In die Tiefe und in die Breite. Interview mit Vitaly Markelov

Fotos können unter Quellenangabe verwendet werden.

25. Mai 2014

Der Beitrag erschien in Heft Nr. 4 des Gazprom-Magazins. Das Gespräch führte Sergey Pravosudov

Auf die Fragen unseres Magazins antwortet stellvertretender Vorstandsvorsitzender der ОАО Gazprom Vitaly Markelov

Jahresergebnisse

Herr Markelov, welche Mengen hat die OAO Gazprom 2014 an Gas und flüssigen Kohlenwasserstoffen gefördert?

2014 wurden 443,9 Milliarden Kubikmeter Erdgas gewonnen, 43,5 Milliarden Kubikmeter weniger als 2013. Die größten Gasmengen kamen mit 362,5 Milliarden Kubikmetern aus den Lagerstätten der Nadym-Pur-Tas-Region, die Förderung aus dem Erdöl- und Gaskondensat-Vorkommen Bowanenkowskoje betrug 42,8 Milliarden Kubikmeter. Maximale Tagesleistung wurde mit 1.648 Millionen Kubikmetern Erdgas am 1. Februar vorigen Jahres erzielt. Die Förderung von Erdölbegleitgas aus Lagerstätten der ОАО Gazprom erreichte 2014 insgesamt 1529,45 Millionen Kubikmeter. Der durchschnittliche Nutzungsgrad von Begleitgas auf Lagerstätten der ОАО Gazprom machte im zurückliegenden Jahr 93,6 Prozent aus.

Was nun flüssige Kohlenwasserstoffe angeht, so wurden 2014 insgesamt 14,5 Millionen Tonnen Gaskondensat gewonnen. Die Erdölförderung in der Gazprom Gruppe erreichte im vorigen Jahr einen Rekordstand, und zwar 35,3 Millionen Tonnen, 1,4 Millionen Tonnen mehr als 2013. Wenn wir noch die Anteile an abhängigen Unternehmen hinzurechnen, kommen wir auf 53,5 Millionen Tonnen Erdöl. Die Erschließung des Erdölsaums der Botuobinskaja Lagerstätte des Öl- und Gaskondensat-Vorkommens Tschajandinskoje im Mai vergangenen Jahres ermöglichte die Gewinnung der ersten 350 Tonnen Öl aus dem entkonservierten Bohrloch №321–14.

Der Plan 2015 sieht die Förderung folgender Mengen vor: 485,36 Milliarden Kubikmeter Gas, 15 Millionen Tonnen Gaskondensat (darunter 2,9 Millionen Tonnen aus Atschimow-Formationen, also 0,7 Millionen Tonnen mehr als 2014) sowie 35,1 Millionen Tonnen Erdöl.

Wie sehen Ihre Pläne für 2015 aus?

Der Plan 2015 sieht die Förderung folgender Mengen vor: 485,36 Milliarden Kubikmeter Gas, 15 Millionen Tonnen Gaskondensat (darunter 2,9 Millionen Tonnen aus Atschimow-Formationen, also 0,7 Millionen Tonnen mehr als 2014) sowie 35,1 Millionen Tonnen Erdöl.

Bitte schildern Sie die aktuellen Resultate und die Pläne für die Förderung aus den Vorkommen der Jamal-Halbinsel.

Auf dem Vorkommen Bowanenkowskoje baut die Gazprom ihre Förderkapazitäten konsequent aus. Wir erschließen Cenoman-Apt Lagerstätten. Die Soll-Kapazität des neuen Gasfeldes (GP-1) beträgt 30 Milliarden Kubikmeter im Jahr. Dies ist als Vergleich mehr als unsere Gesellschaft auf Jakutiens größtem Vorkommen Tschajandinskoje fördern wird. Vorher, 2012, wurde auf dem Vorkommen Bowanenkowskoje das erste Gasfeld in Betrieb genommen (GP-2, 60 Milliarden Kubikmeter Gas). Insgesamt werden auf den Cenoman-Apt Lagerstätten dieses Vorkommens drei Gasfelder mit einer summarischen Soll-Kapazität von 115 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr betrieben werden.

