LNG

Projekt zu LNG-Lieferungen in das Verwaltungsgebiet Kaliningrad

Am 8. Januar 2019 wurden im Verwaltungsgebiet Kaliningrad ein Seeterminal für die Abnahme von Erdgas und die schwimmende Regasifizierungsanlage Marshal Vasilevskiy in Betrieb genommen.

Zuvor erhielt das Verwaltungsgebiet Kaliningrad Erdgas durch die Transitpipeline Minsk – Vilnius – Kaunas – Kaliningrad.

Grafische Darstellung eines Terminals für die Abnahme von Erdgas
Grafische Darstellung eines Terminals für die Abnahme von Erdgas

Grafische Darstellung eines Terminals für die Abnahme von Erdgas

Um die Energiesicherheit in dieser Region zu steigern, setzte Gazprom angesichts ihrer besonderen geografischen Lage ein Projekt für die alternative Gasversorgung von Verbrauchern um: Mithilfe von verflüssigtem Erdgas (LNG), das auf dem Seeweg geliefert wird.

Dazu wurde im Wasserbecken und an der Ostseeküste ein Terminal für die Gasabnahme gebaut. Als Kernelement des Terminals gilt eine stationäre Seebrücke mit Wellenbrecher, ein in der inländischen Praxis einzigartiges technologisches Objekt. Sie liegt fünf Kilometer von der Küste entfernt. Das Meer ist in ihrer Umgebung bis zu 19 Metern tief, was die Vertäuung der schwimmenden Regasifizierungsanlage ermöglicht.

Route der geplanten LNG-Lieferungen ins Verwaltungsgebiet Kaliningrad
Route der geplanten LNG-Lieferungen ins Verwaltungsgebiet Kaliningrad

Route der geplanten LNG-Lieferungen ins Verwaltungsgebiet Kaliningrad

Die Seebrücke stellt eine monolithische Platte aus hochbewehrtem Beton dar, auf der spezielle Anlagen für die Gasabnahme und Vertäuausrüstung installiert sind. Die Seebrücke, die auf 177 Pfeilern montiert wurde, ist 125,5 Meter lang. Die Seebrücke wird durch einen 728 Meter langen massiven C-förmigen Wellenbrecher gegen Wellen geschützt. Der Wellenbrecher weist folgenden Aufbau auf. Auf dem gesamten am Meeresgrund aufliegenden Fundament (dem sogenannten Steinbett) wurden 29 Metallzylinder mit einem Durchmesser von 20 Metern, einer Höhe von 21 Metern und einem jeweiligen Gewicht von mehr als 200 Tonnen aufgebaut. Sie sind mit Steinschutt ausgefüllt und außen mit korrosionsbeständigem Kunststoff beschichtet. Zum Meer hin sind die Zylinder mit einer Aufschüttung aus Steinen (jeweils sechs Tonnen schwer) und mit mehr als 20.000 speziellen Eisenbetonblöcken (jeweils 7,8 bis 25 Tonnen schwere Tetrapoden) befestigt.

Dieser Aufbau gewährleistet die sichere Arbeit eines Schiffes und kann den heftigsten Stürmen, die in der Ostsee keine Seltenheit sind, standhalten.

Marshal Vasilevskiy ist die einzige schwimmende Regasifizierungsanlage in Russland. Dieses Schiff transportiert (Ladevolumen der Tanks: 174.000 Kubikmeter) und regasifiziert LNG: Es versetzt LNG aus dem flüssigen wieder in den gasförmigen Zustand zurück. Die schwimmende Regasifizierungsanlage weist drei Regasifizierungslinien (einschließlich einer Reservelinie) auf.

Die Regasifizierung beginnt auf dem Schiff nach dessen Vertäuung an der Seebrücke. Anschließend wird das Gas, das in den gasförmigen Zustand wieder zurückversetzt worden ist, über die neu gebaute 13 Kilometer lange Anschlusspipeline in das bestehende Gastransportsystem eingeleitet. Ferner wird das Gas an Verbraucher geliefert oder in den UGS Kaliningradskoje eingespeist.

Der Terminal und die schwimmende Regasifizierungsanlage bieten die Möglichkeit, Erdgasmengen von bis zu 3,7 Milliarden Kubikmetern jährlich auf dem Seeweg zu erhalten. Sie können, soweit erforderlich, den derzeitigen und zukünftigen Bedarf des Verwaltungsgebietes Kaliningrad decken.