Ausbau der Erdgasinfrastruktur

Der Ausbau der Erdgasinfrastruktur in russischen Regionen gehört zu den umfangreichsten und sozial relevantesten Geschäftsfeldern der Gazprom auf dem Binnenmarkt. Diese Tätigkeit trägt zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung in russischen Regionen und zur Steigerung der Lebensqualität der Bevölkerung bei. Daran beteiligen sich neben Gazprom, Gazprom Mezhregiongaz und Gastransport- und Gasverteilerunternehmen auch Regierungen und Administrationen von Subjekten der Russischen Föderation.

Gazprom leistet Arbeit zur Entwicklung der Gasversorgung und zum Ausbau der Gasinfrastruktur in Regionen aufgrund von Fünfjahresprogrammen. In diesen Dokumenten werden die zu bauenden Objekte der Gasinfrastruktur und Termine für deren Errichtung bestimmt sowie eingeschätzte Investitionsumfänge und Finanzierungsquellen definiert.

Programme für die Jahre 2021–2025 wurden mit 67 russischen Regionen unterzeichnet. Diese Dokumente setzen voraus, dass über 24.000 Kilometer Gasleitungen gebaut (zweieinhalb mehr als in den bevorstehenden fünf Jahren) und Voraussetzungen für die Zuleitung von Gas in 3.600 Ortschaften geschaffen werden (2,7facher Zuwachs).

Investitionen

Investitionen der Gazprom in den Aufbau der Gasversorgungsnetze in russischen Regionen beliefen sich in den Jahren 2005–2020 insgesamt auf 451,6 Milliarden Rubel.

Der Konzern plant, 526,1 Milliarden Rubel für den Ausbau der Gasinfrastruktur in russischen Regionen in den Jahren 2021–2025 bereitzustellen. Dies übertrifft Investitionsumfänge der letzten 15 Jahre.

Gazprom-Finanzierung von Programmen zum Ausbau der Gasversorgungsinfrastruktur, Milliarden Rubel

Gazprom-Finanzierung von Programmen zum Ausbau der Gasversorgungsinfrastruktur, Milliarden Rubel

Zwischen 2005 und 2020 wurden über 2.500 Gaspipelines mit einer Gesamtlänge von mehr als 35.500 Kilometern gebaut. Dadurch erreichte die Durchdringung von Erdgas in Russland zum 1. Januar 2021 einen Stand von 71,4 Prozent (73,7 Prozent in Städten und 64,8 Prozent in ländlichen Gegenden).

Durchdringungsrate von Erdgas in Russland (laut Jahresergebnissen), Prozent

Durchdringungsrate von Erdgas in Russland (laut Jahresergebnissen), Prozent

Im Jahr 2020 hat die Gazprom, ebenso wie in den Jahren zuvor, ihre Verpflichtungen vollumfänglich erfüllt: In der Russischen Föderation wurden 141 Gaspipelines mit einer Länge von 2.190 Kilometern gebaut.

Ausbau der Erdgasinfrastruktur im Osten Russlands

Zu den Prioritäten des staatlichen Östlichen Gasprogramms, dessen Umsetzung die Gazprom koordiniert, gehört die Gasversorgung von Verbrauchern in Ostsibirien und im Fernen Osten Russlands.

Der Konzern leistet umfangreiche Arbeit zur Entwicklung bestehender sowie zur Errichtung neuer Gasförderungszentren und Gastransportkapazitäten. Diese strategischen Projekte dienen als Grundlage für die Implementierung von Projekten zum Ausbau der Erdgasinfrastruktur in fernöstlichen Regionen.

Der Gazprom-Tätigkeit ist es zu verdanken, dass große Energieobjekte in mehreren Großstädten, unter anderem auf der Halbinsel Kamtschatka, auf der Insel Sachalin und in der Verwaltungsregion Primorje bereits auf Gas umgestellt worden sind. In den Verwaltungsregionen Kamtschatka, Primorje und Chabarowsk sowie in den Verwaltungsgebieten Sachalin und Amur entstehen Gaspipelines zwischen Ortschaften und Gasverteilerstationen. Gas wird mittelfristig in südliche Verwaltungsbezirke von Jakutien und zentrale Verwaltungsbezirke der Insel Sachalin fließen.

Netzferne Gasversorgung

Das Konzept der Gazprom-Beteiligung am Ausbau der Erdgasinfrastruktur in russischen Regionen beruht auf einem differenzierten Ansatz bei der Gasversorgung, unter Berücksichtigung der Erdgasvorräte in Regionen und der Entwicklung bestehender Lagerstätten sowie der Möglichkeit, alternative Energieträger zu nutzen: verflüssigtes und komprimiertes Erdgas (LNG und CNG) sowie verflüssigtes Kohlenwasserstoffgas (LPG).

Dabei gilt besonderes Augenmerk der Gasversorgung kleiner Ortschaften weit abseits von Ferngasleitungen, was für ländliche Gegenden besonders wichtig ist.

Im Jahr 2014 setzte Gazprom das erste Projekt zur netzfernen Gasversorgung um: Ein LNG-Industriekomplex wurde in der Verwaltungsregion Perm gebaut. Zum Industriekomplex gehören ein Mini-Betrieb für die Herstellung von LNG im Dorf Kanjusjata (Kreis Karagay) sowie drei Stationen für Abnahme, Speicherung und Regasifizierung von Erdgas. Dieser Industriekomplex weist eine Kapazität von 19 Millionen Kubikmetern Gas jährlich auf.

LNG-Industriekomplex in der Verwaltungsregion Perm
LNG-Industriekomplex in der Verwaltungsregion Perm

LNG-Industriekomplex in der Verwaltungsregion Perm

Im Verwaltungsgebiet Tomsk geht der Bau von sechs Objekten weiter: ein kleintonnagiger Industriekomplex für Erdgasverflüssigung mit einer Leistung von sieben Tonnen pro Stunde und fünf Stationen für Abnahme, Speicherung und Regasifizierung.

Ausbau der Erdgasinfrastruktur im Ausland

Die Gazprom beteiligt sich über ihre Tochtergesellschaften Gazprom Armenia und Gazprom Kyrgyzstan unmittelbar an der Entwicklung von Gasverteilersystemen in Armenien und Kirgisistan.

Gazprom Armenia gehört zu den Spitzenreitern in der armenischen Energiebranche. In Armenien nutzen 636 Ortschaften Erdgas, die Durchdringung von Erdgas erreicht in der Republik 96 Prozent.

Gasverteilerstation Bentonit in Armenien
Gasverteilerstation Bentonit in Armenien

Gasverteilerstation Bentonit in Armenien

Bei Umsetzung des Programms zur Entwicklung der Gasversorgung und zum Ausbau der Erdgasinfrastruktur in Kirgisistan sollen bis 2030 über 400 Ortschaften und 845.000 Wohnungen Gasanschlüsse erhalten. Die Durchdringungsrate von Erdgas wird in der Republik von 22 auf 60 Prozent steigen.