Bei der Erschließung des neuen Gasfeldes kamen innovative Verfahren und technische Lösungen zum Tragen. So verwenden wir dort eine einheitliche Produktionsinfrastruktur für Gasförderung aus unterschiedlich tief liegenden produktiven Lagerstätten, und zwar aus Cenoman (520 bis 700 Meter) und Apt-Alb Vorkommen (1.200 bis 2.000 Meter). Dadurch lassen sich Mittel für die Einrichtung der Lagerstätten einsparen und die Effizienz ihrer Nutzung erhöhen.

Vorkommen Bowanenkowskoje

Vorkommen Bowanenkowskoje

Auf dem Vorkommen wurde ein hoher Automatisierungsstand technologischer Abläufe erzielt, bei dem personalarme Verfahren zum Tragen kommen. Bei der Gasaufbereitung für den Transport wird die modernste und umweltfreundlichste Methode der Niedrigtemperatur-Separation mit Kälteturbinen aus russischer Produktion angewandt. Beim Aufbau dieses Gasfeldes galt dem Schutz der in ihrer Art einmaligen Jamal-Natur besondere Beachtung. Für technologische Objekte wurden minimal mögliche Flächen bereitgestellt. Dabei verringern thermische Dampf-Flüssigkeits-Stabilisatoren und wärmeisolierte Rohre für Bohrlöcher die Einwirkung auf den Dauerfrostboden und geschlossene Systeme der Wasserversorgung schließen die Verunreinigung von Wasser und Boden aus.

Gas aus dem neuen Gasfeld gelangt in das Einheitlichen Gasversorgungssystems Russlands durch das System der Ferngasleitungen Bowanenkowo — Uchta unter einem Druck von 11,8 MPa (120 atm). Dieser für Festland-Pipelines einmalig hohe Druck konnte in erster Linie durch den Einsatz im Gazprom-Auftrag entwickelter russischer Rohre mit einem Durchmesser von 1.420 Millimeter aus Stahl der Marke К65 (Х80) mit glatter Innenbeschichtung erzielt werden. Gegenwärtig wird der zweite Strang des Fernleitungssystems verlegt.

Das Vorkommen Bowanenkowskoje ist das größte Vorkommen der Jamal-Halbinsel, seine erkundeten und vorab bewerteten Reserven belaufen sich auf 4,9 Billionen Kubikmeter Gas. Wie ich schon sagte, ist die Gasförderung aus Cenoman-Apt Lagerstätten des Vorkommens Bowanenkowskoje in einem Umfang von 115 Milliarden Kubikmetern im Jahr anvisiert. Der Abbau des Vorkommens wird durch mehr als 200 Produktions-, Infrastruktur- und Hilfsobjekte gewährleistet werden. Die Stärke des Stammpersonals wird 1.800 Personen übersteigen und mit den Servicefirmen rund 3.000 Personen erreichen.

In der Perspektive soll sich die projektierte Gasförderung aus dem Vorkommen Bowanenkowskoje unter Beachtung der Neokom-Jura Lagerstätten auf 140 Milliarden Kubikmeter im Jahr vergrößern.

Die faktische Gasförderung aus dem Vorkommen steigt etappenweise gemäß Marktbedarf. 2012 (im Startjahr) wurden 4,9 Milliarden Kubikmeter Gas gewonnen, 2013 waren es bereits 22,8 Milliarden und 2014 mehr als 40 Milliarden Kubikmeter. 2015 sollen über 48 Milliarden Kubikmeter Gas gewonnen werden. In der Perspektive soll sich die projektierte Gasförderung aus dem Vorkommen Bowanenkowskoje unter Beachtung der Neokom-Jura Lagerstätten auf 140 Milliarden Kubikmeter im Jahr vergrößern.

Der von Null an betriebene Aufbau von Förderkapazitäten unter den schwierigen Klimaverhältnissen der Jamal-Halbinsel, die Verlegung einer neuen Gastransportroute, der Bau von Autostraßen, Kraftwerken, einer Eisenbahn und eines Flughafens sind durch die strategische Relevanz der Halbinsel für die Entwicklung der Gasindustrie in Russland bedingt. Die erkundeten und vorab bewerteten Reserven an Erdgas übersteigen hier 16,7 Billionen Kubikmeter. In der Perspektive soll sich die Jamal-Halbinsel zu einem von drei größten Zentren der Gasförderung mit potentiell möglicher Jahresleitung von 310 – 360 Milliarden Kubikmeter Gas gegen 2030 entwickeln — das ist mehr als ein Drittel von der prognostizierten Gasförderung Russlands in der fraglichen Periode.

