Wie wird Erdgas eingesetzt

Erdgas ist unter den fossilen Brennstoffen der sauberste. Bei der Verbrennung von Erdgas gelangt bedeutend weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre als bei der Verbrennung von Kohle. Vanadiumoxide, Schwefeldioxid, anorganischer Staub und Asche- bzw. Schlackenrückstände fehlen vollkommen. Der geringste Anteil an Treibhausgasen im Vergleich zur Verbrennung von anderen fossilen Brennstoffen hat diesem Energieträger daher die Bezeichnung „grüner Brennstoff“ eingebracht. Aufgrund seiner hochökologischen Eigenschaften beherrscht Erdgas die Energiewirtschaft in vielen Ländern.

Auf uns ist Verlass

Russland ist Deutschlands größter Erdgaslieferant. 2013 erhielt Deutschland 41,0 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland.

Europäische Hauptabnehmer von russischem Erdgas.

  Bezugsmengen 2013 (Milliarden Kubikmeter)

Deutschland

41,0

Türkei

26,7

Italien

25,3

Polen

12,9

Frankreich

8,6

Aufgrund seiner hohen Qualitätseigenschaften fand das russische Erdgas breiten Eingang in alle Gebiete der deutschen Wirtschaft.

Energiequelle

Für die Industrie hat Erdgas einen hohen Stellenwert, da daraus in Kraftwerken Wärme und Strom produziert wird. Auch wenn in Europa die erneuerbaren Energien auf dem Vormarsch sind, bleibt Erdgas die Hauptquelle für die Stromerzeugung. Derzeit werden über 80 Prozent des Stroms in Europa in herkömmlichen Kraftwerken und lediglich 20 Prozent aus erneuerbaren Quellen produziert. Mit dem Atomausstiegsbeschluss dürfte der Anteil von Erdgas an der Energiebilanz Europas künftig weiter wachsen.

Düngemittel

Erdgas kommt sowohl in der Metallindustrie, als auch bei der Herstellung wichtiger chemischer Produkte für die Landwirtschaft zum Einsatz. Im Unterschied zur Metallherstellung und zur Erzeugung von Strom und Wärme, wo Erdgas Energiequelle ist, laufen bei der Düngemittelproduktion kompliziertere chemische Umwandlungsprozesse ab.

Produktion von Schwefel

Produktion von Schwefel

Das Gas wird von Beimischungen gereinigt, mit vorgewärmtem Wasserdampf vermischt und in Reaktoren über eine mit einem Katalysator beschichtete Fläche geleitet. Anschließend wird das Gemisch aus Wasserstoff, Methan, Kohlendioxid und Kohlenmonoxid im entsprechenden Verhältnis mit Luftsauerstoff, Wasserdampf und Stickstoff gemischt. Nachdem Kohlenmonoxid und Kohlendioxid extrahiert worden sind, gelangt das Gemisch zur Ammoniaksynthese. Die Ammoniaksynthese erfolgt in speziellen Kontaktöfen unter hohen Temperaturen und bei hohem Druck mithilfe entsprechender Katalysatoren.

Licht und Wärme für jedes Haus

In Deutschland haben Haushalts- und Kleinabnehmer den höchsten Gasverbrauch. Heutzutage ist ein funktionierender Haushalt ohne Erdgas kaum mehr vorstellbar. In etwa 45 Prozent aller deutschen Haushalte kommt heute Erdgas zum Einsatz. Es dient zum Heizen, zur Beleuchtung und zur Speisezubereitung. 2010 wurde in jede zweite neue Wohnung in Deutschland eine Gasheizung eingebaut. Von den vorhandenen 38,2 Millionen Wohnungen wird fast jede zweite mit Gas beheizt.

Sauberer Verkehr

Erdgas wird auch immer häufiger als Kraftstoff verwendet. Es ist schließlich billiger als Benzin und kann die Anzahl der Motorstunden erhöhen.

Weitaus weniger Schadstoffe, die in die Atmosphäre gelangen, ist im Zusammenhang mit dem Europäischen Programm für den Klimaschutz zur Senkung des Treibhausgasausstoßes im Kampf gegen den Klimawandel ein sehr guter Grund, auf Erdgas zu setzen. Im Klimaschutz sieht die EU eine ihrer vorrangigsten Aufgaben.

Für die Umrüstung von Kraftfahrzeugen auf Erdgas spricht ebenfalls, dass sich dadurch der Ausstoß von Kohlendioxid auf 130 Gramm pro Kilometer reduziert. Somit würden die Kraftfahrzeuge allmählich den von der EU festgesetzten, 2015 in Kraft tretenden Emissionsnormen für neue Personenkraftwagen entsprechen.

Sowohl herkömmliche Kraftfahrzeuge, als auch Fahrzeuge der Landwirtschaft sowie des Wasser-, Luft und Eisenbahnverkehrs können mit Erdgas fahren.

In den vergangenen Jahren sind in Deutschland bedeutend mehr Privat-PKW auf Erdgasbetrieb umgerüstet worden. Auch LKW und Busse werden entsprechend umgerüstet. In Deutschland gibt es derzeit ca. 900 Erdgastankstellen. Sämtliche führenden europäischen Autohersteller bieten in ihrer Produktpalette auch Erdgasfahrzeuge an.

Angesichts des steigenden Energiebedarfs in Deutschland und den übrigen europäischen Ländern wird die Rolle von Erdgas als umweltfreundlichem und modernen ökologischen Anforderungen entsprechendem Energieträger weiter wachsen.