Blue Corridor erweitert seine Grenzen

Fotos können unter Quellenangabe verwendet werden.

9. Dezember 2014

Anfang Oktober fand die fällige, bereits achte, Rallye mit Erdgas betriebener Fahrzeuge unter dem Namen Blue Corridor statt. Zum wiederholten Male beteiligte sich eine Kolonne von Gasfahrzeugen an einer Rallye zur Förderung dieses umweltfreundlichsten, hochtechnologischen und aussichtsreichsten Motorkraftstoffs.

Die Rallye Blue Corridor wird bekanntlich von der Gazprom seit 2008 alljährlich (2011 waren es sogar zwei Rallyes) mit dem Ziel veranstaltet, die Vorteile von Erdgas als Kraftstoff und dieses Erdgas verwendende Technik zu demonstrieren. Dieses Archivbild vom 23. Oktober 2011 zeigt die Teilnehmer der Rallye Blue Corridor-2011 auf der Trasse Orenburg — Samara.

Was ist am Erdgas denn so attraktiv? Erstens kostet es lediglich die Hälfte oder gar ein Drittel vom Preis des herkömmlichen Kraftstoffs, zweitens verringern sich beim Einsatz von Erdgas die schädlichen Emissionen in die Atmosphäre weitgehend und drittens geht der Motorverschleiß um 35–45 Prozent zurück. Ist es nun kein idealer Motorkraftstoff? Der Film bietet noch viel mehr interessante Fakten in Sachen Gaskraftstoff.

Erdgas wird heute als Kraftstoff in mehr als 80 Ländern verwendet, damit werden weltweit ca. 20 Millionen Kraftfahrzeuge betankt. Diese Zahlen wachsen weiter, und zwar auch dank unseren Rallyes.

Laut Statistiken wuchs die Anzahl der Tankstellen in jenen europäischen Staaten, durch die die Routen der Blue Corridor Rallye verliefen, von 2009 bis 2014 um 40 Prozent (nahezu 600 neue Tankstellen kamen hinzu), die Nachfrage nach Erdgas verdoppelte sich, und der Park mit Gas betriebener Fahrzeuge vergrößerte sich um 20 Prozent.

Und nun berichten wir ausführlicher von der Rallye Blue Corridor-2014. Es war dies in gewisser Weise eine in ihrer Art einmalige Veranstaltung — sie startete am 7. Oktober 2014, am Tag der Eröffnung des Petersburger Internationalen Gasforums.

An der feierlichen Start-Zeremonie beteiligten sich der Vorstandsvorsitzende der ОАО Gazprom Alexey Miller und der Senior Vice President der E.On Global Commodities Uwe Fip.

Alexey Miller gab das Startsignal für die Rallye.

An der Ampel leuchtete Grün auf und die Fahrzeuge machten sich auf den Weg.

Russland war bei dieser internationalen Rallye wie folgt vertreten: gemeinsame Besatzung der deutschen E.On und der Gazprom Export (Andre Schumann, Evgeny Pronin, Vladimir Tatarkin),…

… die Besatzung der Gazprom Gazomotornoye Toplivo (Irina Ivanova, Alexandr Nosov, Stanislav Urzhumtsev, Kirill Anufriev, Anatoly Sokolov), …

… die Besatzung von Titan Severo-Zapad (Anna Travkina, Alexandr Sergeyevichev)…

…und das Team von RariTEK mit einem Sport-KAMAZ (Karim Zakirov, Alexandr Trushkov).

Neben den russischen Teilnehmern beteiligte sich die Mannschaft der slowenischen Gesellschaft Comita (Drashak Luka, Tomaz Seher Klavora, Urban Ocvirk, Vladimir Stamenkov, Milenko Pintar) am Start der Rallye. Um es gleich vorwegzunehmen: Alle Mitglieder der Besatzungen arbeiten in den Unternehmen, die sie repräsentieren. In den Städten, durch die die Rallye-Route verlief, veranstalteten sie Workshops, Rundtisch-Diskussionen und Konferenzen zur Nutzung von Erdgas als Kraftstoff.

Vor den Teilnehmern der Blue Corridor Rallye liegt ein 6.500 Kilometer weiter Weg durch Europa von der Ostsee bis zur Adria.

Die Route für die Fahrt der Kolonne berücksichtigt immer das Vorhandensein von Gastankstellen. Zum ersten Mal wird nach Passieren der russischen Grenze in der Stadt Narva (Estland) nachgetankt. In Estland funktionieren derzeit fünf Gastankstellen und der Park mit Gas betriebener Fahrzeuge zählt 300 PKW und 17 Busse.