Wie kommt der Bau des Pipelinesystems für Gastransporte von der Jamal-Halbinsel voran? Was ist für die nächsten Jahre angedacht?

Mit dem System der Ferngasleitungen Bowanenkowo – Uchta soll bekanntlich Erdgas von der Jamal-Halbinsel befördert werden. Als Rohstoffbasis dienen dort die Vorkommen Bowanenkowskoje und Charasawejskoje. Die Pipeline verläuft durch das Territorium des Autonomen Bezirks der Jamal-Nenzen und der Republik Komi. Das Projekt sieht den Bau einer Doppelstrang-Leitung mit einer Gesamtlänge von 2.532,64 Kilometern und neun Doppelhallen-Verdichterstationen (VS) mit einer Gesamtleistung von 1.938 MW vor.

Gaspipeline Bowanenkowo — Uchta

Gaspipeline Bowanenkowo — Uchta

2012–2013 wurden der erste Strang des Pipelinesystems Bowanenkowo – Uchta mit einer Gesamtlänge von 1.265,66 Kilometern und sieben VS-Hallen mit einer Gesamtleistung von 852 MW in Betrieb genommen. 2014 liefen zwei VS-Hallen mit einer Gesamtleistung von 256 MW (VS-7 Syninskaja und VS-9 Maloperanskaja) an. Am zweiten Strang sollen 31 Streckenabschnitte mit einer Gesamtlänge von 1266,94 Kilometern und neun VS-Hallen mit einer Gesamtleistung von 830 MW gebaut werden. Davon wurden 2014 insgesamt 16 Streckenabschnitte mit einer Gesamtlänge von 696,48 Kilometern in Betrieb genommen. Momentan laufen an Objekten des zweiten Strangs des Pipelinesystems Bau- und Montagearbeiten auf 15 Streckenabschnitten mit einer Gesamtlänge von 570,46 Kilometern, deren Inbetriebnahme für 2015 bis 2016 geplant ist. Hinzu kommen neun VS-Hallen mit einer Gesamtleistung von 830 MW, die 2016 bis 2018 anlaufen sollen.

Wie stellen sich die Perspektiven der Förderung von Erdgas und flüssigen Kohlenwasserstoffen aus den Atschimow-Formationen dar?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Vorräte an kondensathaltigem Gas einen bedeutenden Anteil an fündigen Gazprom-Vorkommen haben. Expertenschätzungen zufolge sind in diesen Formationen rund 16 Prozent der in Russland erkundeten Vorräte an freiem Erdgas konzentriert. Die Atschimow-Lagerstätten des Erdöl- und Gaskondensat-Vorkommens Urengoiskoje beherbergen die meistversprechenden Vorräte an kondensathaltigem Gas. Die Reserven der Atschimow-Formationen allein auf dem Territorium der Tätigkeit der ООО Gazprom Dobycha Urengoy beziffern sich auf mehr als eine Billion Kubikmeter Gas und über 400 Millionen Tonnen Kondensat der Kategorie С1.

2014 wurden aus der Atschimow-Formation 4,8 Milliarden Kubikmeter Gas und 2,2 Millionen Tonnen Gaskondensat gefördert. 2015 sollen es 6,3 Milliarden Kubikmeter Gas und 2,9 Millionen Tonnen Kondensat werden. In zehnjähriger Perspektive soll laut aktuellem Projekt zur Erschließung der Lagerstätte in der Periode 2022 bis 2024 auf den Atschimow-Feldern des Öl- und Gaskondensat-Vorkommens Urengoiskoje bis zu 36 Milliarden Kubikmetern Gas und 10,8 Millionen Tonnen instabiles Gaskondensat ein Leistungsmaximum erzielt werden. Bis 2039 wird das akkumulierte Fördervolumen auf den Atschimow-Feldern des Öl- und Gaskondensat-Vorkommens Urengoiskoje 750 Milliarden Kubikmeter Gas und 200 Millionen Tonnen instabiles Gaskondensat übersteigen.

Bis 2039 wird das akkumulierte Fördervolumen auf den Atschimow-Feldern des Öl- und Gaskondensat-Vorkommens Urengoiskoje 750 Milliarden Kubikmeter Gas und 200 Millionen Tonnen instabiles Gaskondensat übersteigen.

