Wo wird Erdgas gelagert

Deutschland ist der größte Erdgasmarkt in der EU und das Land mit den meisten Gasspeichern in Europa. Die mehr als 40 deutschen Speicher haben ein Volumen von insgesamt ca. 20 Milliarden Kubikmeter Arbeitsgas. Damit kann der Brennstoffbedarf des gesamten Landes über etwa 50 Wintertage hinweg gesichert werden. Mithilfe von Gasspeichern können saisonale Verbrauchsschwankungen ausgeglichen, Spitzenlasten im Fernleitungsnetz reduziert und die Liefersicherheit im Falle von Minderlieferungen bzw. Problemen bei der Fernleitung über einzelne Transitländer flexibel und verlässlich gewährleistet werden.

In dem Maße, wie der Erdgasverbrauch in Europa steigt, wächst auch die Rolle von Untergrundspeichern. Mit entsprechenden Investitionen in den Bau neuer Speicher erhöht Gazprom die zuverlässige Energieversorgung von denjenigen Verbrauchern, die sich für das russische Gas entschieden haben.

Gazprom ist am Bau und Betrieb einiger der größten deutschen Speicher mit einem Volumen von insgesamt mehr als 10 Milliarden Kubikmeter Arbeitsgas beteiligt.

EWE und WINGAS bauen in Niedersachsen den Salzkavernenspeicher Jemgum mit einem Volumen von 1,2 Milliarden Kubikmeter Arbeitsgas. WINGAS ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Gazprom (49 Prozent) und Wintershall (51 Prozent). Die Inbetriebnahme des Speichers ist für 2013 geplant.

Der ebenfalls in Niedersachsen gelegene Speicher Rehden ist der größte Europas und hat ein Volumen von über 4 Milliarden Kubikmeter Arbeitsgas. Betrieben wird er von Gazprom und WINGAS.

Der österreichische Speicher Haidach mit einem Arbeitsgasvolumen von 2,8 Milliarden Kubikmeter ist direkt an das deutsche Gasleitungsnetz angebunden. Zugleich können damit saisonale Schwankungen in Deutschland und Österreich ausgeglichen werden. Projektbeteiligte sind Gazprom, WINGAS und RAG. Gazprom verfügt über insgesamt 2/3 der Kapazitäten dieses Speichers.

Der Speicher Katharina bei Bernburg in Sachsen-Anhalt mit einem Arbeitsgasvolumen von 629 Millionen Kubikmeter und einer Tagesleistung von 13 Millionen Kubikmeter wird gemeinsam mit der VNG - Verbundnetz Gas AG gebaut. Ausgeführt wird das Projekt von dem von Gazprom Export und VNG - Verbundnetz Gas AG zu gleichen Anteilen gegründeten Gemeinschaftsunternehmen Erdgasspeicher Peissen GmbH. Mit Hilfe dieses Speichers wird die Liefersicherheit nach Westeuropa an die Erdgasübergabestationen Mallnow und Waidhaus, die virtuellen Handelspunkte Gaspool und NCG sowie über die Nord Stream-Pipeline gewährleistet. Geprüft wird die Möglichkeit einer Aufstockung der Tagesleistung des Speichers bis auf 26 Millionen Kubikmeter. Die UGS soll bis 2025 die projektierte Leistung erreichen.

Unweit vom niedersächsischen Wilhelmshaven liegt der Salzkavernenspeicher Etzel. Eigentümer und Betreiber ist das deutsche Unternehmen IVG Immobilien AG. Gazprom Germania hat Zugang zu einem Speichervolumen von 160 Millionen Kubikmeter Arbeitsgas.

Gazprom beteiligt sich an perspektivreichen Vorhaben zur Untergrundgasspeicherung auf dem Territorium anderer Länder.

Gazprom beteiligte sich am Bau des UGS Bergermeer (Niederlande), indem es Puffergas als Gegenleistung für das Zugangsrecht zu den Kapazitäten des Speichers in einem Umfang von 1,9 Milliarden Kubikmeter Arbeitsgas und eine Tagesleistung von 26,4 Millionen Kubikmeter hinsichtlich der Ausspeicherung einspeist. Der Beginn der kommerziellen Nutzung ist für 2014 geplant.

Gazprom prüft die Frage nach einer Beteiligung an Vorhaben zum Bau von UGS auf dem Territorium Tschechiens, der Türkei, Großbritanniens (Saltfleetby), Frankreichs und Deutschlands. Gazprom plant, die eigenen Kapazitäten zur Gasspeicherung in Europa aufzustocken und sie bis auf mehr als 5 Milliarden Kubikmeter Arbeitsgas bis 2015 zu bringen.