskosten zu sparen und die Umweltsituation zu verbessern.

Sehr geehrte Aktionäre!

2013 lieferte die Gazprom Gruppe 162,7 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Europa und in die Türkei. Dies ist eine Rekordmenge für die gesamte Geschichte der russischen und der sowjetischen Gasindustrie.

Gegenüber dem Vorjahr steigerten wir die Lieferungen nach Europa um 16,3 Prozent. Wir erzielten dieses Resultat vor dem Hintergrund des Rückgangs der Liefermengen anderer Exporteure: Katar – um 20,7 Prozent, Nigeria – um 38 Prozent, Algerien – um 19 Prozent, Großbritannien – um mehr als 6 Prozent, Norwegen – um nahezu 5 Prozent. Wir konnten das Exportvolumen ungeachtet des Rückgangs des Gasverbrauchs in Europa vergrößern, der in den letzten drei Jahren im Schnitt 1,5 Prozent im Jahr ausmachte.

Wachstum des Geschäftsvolumens auf sinkenden Märkten ist ein Ergebnis, um das uns viele Unternehmen des Energiesektors beneiden können. Was ermöglichte diesen Erfolg? Die Antwort liegt auf der Hand: Dies ist unser konsequente Vorgehen bei der Umsetzung unserer strategischen Richtlinien in der Arbeit mit Partnern und Kunden, bei der Wahl der Prioritäten. Wir verstanden es, die Vorteile der Fernleitungen für Gaslieferungen und des Systems der Vermarktung auf der Basis langfristiger Verträge auszunutzen. Wir verstanden es, unsere Verträge rechtzeitig den aktuellen Marktbedingungen anzupassen. Dabei wurden ihre Basisgrundsätze einschließlich der Ölprodukt-Indexierung aufrechterhalten.

Ganz gewiss wurde die Vergrößerung unserer Lieferungen nach Europa auch durch den Rückgang der eigenen Erdgasförderung in europäischen Ländern und die Abwanderung von verflüssigtem Erdgas aus Europa nach Asien begünstigt. Doch wir konnten diese Umstände nur nutzen, weil wir über ausreichende Ressourcen und Transportkapazitäten verfügen.

Unsere Produktionskapazitäten sind auch in diesem Jahr gefragt. Die jüngsten Angaben zeigen, dass die Gasentnahme durch unsere Kunden in der jetzigen Sommerperiode auf einem Niveau erfolgt, das für den Winter kennzeichnend ist. Wir haben allen Grund, gute Exportresultate auch im laufenden Jahr zu prognostizieren.

Sehr geehrte Aktionäre!

Gazprom hatte 2013 folgende Anteile am europäischen Markt: am Gasverbrauch über 30 Prozent und am Import 64 Prozent. Zur weiteren Erfüllung der Mission des europäischen Lieferanten Nr. 1 müssen wir alles vollenden, was wir uns für die Diversifizierung der Exportrouten einplanten. 2013 wurde eine Reihe wichtiger Etappen des South Stream Projekts vollendet. Im Oktober wurde die erste Naht auf dem bulgarischen Pipelineabschnitt verschweißt, im November begann der Bau des serbischen Abschnitts. Für die ersten zwei Stränge des Offshore-Teils der Pipeline sind bereits Ausschreibungen durchgeführt und Lieferanten von Rohren gewählt. Ihre Herstellung läuft in Rohrwalzwerken in Russland und Deutschland auf Hochtouren. Mit einer italienischen und einer schweizerischen Firma wurden Verträge über die Verlegung der zwei Stränge der Erdgasleitung abgeschlossen. Im Herbst dieses Jahres beginnt die Verlegung der Pipeline im Tiefseebereich des Schwarzen Meeres. Auf Gas aus der South Stream Leitung warten Verbraucher in Süd- und Mitteleuropa.

Die erste Naht der South Stream Pipeline auf bulgarischem Gebiet wird verschweißt
Die erste Naht der South Stream Pipeline auf bulgarischem Gebiet wird verschweißt

Die erste Naht der South Stream Pipeline auf bulgarischem Gebiet wird verschweißt

Das South Stream Projekt entspricht den wirtschaftlichen Interessen aller beteiligten Länder und wird gebaut werden. Momentan unternehmen wir gemeinsam mit unseren Partnern alles, um die Arbeiten zu den vorgemerkten Terminen abzuschließen. Ende 2015 wird durch die South Stream Leitung erstes Gas strömen.