Ostsibirien

Welche Mengen an Gas und flüssigen Kohlenwasserstoffen wird das Vorkommen Tschajandinskoje liefern, wenn es angelaufen ist? Wann soll die Förderung aus anderen Vorkommen in Jakutien starten?

Die Gasförderung aus dem Vorkommen Tschajandinskoje soll Ende 2018 beginnen. Zu diesem Zeitpunkt werden der Abschnitt des Gastransportsystems Power of Siberia vom Vorkommen Tschajandinskoje bis Blagoweschtschensk und prioritäre Gasverarbeitungskapazitäten angelaufen sein. Dies wird gestatten, 2019 mit direkten Gaslieferungen nach China zu beginnen. Das Vorkommen Tschajandinskoje soll 2022 seine volle Ausbauleistung erreichen. Die maximale Jahresleisung wird bei 335 Förderbohrungen 25 Milliarden Kubikmeter Gas betragen. Die Periode permanenter Förderung wird 30 Jahre ausmachen. Die akkumulierte Gasförderung soll 1,262 Billionen Kubikmeter bei einem Gasabgabe-Koeffizient von 87 Prozent erreichen. Die maximale Jahresförderung an Erdöl soll bei 310 Förderbohrungen 1,9 Millionen Tonnen und die akkumulierte Förderung 67,5 Millionen Tonnen bei einem Ölabgabe-Koeffizient von 25,9 Prozent ausmachen.

Im Dezember 2011 erhielt die ОАО Gazprom Lizenzen für die Vorkommen Werchnewiljutschanskoje, Tas-Jurjachskoje, Soboloch-Nedzhelinskoje und Srednetjungskoje in der Republik Sacha (Jakutien). Im Rahmen der Vorbereitung des Projektdokuments zum Abbau des Öl-und Gaskondensat-Vorkommens Tschajandinskoje bewerteten Experten der ООО Gazprom VNIIGAZ die Förderkapazitäten dieser Lagerstätten-Gruppe mit rund 18 Milliarden Kubikmetern im Jahr.

Vorkommen Tschajandinskoje

Vorkommen Tschajandinskoje

Wann soll der industrielle Betrieb des Vorkommens Kowyktinskoje starten?

2022 Das Gaskondensat-Vorkommen Kowyktinskoje soll seine projektierte Leistung im fünften Jahr der Nutzung erreichen. Das Maximum der Jahresförderung von freiem Gas soll 35 Milliarden Kubikmeter erreichen, und zwar bei 30 Jahren permanenter Förderung. Die Sollförderung von stabilem Kondensat ist mit 1.882.000 Tonnen im Jahr anvisiert.

Wie schnell soll die Pipeline Power of Siberia gebaut werden?

Das Projekt des Aufbaus eines Systems von Ferngasleitungen mit dem Namen Power of Siberia sieht den Transport von Erdgas aus den Zentren der Gasförderung Jakutien und Irkutsk nach dem russischen Fernen Osten und dessen Export nach China vor. Diese rund 4.000 Kilometer lange Gasleitung soll mit acht Verdichterstationen mit einer summarischen Leistung von 1.331 MW betrieben werden. Die Fernleitung soll im Rahmen des Vertrags über die Lieferung von russischem Pipelinegas nach China gebaut werden, der im Mai 2014 zwischen der ОАО Gazprom und der China National Petroleum Corporation unterschrieben wurde. Laut diesem Dokument wird China im Verlauf von 30 Jahren jährlich 38 Milliarden Kubikmeter russisches Gas beziehen.