Mit seinem Energiepotential ist ein Kubikmeter Erdgas in etwa einem Liter Benzin gleich, das heißt, Gasfahrzeuge verbrauchen, ohne etwas an Leistung einzubüßen, ebenso viel Kraftstoff wie herkömmliche Autos. Durch den günstigen Preis gehen die Kraftstoffkosten jedoch im Schnitt auf die Hälfte zurück. Urteilen Sie selbst: In Estland kostet ein Kilogramm verdichtetes Erdgas 0,77 Euro (0,59 Euro/Kubikmeter), ein Liter Super 95 aber 1,28 Euro. Der Preis für verdichtetes Erdgas an russischen Tankstellen beträgt, je nach Region, 9 bis 15 Rubel je Kubikmeter und für Super 95 rund 35 Rubel/Liter.

Aus Estland bewegte sich die Kolonne Richtung Lettland weiter. In Riga und Umgebung werden derzeit lediglich einige wenige Autos und Busse mit Gas betrieben und die gesamte Gaskraftstoff-Infrastruktur besteht aus zwei mit automatischen Gasbetankungsanlagen ausgestatteten Tankstellen. Es gibt in diesem Land jedoch Enthusiasten, die bereit sind, in die Entwicklung dieses Marktsegments zu investieren. Unser Bild: eine Ausstellung von Gasmotorfahrzeugen auf dem Rathausplatz in Riga.

Es war allerdings von Anfang an klar, dass der Kamaz mit Gasmotor als „Star“ der Rallye gefeiert wird. Der Sportriese erweckte starkes Aufsehen und viele ließen es sich auch nicht nehmen, mal in den Pilotensessel zu steigen!

In Posen (Polen) beteiligten sich die Gasmotorfahrzeuge an der Umweltmesse POLEKO. Großes Interesse für die Veranstaltung zeigten Verkehrshochschulen. Die meisten Besucher der Ausstellung waren Studenten — künftige junge Spezialisten polnischer Verkehrsunternehmen.

In Posen schlossen sich Kollegen von Gazprom Germania der Rallye an. Erstmals in der Geschichte des Blue Corridor beteiligte sich eine komplett durch Damen gestellte Besatzung an der Rallye. Maya Schneider und Lyudmila Tatarchuk legten mit der Kolonne einen wesentlichen Teil der Route zurück.

An der Rallye beteiligte sich übrigens von Anfang an eine weitere Dame — Anna Travkina von der Gesellschaft Titan Severo-Zapad. Anna bewältigte mit dem Kamaz die Strecke von Vilnius bis Posen als Navigator.

An der neuen Gastankstelle in Most (Tschechien). Die Tankstelle liegt auf dem Gelände der lokalen Niederlassung der Tschechischen Post. Die Niederlassung plant demnächst 20 mit Gas betriebene Kleinlaster für die Zustellung von Post und Fracht zu erwerben. Dies wird stete Auslastung der Tankstelle sichern. Die Besatzungen nahmen an der feierlichen Einweihung der Tankstelle teil, tankten ihre Fahrzeuge voll auf und machten sich auf den Weg in Richtung Deutschland.

In Bamberg (Deutschland) eröffnete die Gesellschaft Gazprom Germania eine von einem anderen Betreiber übernommene Tankstelle nach Wiederaufbau und Rebranding wieder. Diese Tankstelle besitzt bereits einen ständigen Gewerbekunden — die Buskolonne der Deutschen Bahn, die den Bahnhof der Stadt bedient. An der Eröffnungszeremonie beteiligten sich (von links nach rechts): Andre Schumann (E.ON), Markus Buggisch (Gazprom Germania) und Evgeny Pronin (Gazprom Export).

In Nürnberg (Deutschland) wurde im Rahmen einer Ausstellung für Gasmotortechnik der Sportwagen VW Scirocco, Teilnehmer des in seiner Art einmaligen Renn-Monopokals gasbetriebener Fahrzeuge VW Scirocco R-Cup gezeigt, der traditionell durch die ООО Gazprom Germania gefördert wird.

Im Verlaufe der Rundtisch-Diskussion in Nürnberg wurde bekanntgegeben, dass laut Angaben der Deutschen Energie-Agentur DENA die Emissionen des Kraftverkehrs 1990 — 2012 um 40 Prozent gewachsen sind und weiterhin eine wachsende Tendenz aufweisen. Einsatz von Erdgas als Kraftstoff wird die Verschmutzung reduzieren helfen. Laut DENA wird die Umstellung auf komprimiertes Erdgas (CNG) die schädlichen Emissionen um 10 Prozent pro Jahr verringern.

