Wie wird Erdgas gefördert

Erdgasförderung

Russland verfügt über die weltweit größten Erdgasvorräte. Hier sind etwa ein Viertel der Weltreserven des „blauen Brennstoffs“ konzentriert. Der Anteil der Gazprom an der globalen Erdgasförderung beträgt ca. 13 Prozent. An den weltweiten Erdgasreserven ist der Gazprom Konzern zu 17 Prozent beteiligt. Somit steht er an der Spitze der international tätigen Erdöl- und Erdgasunternehmen. In mehr als 10 Ländern betreibt der Gazprom Konzern Projekte zur Exploration und zum Abbau von Lagerstätten.

Wärme aus nördlichen Gefilden

Das heute wichtigste Gasfördergebiet Russlands ist die Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen gelegene Nadym-Pur-Tas-Region. Hier herrschen extreme Klimabedingungen und viele der Lagerstätten befinden sich in Gebieten mit Dauerfrostböden.

Erdgaslagerstätte Jamburg

Erdgaslagerstätte Jamburg

Ungeachtet der in dieser Region herrschenden komplizierten Abbaubedingungen hat Gazprom allein in den Jahren 2001 bis 2010 die Erdgaslagerstätten Sapoljarnoje, Wyngajachinskoje, Jety-Purowskoje, Jen-Jachinskoje und Juschno-Russkoje sowie das Gebiet Tab-Jachinskoje und die Felder Peszowoje und Sapadno-Peszowoje auf der Lagerstätte Urengoiskoje, die Felder Anerjachinskoje und Charwutinskoje auf der Lagerstätte Jamburgskoje sowie das Feld Jareiskoje auf der Lagerstätte Jamsoweiskoje in Betrieb genommen.

Erdgaslagerstätte Sapoljarny

Erdgaslagerstätte Sapoljarny

Die geplante Gesamtförderleistung aus diesen Feldern liegt bei jährlich mehr als 200 Milliarden Kubikmeter Gas.

Wenn die Lagerstätten erschöpft sind

Um die Ressourcenbasis effizienter nutzen zu können, rekonstruiert Gazprom ihre Gasförderstätten und bringt sie technisch auf den neuesten Stand. Bedingt durch den Rückgang der Gasförderleistung in den im Abbau befindlichen Lagerstätten stößt Gazprom in neue Gasfördergebiete vor. Damit dieser Prozess reibungslos vonstattengehen kann, schreitet die geologische Erkundung in Russland und auch im Ausland mit der Untersuchung neuer Projekte stetig voran. Beispielsweise trifft Gazprom bereits heute intensive Vorbereitungen auf den Lagerstätten der Jamal-Halbinsel, Ostsibiriens des Fernen Ostens, sowie im Schelfgebiet der Polarmeere.

Wie wird Gas gefördert

Der Aufschluss von Lagerstätten in Gebieten mit extremen Klimabedingungen erfordert hohe Investitionen, um die technischen Herausforderungen beim Abteufen der Bohrungen, Verlegen der Gasleitungen und Bau der entsprechenden Infrastruktur meistern zu können.

In der ersten Phase eines Lagerstättenaufschlusses muss das betreffende Gebiet zunächst geologisch erkundet werden. Hierbei können Gasansammlungen festgestellt und deren Umfang bewertet bzw. die Reserven bereits erschlossener Lagerstätten präzisiert werden. Wichtig bei diesen Arbeiten ist die seismische Erkundung, bei der die Untergrundstrukturen sichtbar gemacht werden können. Die herkömmliche 2D-Seismik wird dabei schrittweise von der moderneren 3D-Seismik abgelöst, d.h. die Wissenschaftler erhalten keine zwei- sondern eine dreidimensionale Darstellung des Untergrunds der Region, in der Bodenschätze vermutet werden. Genaue Angaben zu vorhandenen Gasreserven können in der Regel erst nach dem Abteufen mehrerer Erkundungsbohrungen gewonnen werden.

Geologische Erkundungsarbeiten

Geologische Erkundungsarbeiten

Nachdem im Ergebnis der geologischen Erkundung festgestellt werden konnte, welche Gebiete gasfündig sind, beginnt der Prozess der eigentlichen Gasförderung. Die Gasförderung unterscheidet sich vom Abbau fester Bodenschätze insbesondere dadurch, dass Gas in sämtlichen Phasen – angefangen von der Förderung aus den jeweiligen Formationen bis hin zu dem Moment, an dem es zum Verbraucher gelangt – in hermetisch abgeschlossenen Anlagen verbleibt.

Bohranlagenführer bei der Arbeit

Bohranlagenführer bei der Arbeit

Gas wird aus dem Untergrund über speziell abgeteufte Bohrungen (Förder-, bzw. Produktionsbohrungen) gefördert.

Erdgas gelangt an die Erdoberfläche auf natürliche Weise, und zwar durch sein Strömungsverhalten in Gebiete mit geringerem Druck. Da das aus den Bohrungen gewonnene Erdgas zahlreiche Beimischungen enthält, wird es zunächst aufbereitet. Zu diesem Zweck werden bei den Lagerstätten entsprechende Gasaufbereitungsanlagen errichtet. In einigen Fällen gelangt das Erdgas aus den Bohrungen direkt in einen Gasverarbeitungsbetrieb.

Anlage zur Erdgas-Komplexaufbereitung auf dem Erdgasfeld Sapoljarnoje

Anlage zur Erdgas-Komplexaufbereitung auf dem Erdgasfeld Sapoljarnoje