Die ersten Gaslieferungen über das Pipelinesystem Power of Siberia sollen bereits 2018 anlaufen. Die OAO Gazprom plant zu diesem Zeitpunkt die Inbetriebnahme von 2.240 Kilometern Rohrleitungen und der VS Seiskaja, worauf die Transportkapazität des Systems 5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erreichen wird. Mit der für 2020 vorgesehenen Inbetriebnahme der Verdichterstation Nimnyrskaja wird sich das Jahresvolumen der Lieferungen über das System Power of Siberia auf zehn Milliarden Kubikmeter vergrößern. 2021 sollen die Verdichterstationen Olekminskaja und Skoworodinskaja anlaufen, wodurch die Transportleistung der Magistrale auf 15 Milliarden Kubikmeter im Jahr ansteigen soll. 2022 sollen gleich vier Verdichterstationen den Betrieb aufnehmen, und zwar Saldykelskaja, Amginskaja, Nagornaja und Siwakinskaja, wodurch sich die beförderte Gasmenge auf 22 Milliarden Kubikmeter im Jahr vergrößern wird. Für 2023 ist geplant, die Kapazität von vier bereits betriebenen Verdichterstationen – Saldykelskaja, Olekminskaja, Nimnyrskaja und Skoworodinskaja – zu vergrößern, weitere 844,5 Kilometer Loopingleitungen in Betrieb zu nehmen sowie das Gaskondensat-Vorkommen Kowyktinskoje und die von diesem zum Vorkommen Tschajandinskoje führende 792,8 Kilometer lange Rohrleitung an das System anzuschließen. Im Endergebnis wird die Jahreskapazität von Power of Siberia 30 Milliarden Kubikmeter erreichen. In der abschließenden Projektphase (2024–2031) soll eine Verdichterstation zwischen den Vorkommen Kowyktinskoje und Tschajandinskoje in Betrieb genommen, die Kapazität von drei Verdichterstationen Amginskaja, Nagornaja und Siwakinskaja – vergrößert und ein Looping von 719,3 Kilometern Länge verlegt werden. Danach wird das Power of Siberia System seine Projektleistung von 38 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr erreichen.

Bis wann könnte die Gazprom die Altai Pipeline bauen?

Falls der Vertrag 2015 unterschrieben wird, kann die Gaslieferung durch die Altai Pipeline nach 2020 beginnen. Die Projektleistung von 30 Milliarden Kubikmeter im Jahr würde sich binnen sechs Jahren erreichen lassen.

Wie steht es um die Pläne der Förderung von Erdgas und flüssigen Kohlenwasserstoffen auf dem Schelf der Insel Sachalin aus?

Auf dem Sachaln-Schelf wird bekanntlich das Sachalin-II Projekt erfolgreich umgesetzt. 2007 erwarb die ОАО Gazprom 50 Prozent plus eine Aktie der Sakhalin Energy Investment Company Ltd. Momentan werden für die Förderung drei eisresistente Bohrinseln eingesetzt. 2015 sollen 16,1 Milliarden Kubikmeter Gas gefördert werden, von denen 8,1 Milliarden Kubikmeter den Anteil der Gazprom Gruppe ausmachen. Zugleich fördern wir Kohlenwasserstoffe auf dem Gaskondensat-Vorkommen Kirinskoje. Im laufenden Jahr sollen es 1,2 Milliarden Kubikmeter Gas und 204.500 Tonnen Kondensat werden.

Steinkohlengas

Schildern Sie bitte, wie das Projekt zur Förderung von Methan aus Steinkohle umgesetzt wird. Wie sehen die Perspektiven in diesem Bereich aus?

Auf den prioritären fündigen Flächen des Kusnezker Beckens werden seit 2009 in den Grenzen des Lizenzfeldes der ООО Gazprom Dobycha Kusnezk umfangreiche geologische Erkundungsarbeiten betrieben. Auf den Methan-Kohle-Vorkommen Taldinskoje und Naryksko-Ostaschkinskoje wurden 33 Erkundungssonden gebaut, die jetzt im Testmodus betrieben werden. Seit dem Start des Testbetriebs wurden 38,477 Millionen Kubikmeter Gas gewonnen.

So gut wie das gesamte geförderte Gas wird als Motorkraftstoff sowie zur Stromerzeugung in Gaskolbenkraftwerken verwendet. Damit werden rund um die Uhr eigene Fahrzeuge der ООО Gazprom Dobycha Kusnezk sowie Fahrzeuge benachbarter Bergbaubetriebe betankt. Insgesamt wurden über Gastankstellen 1,54 Millionen Kubikmeter komprimiertes Erdgas abgesetzt, 114 Fahrzeuge wurden auf Erdgaskraftstoff umgestellt. 2010 bis 2014 sind sechs Gaskolbenkraftwerke mit einer summarischen Kapazität von 4,79 MW angelaufen. Sie dienen zur Stromversorgung der Objekte auf den Vorkommen Taldinskoje und Naryksko-Ostaschkinskoje und geben auch Strom an das regionale Netz ab, aus dem Verbraucher aus benachbarten Bergbaubetrieben und Ortschaften versorgt werden.