Sehr geehrte Aktionäre!

2013 wurde ein großer Umfang an Arbeiten geleistet, der die bereits in diesem Jahr erfolgte Unterzeichnung eines 30-Jahre-Vertrags über die Lieferung von Erdgas nach China im Werte von 400 Milliarden Dollar ermöglichte. Der Vertrag stellt in Ausmaß und Relevanz einen Rekord dar. Er transformiert die Struktur der Weltmärkte und leitet beschleunigte Umsetzung des Programms zur Erschließung der Ressourcen Ostsibiriens und des russischen Fernen Ostens ein.

Im Zuge der Vorbereitungen für die Erfüllung des Vertrags wird das Vorkommen Tschajandinskoje erschlossen und die Ferngasleitung „Power of Siberia“ gebaut werden. Die Umsetzung dieser Projekte wird nicht nur die erforderlichen Mengen für den Export nach China sichern, sondern auch die Rohstoffbasis der LNG-Projekte erweitern, die auf die rasch wachsenden Premium-Märkte der Asiatisch-Pazifischen Region ausgerichtet sind.

Gazprom realisiert konsequent das Programm zur Erweiterung der Produktion und Ausfuhr von verflüssigtem Erdgas. 2013 lieferte das LNG-Werk des Sachalin-II Projekts, an dem Gazprom als Mehrheitsaktionär beteiligt ist, 10,8 Millionen Tonnen verflüssigtes Erdgas auf ausländische Märkte. Die Unternehmen der Gazprom Gruppe arbeiten an der Festigung der Positionen auf dem internationalen LNG-Markt und Erweiterung der Kundenbasis, was für den Ausbau unserer Tätigkeit in diesem Segment der Gasindustrie erforderlich ist.

2013 wurde die endgültige Investitionsentscheidung zum Wladiwostok LNG Projekt in der Region Primorje getroffen. Im Berichtsjahr unterzeichnete die ОАО Gazprom ferner ein Memorandum mit der Regierung des Verwaltungsgebiets Leningradskaja über die Umsetzung des Baltic LNG Projekts. 2013 machten die Gaslieferungen der Gazprom Gruppe nach Ländern des nahen Auslands 59,4 Milliarden Kubikmeter und die Verkaufserlöse 423,5 Milliarden Rubel aus.

3D-Modell des Wladiwostok-LNG Projekts
3D-Modell des Wladiwostok-LNG Projekts

3D-Modell des Wladiwostok-LNG Projekts

Der Rückgang der Erdgaslieferungen nach Ländern des nahen Auslands 2013 geht im Wesentlichen auf den geringeren Verbrauch in der Ukraine zurück. Die bekannten Vorgänge in der Ukraine veranlassen uns leider dazu, eine Fortsetzung dieser Tendenz zu prognostizieren.

Sehr geehrte Aktionäre!

2013 gewannen wir auf der Basis unserer Tochtergesellschaft Gazprom Neft unter Hinzurechnung der Förderung in den abhängigen Gesellschaften 50,6 Millionen Tonnen Erdöl. Die führenden Produktionsfirmen der ОАО Gazprom Neft beuten Lagerstätten im Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen, im Autonomen Bezirk der Chanten und Mansen, in den Verwaltungsgebieten Omsk, Tomsk, Tjumen, Orenburg und Irkutsk sowie in der Republik Sacha (Jakutien) aus.

Eine Tochtergesellschaft der Gazprom Neft erkundet und fördert Erdöl in Serbien, Angola, Bosnien und Herzegowina sowie Ungarn. Gazprom Neft ist ferner an mehreren Vertrag zur Produktionsverteilung und an Projekten zur Erkundung und Förderung von Kohlenwasserstoffen im Irak und in Venezuela beteiligt.

Die Gesellschaft Gazprom Neft wendet aktiv fortgeschrittene Förderverfahren an. Der Anteil hochtechnologischer Bohrungen am gesamten Bohrvolumen vergrößerte sich binnen drei Jahren von 4 Prozent auf 35 Prozent. Durch Anwendung neuer Verfahren waren bei Gazprom Neft Ende 2013 insgesamt 22 Millionen Tonnen an schwer förderbaren Ressourcen in die Ausbeutung einbezogen.