Die Route der Rallye Blue Corridor-2014 verläuft durch reizvolle europäische Städte, …

… malerische Magistralen, …

… und von Sonne durchflutete Alpen.

In Lichtensteins Hauptstadt Vaduz rief die dortige Gastankstelle erhöhtes Interesse der Teilnehmer der Rallye hervor. Sämtliche Grundausrüstungen (drei Kompressoren, zwei Luftkühlblöcke und Gasspeicher) sind über der Tankstelle installiert, wodurch die von der Tankstelle beanspruchte Fläche wesentlich reduziert werden konnte.

Zum „Äquator“ der Rallye wurde die Internationale Konferenz in Mailand, veranstaltet durch die Tochtergesellschaft der Gazprom Export Promgas S. p. A. und die Italienische Gasmotor-Assoziation (NGV Italy) mit Unterstützung der Regierung der Region Lombardei (Italien).

Auf dem Weg von Italien nach Slowenien hielt die Kolonne in der Nähe von Venedig zum Tanken. Hier fiel sogar Wartezeit an — der Strom der tankenden Fahrzeuge riss nicht ab. Also ist dieser Kraftstoff in Italien offenbar sehr beliebt.

Der Rückweg führte durch die Teilnehmerländer des South Stream Projekts. In Ljubljana (Slowenien) fand gleichfalls eine Rundtisch-Diskussion zum Thema Markt für Gasmotorkraftstoff statt. Im Saal versammelten sich etwa einhundert interessierte Teilnehmer: Manager, Geschäftsleute, Wissenschaftler und Journalisten.

Der straffe Veranstaltungsplan ließ nur kurze Stopps zum Auftanken zu. Häufig reichte die Zeit nicht einmal dazu aus, sich in einer neuen Stadt umzuschauen. Ein Erinnerungsfoto - und los geht᾽s wieder! Kurzer Halt an einer Gastankstelle in Zagreb (Kroatien).

In Belgrad (Serbien) war inzwischen eine mobile South Stream Exposition eingetroffen. Das Fahrzeug „wandert“ von einem Teilnehmerland des South Stream Projekts zum anderen, wo während der Aufenthalte Veranstaltungen zum Thema der Projekt-Umsetzung stattfinden.

Die Beliebtheit von Erdgas in den Ländern Europas erklärt sich weitgehend aus seiner Umweltfreundlichkeit. So fahren die Stadt-Taxis in Budapest inzwischen mit Erdgas. Der Motor dieses Autos entspricht der Euro-5-Norm, seine Auspuffgase enthalten gegenüber einem vergleichbaren Benzinfahrzeug lediglich die Hälfte bzw. ein Drittel an Kohlendioxid und ein Zehntel an Kohlenmonoxid. Ferner weist der Auspuff ein Neuntel an Rauchbelastung bei völligem Fehlen von Schwefel-bzw. Bleiverbindungen auf.

Einmal musste der Kamaz als mobile Tankstelle herhalten. Fahrzeuge werden auf der Strecke Budapest (Ungarn) — Lublin (Polen) nachgetankt.

Die abschließenden Veranstaltungen der Rallye waren die Rundtisch-Diskussion in Minsk (Belarus) und die bereits traditionelle Ausstellung gasbetriebener Fahrzeuge, bei der auch Technik der weißrussischen ОАО MAZ präsentiert wurde. Von da aus ging es nach Hause!

Die Rallye Blue Corridor-2014: Ostsee — Adria ist beendet. Ergebnis: mehr als 6.500 Kilometer durch das Territorium von 17 Staaten, die von den Besatzungen in 23 Tagen zurückgelegt wurden. Im Rahmen der Rallye fanden Geschäftsveranstaltungen in 11 Ländern statt, und zwar in Estland, Lettland, Litauen, Polen, der Tschechischen Republik, Deutschland, Italien, Slowenien, Serbien, Ungarn und Belarus. Der Markt für Gasmotorkraftstoff entwickelt sich. Dies aber bedeutet, dass auch der Blue Corridor seine Grenzen erweitert!

Natalia Kupriyanova, Kirill Anufriev (ООО Gazprom Gazomotornoye Toplivo), Evgeny Pronin (ООО Gazprom Export), Vladimir Tatarkin, Webseite-Redaktion der ОАО Gazprom

Fotos von größerem Format finden sich im Fotoalbum.