Um die Investitionsattraktivität des Projekts zu erhöhen, haben wir föderalen und regionalen Behörden gegenüber darauf hingearbeitet, die Steuerlast zu verringern. Unter anderem wurde Methan aus Kohlenflözen in das Verzeichnis der Bodenschätze aufgenommen, die von der Besteuerung der Gewinnung von Bodenschätzen freigestellt sind.

2015 bis 2016 soll auf dem Methan-Kohle-Vorkommen Taldinskoje der Bau von Förderbohrungen und die Einrichtung des Förderfeldes starten. Bis 2017–2018 wollen wir die Förderverfahren voll einspielen und mit massenweiser Niederbringung von Förderbohrungen, und zwar bis zu 96 Bohrungen pro Jahr, beginnen sowie die Perspektiven der Methanförderung aus Kohlelagerstätten der Tutujasskaja Fläche bewerten. Das Projekt zur Förderung von Kohlemethan im Kusnezker Becken hat einen hohen sozialen Wert, da es die Lösung großer wirtschaftlicher und sozialer Aufgaben ermöglicht wie etwa die wirtschaftliche Diversifizierung der Region, Gewährleistung sicherer Arbeitsverhältnisse für die Bergarbeiter und Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Ungeachtet der hohen Risiken wegen der Ungewissheit hinsichtlich der Ergiebigkeit fündiger Strukturen und der fehlenden Erfahrung bei der Erkundung und Förderung dieser Art von Kohlenwasserstoffen kann die Ablösung von Gaslieferungen nach dem Verwaltungsgebiet Kemerowo aus nördlichen Regionen durch Kohlemethan eine zusätzliche Wirkung haben, und zwar dank der Umverteilung der Ströme im gesamten Einheitlichen Gasversorgungssystem durch Umleitung frei gewordener Mengen in günstigere Bereiche.

Welche Pläne hat die Gazprom in Bezug auf Kirgisien?

Am 15. Februar 2014 trat das Abkommen zwischen den Regierungen Russlands und Kirgisiens über Zusammenarbeit bei Förderung, Transport und Vertrieb von Erdgas auf dem Territorium Kirgisiens in Kraft, in dessen Rahmen am 7. Juli 2014 der Erwerb von 100 Prozent an der OsOO KyrgyzgazProm vollendet wurde. Im Juli 2014 wurde die ОsОО KyrgyzgazProm in ОsОО Gazprom Kyrgyzstan umbenannt und beim Justizministerium Kirgisiens registriert. Gegenwärtig wird der Maßnahmenplan zur Integrierung der ОsОО Gazprom Kyrgyzstan in die Gazprom Gruppe umgesetzt. Zwecks Lösung vorrangiger Aufgaben bei der Vorbereitung der Objekte der ОsОО Gazprom Kyrgyzstan auf die Herbst-Winter-Periode 2014–2015 überwies die ОАО Gazprom am 2. Oktober vergangenen Jahres an die ОsОО Gazprom Kyrgyzstan 262,1 Millionen Rubel als Sacheinlage.

Das Abkommen zwischen den Regierungen der Russischen Föderation und der Kirgisischen Republik sieht für die nächsten drei Jahre vorrangige Maßnahmen zur Gewährleistung zuverlässigen und sicheren Betriebs des Gastransport- und Gasverteilungssystems mit summarischen Kosten von rund 35 Milliarden Rubel vor. Unter anderem soll 2015 der Bau der zweiten Stufe der Ferngasleitung Gasregion Buchara — Taschkent — Bischkek — Almaty anlaufen.

Am 30. Januar 2015 wurde in einer außerordentlichen Sitzung der Regierung Kirgisiens im Beisein einer Delegation der ОАО Gazprom das „Generalschema der Gasversorgung und Gasifizierung der Kirgisischen Republik bis 2030“ erörtert und verabschiedet. Vorbereitet wird die geologische Erkundung der erdöl- und erdgashöffigen Gebiete Kugart und Ost Mailu-Suu IV in der Kirgisischen Republik. Aufgrund der Ergebnisse geophysikalischer Untersuchungen wird die Entscheidung über den Start der nachfolgenden Phase der geologischen Erkundungsarbeiten getroffen werden, die den Bau von fünf Explorationsbohrungen vorsieht. Darüber hinaus startete die Gazprom Gruppe am 1. Oktober 2014 Gaslieferungen nach dem Norden und am 30. Dezember nach dem Süden der Republik.