Die Investitionen in die Förderung von Erdöl und Gaskondensat vergrößerten sich 2013 auf mehr als das Doppelte und betragen nunmehr über 189 Milliarden Rubel.

Wir erhöhen von Jahr zu Jahr das Niveau nutzbringender Verwendung von Erdölgas, und zwar von 59 Prozent 2009 auf 82 Prozent 2013. 2013 vergrößerten die Unternehmen der Gazprom Gruppe auch die Verarbeitungstiefe von Rohöl. In der Raffinerie Omsk sind es 91 Prozent. Das ist eines der besten Resultate in der Branche.

2013 stellten sich alle Raffinerien von Gazprom Neft auf dem Territorium Russlands mit bedeutendem Vorsprung gegenüber den durch die Regierung Russlands definierten Terminen auf die Erzeugung von Kraftstoff der 5. Umweltklasse mit extrem niedrigem Schwefelgehalt um.

An einer Tankstelle der ОАО Gazprom Neft
An einer Tankstelle der ОАО Gazprom Neft

An einer Tankstelle der ОАО Gazprom Neft

Die Gazprom Gruppe vergrößert konsequent den Umfang der Vermarktung von Produkten der Erdölverarbeitung. Die Erlöse aus dieser Tätigkeit sind, wie auch in der vorausgehenden Periode, gewachsen und jetzt erreicht 1 Trillion 350 Milliarden Rubel. Das ist das Ergebnis unserer zielgerichteten Arbeit zu Steigerung der Erzeugung von Produkten mit hohem Mehrwertanteil.

Sehr geehrte Aktionäre!

2013 konnte die Gazprom ihre strategische Führungsstellung im russischen Elektroenergiesektor wesentlich stärken.

Anfang vergangenen Jahres nahm die Gruppe das neue „Energieherz von Sotschi“ – das Wärmekraftwerk Adler – in Betrieb. Dieses hochmoderne Wärmekraftwerk bewährte sich als Schlüsselobjekt der Strom- und Wärmeversorgung der Hauptinfrastruktur der Olympischen Winterspiele und versorgt nun die Stadt Sotschi mit Energie.

Zu einem der wichtigsten Ereignisse von 2013 gestaltete sich der Beitritt der Moskauer Vereinigten Energiegesellschaft (OAO MOEK), des führenden Infrastruktur-Unternehmens der russischen Hauptstadt und einer Reihe von Städten aus der nahen Umgebung von Moskau, zur Gazprom Gruppe. Mit der Eingliederung der МОEК avancierte Gazprom zu Russlands größter Gruppe auch in Bezug auf die installierte Wärmekapazität, und zwar als Ergänzung zu ihrer führenden Stellung in unserem Land nach dem Umfang der elektrischen Kapazität.

Das Investitionsprogramm der Gazprom Gruppe ist eines der größten dieser Art im russischen Elektroenergiesektor. Die Energie erzeugenden Unternehmen der Gruppe – Mosenergo, TGK-1 und OGK-2 – setzen seit 2007 Investitionsprogramme zur Inbetriebnahme und Rehabilitierung von Kapazitäten im Rahmen eines Systems von Verträgen über Bereitstellung von Kapazität um.

Die installierte Kapazität unserer Energie erzeugender Unternehmen beträgt 38 Gigawatt. Der Gazprom-Anteil an der Erzeugung von Elektroenergie in Russland beträgt 15 Prozent und an der Wärmeerzeugung 22 Prozent.

Sehr geehrte Aktionäre!

Die Resultate von 2013 brachten die Gazprom in führende Position in der Entwicklung der Weltenergiewirtschaft. Uns steht umfangreiche Arbeit zur Erschließung neuer Verfahren, neuer Öl und Gas fördernder Regionen und neuer Märkte bevor. Wir werden auch künftighin auf die Erhöhung der Produktions- und Finanzkennziffern hinarbeiten und die Richtungen unserer Tätigkeit, die Arten unserer Produkte und die Methoden ihrer Vermarktung diversifizieren. Und das alles im Interesse unserer Aktionäre!

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!